Modernes Leben und Wohnen

Präsentierten beim Pressegespräch das druckfrische Handbuch „Modernes Leben und Wohnen“:  Johann Lefenda, Richard Steger,  Sonja Hackl, LAbg. Bgm. Christian Dörfel und Mag. Johannes Brandl (von links nach rechts)
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  • Präsentierten beim Pressegespräch das druckfrische Handbuch „Modernes Leben und Wohnen“: Johann Lefenda, Richard Steger, Sonja Hackl, LAbg. Bgm. Christian Dörfel und Mag. Johannes Brandl (von links nach rechts)
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TEINBACH/STEYR. Das Regionalforum Steyr-Kirchdorf beschäftigt sich gemeinsam mit der OÖ. Zukunftsakademie und der Kunstuniversität Linz seit einem Jahr mit der Frage, wie sich junge Erwachsene ein modernes Leben und Wohnen am Land vorstellen. Denn Faktum ist, dass die Wohnformen im ländlichen Raum den Wünschen und Bedürfnissen junger Erwachsener im Alter zwischen 20 und 35 Jahren oftmals nicht gerecht werden.
Damit die Gemeinden hier konkret gegensteuern und der „Landflucht“ junger Menschen bewusst entgegenwirken können, wurde das Handbuch „Modernes Leben und Wohnen - Zukunftsorientierte Wohnmodelle für junge Erwachsene im ländlichen Raum“ erarbeitet. Mit der Auftaktveranstaltung am 15. Mai in Steinbach/Steyr startet ein regionales Projekt, um gemeinsam mit den interessierten Gemeinden auf Basis dieses Handbuchs attraktive, bedarfsgerechte und leistbare Wohnmodelle für junge Erwachsene zu erarbeiten.

Junge Erwachsene sind das Zukunftspotenzial für den ländlichen Raum
Die Region Steyr-Kirchdorf hat erkannt, dass gut ausgebildete junge Erwachsene das Zukunftspotenzial der Region bilden. Nach Ausbildungszeit und ersten Berufserfahrungen schlagen sie erstmals Wurzeln und entscheiden sich (wieder) für einen Lebensmittelpunkt. Diese dynamischen Singles, Paare und Jungfamilien tragen dazu bei, dass Infrastrukturen in Gemeinden ausgelastet sind und liefern mit ihrem Wissen und ihrer Tatkraft wertvolle Impulse für die Gemeindeentwicklung.
Um dem Wegzug junger Erwachsener entgegen zu wirken, hat sich die Region bereits 2014 gemeinsam mit der OÖ. Zukunftsakademie dem Thema „Weggehen. Zurückkommen. Verbunden bleiben.“ gewidmet und das Wanderungs- und Bleibeverhalten junger Menschen in peripheren ländlichen Regionen analysiert. Die wichtigsten Gründe für einen Wegzug aus einer ländlichen Region sind das Fehlen eines adäquaten Arbeitsplatzes, geringe Ausbildungsmöglichkeiten und mangelnde Wohnangebote bzw. kaum leistbare Wohnungen. Einfamilienhaus-Siedlungen, Genossenschaftswohnungen oder weiterhin das Kinderzimmer im elterlichen Haus – so gestaltet sich das vorwiegende Wohnangebot in den ländlichen Regionen Österreichs und auch im südlichen Teil der Region Steyr-Kirchdorf.
„Diese Studie hat verdeutlicht, dass wir konkret etwas gegen die Abwanderung unserer jungen Erwachsenen tun können. Während wir auf die Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten kaum Einfluss haben, können wir jedoch das Wohnthema konkret angehen. Aber welche Wohnformen brauchen wir, um dem dynamischen Lebensstil junger Erwachsener zwischen 20 und 35 Jahren gerecht zu werden? Damit Gemeinden hier konkret ansetzen können, braucht es neue Ideen“, unterstreicht Obmann LAbg. Dr. Christian Dörfel vom Regionalforum Steyr-Kirchdorf die Bedeutung des Themas.

