Stollen der Erinnerung feierlich eröffnet

Karl Ramsmaier (re.), Obmann des Mauthausen Komitees Steyr, mit Landtagspräsident Viktor Sigl (Mitte) und Steyrs Bürgermeister Gerald Hackl.
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  • Karl Ramsmaier (re.), Obmann des Mauthausen Komitees Steyr, mit Landtagspräsident Viktor Sigl (Mitte) und Steyrs Bürgermeister Gerald Hackl.
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  • hochgeladen von Sabine Thöne

STEYR. Hufeisenförmig schlängelt sich der ehemalige Luftschutzstollen im Zentrum Steyrs 140 Meter unter Schloss Lamberg durch den Felsen. Zwangsarbeiter haben ihn im Winter 1943, vor siebzig Jahren, unter unmenschlichen Bedingungen erbaut. Viele fanden dabei den Tod.

Das vor 25 Jahren gegründete Mauthausen Komitee Steyr mit Obmann Karl Ramsmaier hat die vergangenen zehn Jahre nicht locker gelassen, um den Stollen als Museum und Gedenkstätte für die Nachwelt zu erhalten. An der zweistündigen, würdigen Eröffnungsfeier am 25. Oktober im Museum Arbeitswelt nahmen rund 450 Besucher teil, darunter zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie Nachkommen von KZ-Häftlingen.
Am Tag der offenen Tür am 26. Oktober besuchten etwa 1200 Besucher den Stollen, der Zeugnis von einem dunklen Kapitel in der Vergangenheit der Stadt gibt.

Ein Lernort für die Jugend
„Der Stollen soll auch ein Lernort für die Jugend werden“, erklärte Karl Ramsmaier bei der feierlichen Eröffnungsveranstaltung. „Mit diesem Projekt wird ein Meilenstein gegen das Vergessen gesetzt.“

Bundespräsident Heinz Fischer ließ in einer Grußbotschaft ausrichten, dass das neue Museum im Stollen „ein europäischer und internationaler Sammelpunkt für das Versprechen ist, es nie wieder so weit kommen zu lassen.“

Vielfacher Dank an das Mauthausen Komitee Steyr
Museum-Arbeitswelt-Leiterin und Historikerin Katrin Auer verlas eine Rede des israelischen Botschafters Aviv Aharon Shir-On. „Der Stollen ist ein beispielhaftes Umgehen mit der Vergangenheit“, meinte dieser.

Zahlreiche Redner dankten dem Mauthausen Komitee Steyr für dessen beharrliches Engagement, darunter Bürgermeister Gerald Hackl und Hannah Lessing, die Generalsekretärin des Nationalfonds der Republik Österreich. Sie erklärte: „Erinnern bedeutet nicht nur das Schweigen zu brechen. Orte der Erinnerung bauen wertvolle Brücken zwischen Gestern und Heute.“

Demokratie über alles
Der oö. Landtagspräsident Viktor Sigl sagte: „Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.“ Der Anlass verursache nicht nur ein Gefühl der Bedrückung, sondern auch der Hoffnung und Zuversicht. „Der Ruf des Niemals wieder! wird hier in die Tat umgesetzt“, sagte Sigl. Eine wichtige Aufgabe sei es, besonders bei jungen Menschen ein Bewusstsein dafür zu schaffen. Wichtig sei es auch, den politischen Dialog zu pflegen und den Aufstieg von radikalen Entwicklungen zu verhindern. Es dürfe keine Alternative zur Demokratie geben, betonte Sigl.

Großen Anteil an der Umsetzung des neuen Museums hat neben den zahlreichen Sponsoren der Historiker Bertrand Perz. „Es gibt eine große historische Verantwortung gegenüber der Gewalt-Geschichte, die hier in dieser Stadt geschehen ist“, sagte er bei der Eröffnungsfeier. Architekt Bernhard Denkinger erläuterte das Konzept der Ausstellung im Stollen.

Mehr Infos über die Ausstellung und Führungen im Stollen:
Museum Arbeitswelt, 4400 Steyr,
Abteilung für Vermittlung & Kommunikation, Tel. 07252/77351 DW 14,15,16
E-Mail: paed@museum-steyr.at
http://www.museum-steyr.at

http://www.mkoe-steyr.net

Lesen Sie dazu auch diesen Beitrag:
http://www.meinbezirk.at/steyr/chronik/stollen-der-erinnerung-erstmals-zugaenglich-d730912.html

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