Wenn Familien nicht mehr ein noch aus wissen

Bezirkshauptfrau Cornelia Altreiter-Windsteiger (Mitte) mit Maria Riegl (li.), Leiterin der Jugendwohlfahrt, und Familienbegleiterin Burgi Schluckhuber.
  • Bezirkshauptfrau Cornelia Altreiter-Windsteiger (Mitte) mit Maria Riegl (li.), Leiterin der Jugendwohlfahrt, und Familienbegleiterin Burgi Schluckhuber.
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STEYR-LAND. Sonja B. (Name geändert) ist Alleinerzieherin und halbtags als Arbeiterin beschäftigt. Mit ihrem geringen Gehalt kommt die psychisch angeschlagene Frau vorne und hinten nicht zurecht. Auch die Alimente für die zwei minderjährigen Kinder machen das Kraut nicht fett. Mit der Erziehung ist sie überfordert, und in der kleinen Wohnung hat sie längst den Überblick über die Ordnung verloren.

Die Eltern stärken
Eine Situation von vielen für Familienbegleiterin Burgi Schluckhuber. „Wir erfahren zumeist von der Schule, vom Kindergarten, Nachbarn oder Bekannten, wenn etwas in einer Familie nicht stimmt“, erzählt die Sozialarbeiterin.
„Oft werden Kinder auffällig, weil Eltern deren Bedürfnisse nicht erkennen“, weiß sie. Gemeinsam mit der betroffenen Familie wird nach deren Einverständnis und Prüfung der Lebensumstände nach Lösungswegen gesucht. Ein Betreuungsplan mit genauen Zielen wird erstellt.
„Es geht darum, die Kompetenzen der Eltern zu stärken“, betont Burgi Schluckhuber. In der Vergangenheit zu graben ist für sie tabu. Sie blickt nach vorn und hilft den Familien bei der Alltagsgestaltung, der Haushaltsführung, beim Kochen, bei den Finanzen und der Kindererziehung. Sie will Vorbild sein und lehrt Durchhaltevermögen und Lebenspraxis in kleinen Schritten. „Familienhilfe ist ein Modell des Lernens durch gemeinsames Tun“, erklärt Burgi Schluckhuber ihre Philosophie. Auch Hilfe bei Behördenwegen, beim Lernen und bei der Freizeitgestaltung sind immer wieder angesagt. „Die Bildung der Kinder ist mir ein besonders wichtiges Anliegen“, sagt die dreifache Mutter.

Hilfe zur Selbsthilfe
Und nicht nur das. Die erfahrene Sozialpädagogin gibt Mut und Hoffnung. Wenn der Druck von allen Seiten steigt und das Leben zur Angstfalle wird, ist Rat besonders gefragt. „Hilfe zur Selbsthilfe“ heißt Schluckhubers Devise. Derzeit betreut sie rund zwölf Familien, die Betreuungsdauer beträgt durchschnittlich ein Jahr. Sie ist zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet. Großen Wert legt sie auf den respektvollen Umgang aller Beteiligten und auf eine positive Sprachkultur. „Wir kommunizieren wertschätzend mit allen Beteiligten und wählen Formulierungen, die für die Familie verständlich sind.“

Jugendwohlfahrt ist Projektträger
„Familien mit Kindern in Belastungssituationen zu unterstützen ist eine wesentliche Aufgabe der öffentlichen Jugendwohlfahrt im Bezirk Steyr-Land“, erklärt Bezirkshauptfrau Cornelia Altreiter-Windsteiger. Im Mittelpunkt der Familienbegleitung stehe immer das Kindeswohl, betont sie. Pro Jahr werden im Bezirk rund hundert Familien begleitet, Tendenz steigend.
„Die körperliche, seelischeund geistige Entwicklung der Kinder soll gewährleistet werden“, ergänzt Maria Riegl, Leiterin der Jugendwohlfahrt an der Bezirkshauptmannschaft Steyr-Land. „Unser Anspruch ist es, frühzeitig anzusetzen“, sagt sie. Vor allem die Fremdunterbringung von Kindern kann damit verhindert werden.

Kontakt:
Familienbegleitung, Abteilung Jugendwohlfahrt an der Bezirkshauptmannschaft Steyr-Land, Tel. 07252/52361-DW 340 oder DW 345.
http://www.bh-steyr-land.gv.at

Autor:

Sabine Thöne aus Steyr & Steyr Land

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