21 Inspirierende Wohnmöglichkeiten für junge Erwachsene
Die OÖ. Zukunftsakademie hat die Abteilung „die Architektur“ der Kunstuniversität Linz beauftragt, visionäre Modellprojekte, zukunftsorientierte Lösungen und inspirierende Ideen für ein modernes Leben und Wohnen junger Menschen im ländlichen Raum zu recherchieren. Für die Studie wurden zahlreiche in- und ausländische Beispiele gesichtet und – mit Unterstützung der OÖ. Zukunftsakademie, dem Regionalmanagement OÖ., dem Regionalforum Steyr-Kirchdorf sowie der SPES Akademie – 21 inspirierende Beispiele ausgewählt und anschaulich aufbereitet. Mag. Dr. Johann Lefenda, Leiter der OÖ Zukunftsakademie, ist überzeugt: „Es ist essentiell für die Zukunft ländlicher Regionen, jungen Erwachsenen ein attraktives Lebensumfeld zu bieten. Die OÖ. Zukunftsakademie möchte mit diesem Projekt Handlungsmöglichkeiten auf lokaler Ebene aufzeigen und Gemeinden in ganz Oberösterreich dazu motivieren, innovative Wohnmodelle für junge Erwachsene zu forcieren.“

Das Handbuch orientiert sich an den Bedürfnissen junger Erwachsener, deshalb wurden die Projekte einer der folgenden vier Kategorien zugeteilt:
Die 1. Wohnung: Bei der ersten Haushaltsgründung kommt es vor allem auf günstige Miete, rasche Verfügbarkeit, geringe Verbindlichkeit, individuelle Förderungen, etc. an.
Dynamische Lebensphasen: Die Lebensphase zwischen 20 und 35 Jahren ist häufig geprägt von Bedürfnissen nach hoher Flexibilität und Veränderbarkeit, multilokalen Lebensformen, kurzfristiger Planung und Spontanität.
Gemeinschaft und Nachhaltigkeit: Junge Erwachsene möchten häufig nicht alleine und doch selbstständig leben, einen sozialen und nachhaltigen Lebensstil führen, sich gegenseitig unterstützen und austauschen und/oder Kinder in Gemeinschaft erziehen können.
Wohnen und Mehr: Nicht nur die „eigenen vier Wände“, auch die Möglichkeiten bzw. Angebote hinsichtlich Mobilität, Freizeitangebote, Kombinationen von Wohnen und Arbeit, Gemeinschaft mit Nachbarn sind wesentliche Faktoren bei der Standortwahl.

Richard Steger von der Kunstuniversität Linz erklärt dazu: „Im Handbuch wird jedes Projekt einleitend mit einer kurzen Geschichte beschrieben. Diese Fallbeispiele sind meistens frei erfunden, könnten aber auch direkt aus dem Alltag der Bewohner stammen. Im Text werden nur die Besonderheiten des jeweiligen Projektes und die Relevanz für den ländlichen Raum kurz erklärt. Interessant bei der Erstellung des Handbuchs waren auch die fachlichen Exkurse, die oft nötig waren, um die Besonderheit der Projekte zu verstehen. Manche davon haben wir farbig hinterlegt und den Beispielen angehängt.“
Das Handbuch wird nach der Auftaktveranstaltung auf der Homepage der OÖ. Zukunftsakademie unter www.ooe-zukunftsakademie.at verfügbar sein.

