Hofübergabe
Wertschätzung ist das A & O

Tagesplanung beim Frühstückstisch: Matthias Gaißberger bezieht seine Eltern in alle Entscheidungen ein.
  • Tagesplanung beim Frühstückstisch: Matthias Gaißberger bezieht seine Eltern in alle Entscheidungen ein.
  • Foto: Foto: Gaißberger
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Rund 1.400 landwirtschaftliche Betriebe gibt es im Bezirk. Mehr als 100 stehen zur Übergabe an.

STEYR, STEYR-LAND. (wey). Wetterkapriolen, steigende Produktionsstandards, angespannte Erzeugerpreise: Landwirte müssen vielfältige Herausforderungen meistern. Viele Jungbauern machen sich die Entscheidung, den elterlichen Bauernhof zu übernehmen, daher nicht leicht. "Einige Hofübernehmer können auf eine bestehende Struktur am Betrieb aufbauen und diese weiterführen", schildert Gabriele Hebesberger, die Dienststellenleiterin der Landwirtschaftskammer Kirchdorf-Steyr. "Andere möchten in eine neue Betriebssparte einsteigen, die Direktvermarktung ausbauen oder auf biologische Bewirtschaftung umsteigen." Das Einmaleins der Betriebswirtschaft sollte man dafür jedenfalls beherrschen.
Am wichtigsten ist jedoch, dass sich Übergeber und Übernehmer einig sind. "Der Hauptgrund, warum eine Hofübergabe scheitert, ist definitiv die menschliche Seite", weiß Hebesberger. "Oft fehlt es an Verständnis für die jeweils andere Lebenssituation und es wird zu wenig kommuniziert. Die Arbeit des anderen, sei es die Mithilfe der Übergeber oder die Arbeit der Übernehmer, wird als selbstverständlich erachtet und zu wenig wertgeschätzt." Angebote, wie das bäuerliche Sorgentelefon – zum Ortstarif unter Tel. 0810/676 810 – oder Lebensberater, die auf Landwirtschaft spezialisiert sind, können bei familiären Konflikten helfen.

Zusammenhalt ist wichtig

Keine Probleme bei der Übergabe gab es bei Familie Gaißberger in Adlwang. Mit 1. Jänner 2018 hat Sohn Matthias den elterlichen Betrieb übernommen. "Wir sind sehr strukturiert an die Sache herangegangen", erzählt er. Ein Beratungsgespräch und ein Übergabeseminar wurden absolviert. "Es war ein Abhaken von Punkten. Ein Familienbetrieb ist Familie und Betrieb in einem. Da ist der Zusammenhalt sehr wichtig."
Privatsphäre sieht der 30-Jährige als sehr wichtig an. "Jeder hat seinen eigenen Bereich." Seine Eltern bezieht Gaißberger in die Arbeit am Hof mit ein. "Ich bin recht dankbar dafür, dass sie noch mithelfen. Das Frühstück ist unsere Zusammenkunft. Da besprechen wir, was heute alles gemacht wird." Steht ein neues Projekt an, werden die Eltern vorher informiert.
"Es ist aber kein um Erlaubnis fragen, ich will aber auch nicht mit der Tür ins Haus fallen. Eine andere Meinung einholen und miteinander reden ist wichtig." gaissberger.at
f]Wenn die eigenen[/f] Kinder kein Interesse haben, den Betrieb zu übernehmen, kann auch eine Übergabe an Personen außerhalb des engeren Familienverbandes Thema sein. Eine [f]Plattform[/f], die zwischen Hofsuchenden und -übergebenden vermittelt, nennt sich „Perspektive Landwirtschaft“, zu finden im Internet unter perspektive-landwirtschaft.at.

Umfassendes Angebot zum Thema Hofübergabe

Die Bezirksbauernkammer (BBK) bietet in Sachen Hofübergabe ein umfassendes Bildungs- und Beratungsangebot an. "Immer wieder treten Fragen auf, wie man etwa mit den Ansprüchen weichender Kinder umgehen soll oder welche Auswirkungen das Wohnrecht hat", weiß die Dienststellenleiterin der BBK Kirchdorf-Steyr, Gabriele Hebesberger. "Da im Regelfall der Hof nur einmal übergeben und übernommen wird, besteht großer Beratungsbedarf."
Am Mittwoch, den 11. März, ab 19.30 Uhr, informiert Hebesberger gemeinsam mit dem Kirchdorfer Unternehmensberater Erhard Reichsthaler im Gasthof Schinagl in Klaus zum Thema "die bäuerliche Hofübergabe und Hofübernahme gestalten". Das Kurzseminar bringt sowohl die wichtigsten Aspekte eines förderlichen Zusammenlebens am Hof als auch die wesentlichen Teile eines Übergabevertrages zur Sprache.
Zum Thema "außerfamiliäre Hofübergabe als Perspektive für Betriebe ohne Nachfolge" findet am 27. und 28. März eine Info-Veranstaltung im Hotel Schicklberg bei Kremsmünster statt. Nähere Informationen hat das ländliche Fortbildungsinstitut, ooe.lfi.at.

Autor:

Sandra Kaiser aus Steyr & Steyr Land

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