Gemeinsame Veranstaltung zur Präsentation des neuen Handbuchs am 15. Mai
Am 15. Mai werden ab 18 Uhr in der Nachhaltigkeitsschmiede Steinbach/Steyr die OÖ. Zukunftsakademie und das Regionalforum Steyr-Kirchdorf das neue Handbuch erstmals in Oberösterreich präsentieren. Mit dieser Auftaktveranstaltung möchte das Regionalforum Steyr-Kirchdorf den Gemeinden Lust darauf machen, sich mit der Zielgruppe der jungen Erwachsenen zu befassen und selber Wohnmodelle für junge Erwachsene zu entwickeln und umzusetzen.
Richard Steger von der Kunstuniversität Linz wird die 21 Projekte zum Leben und Wohnen junger Erwachsener im Überblick vorstellen. Und Christian Dörfel wird als Obmann des Regionalforums Impulse für Gestaltungs- und Umsetzungsmöglichkeiten von Wohnmodellen in Gemeinden präsentieren. Denn ob der „Wohnjoker Kalkbreite“, das „Wohn-Loft“ im Supermarkt oder das Coworking & Cohousing Projekt „SMARTUP“ – diese neuen, zum Teil auch städtischen Ansätze lassen sich in einer ländlichen Region wie Steyr-Kirchdorf sehr gut umsetzen. Vor allem für die Belebung der Ortszentren mit jungen Erwachsenen sind innovative Ansätze geeignet. Hier bieten leerstehende oder untergenutzte Häuser eine gute Möglichkeit, neue Wohnmodelle umzusetzen.
Start eines innovativen Agenda 21-Modellprojekts mit interessierten Gemeinden
„Das neue Handbuch ist eine tolle Grundlage für die Gemeinden unserer Region. Jetzt können wir gemeinsam innovative Wohnmodelle aufgreifen und mit den interessierten Gemeinden so weiterentwickeln, dass sie gut zur Region passen“, erklärt Mag. Sonja Hackl, Regionalmanagerin für Nachhaltigkeit & Umwelt und Projektleiterin.
Bei der Auftaktveranstaltung am 15. Mai werden interessierte Gemeinden zur Mitarbeit an diesem weiterführenden Projekt eingeladen. „Das Regionalforum Steyr-Kirchdorf wird als Projektträger mit ausgewählten Gemeinden zwei Wohnmodelle aus dem neuen Handbuch umsetzen. Welche zwei Modelle das sein werden, hängt von den Bedürfnissen und Wünschen der Gemeinden ab“, so Hackl weiter. Interessierte Gemeinden können bereits am 15. Mai, aber spätestens bis Ende Juni 2017 ihre geplanten (Um-) Bauprojekte melden bzw. ihr Interesse am Projekt bekunden.

Ob der Impuls nun von einer Gemeinde, Hausbesitzern oder direkt von jungen Erwachsenen ausgeht ist egal: Gesucht werden…
… Gemeinden, die ein Wohnmodell für junge Erwachsene in ihrer Gemeinde entwickeln möchten und dabei fachlich und methodisch begleitet werden
… junge Erwachsene, die die Bedürfnisse dieser dynamischen Zielgruppe einbringen und konkret die geplanten Wohnmodelle in den Gemeinden mitgestalten
… Hausbesitzer, die ihr Objekt als Wohnmöglichkeit für junge Erwachsene nutzen möchten
Die Gemeinden werden in zwei unterschiedlichen Fokusgruppen betreut, in jeder Fokusgruppe wird ein anderes Wohnmodell bearbeitet. Mag. Johannes Brandl von der SPES Akademie wird dieses Agenda 21-Projekt moderierend und inhaltlich begleiten: „Jede Gruppe wird sich anfangs mit dem ausgewählten Wohnmodell befassen, dazu werden wir eventuell Expertinnen und Experten einladen oder eine Exkursion durchführen. Danach werden die Gemeinden dabei unterstützt, wie sie das Modell auf die jeweiligen Rahmenbedingungen ihrer Gemeinde hin umsetzen können. Diese drei bis fünf Treffen je Fokusgruppe werden wir anhand der Methode ‚design thinking‘ gestalten.“
Die konkreten Planungen am Objekt müssen die Gemeinden wie bisher mit ihren Architekten und Ortsplanern vor Ort konkretisieren. Im Projekt wird vor allem auf die Umsetzung der Bedürfnisse junger Erwachsener Wert gelegt. Darüber hinaus ist das Voneinander Lernen der Gemeinden eine Bereicherung für die teilnehmenden Gemeinden. Die Lösung in der einen Gemeinde kann eine andere Gemeinde zu bisher „undenkbaren“ Ansätzen bringen.
Spannend wird sicherlich auch die Beteiligung der jungen Erwachsenen am Projekt, durch sie erhalten die Gemeindevertreter umgehend ein ehrliches Feedback auf ihr geplantes Vorhaben. Im Sommer 2018 endet das Agenda 21-Projekt des Regionalforum Steyr-Kirchdorf. Die beteiligten Gemeinden, jungen Erwachsenen und Hausbesitzer werden dann der Region ihre Konzepte für die Wohnmodelle junger Erwachsener präsentieren.

Präsentierten beim Pressegespräch das druckfrische Handbuch „Modernes Leben und Wohnen“:  Johann Lefenda, Richard Steger,  Sonja Hackl, LAbg. Bgm. Christian Dörfel und Mag. Johannes Brandl (von links nach rechts)
Autor:

Sandra Kaiser aus Steyr & Steyr Land

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