International Fair
Amerikanische Bratwurst bei internationaler Studierenden-Messe

James Tockstein aus der USA bietet in Bier gekochte Bratwürste zum Verkosten an.
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  • James Tockstein aus der USA bietet in Bier gekochte Bratwürste zum Verkosten an.
  • Foto: FH OÖ Campus Steyr
  • hochgeladen von Sandra Kaiser

STEYR. Im Foyer des FH OÖ Campus Steyr war gestern Abend, dem 5. Dezember, alles anders als sonst. Der prächtig geschmückte Eingangsbereich wimmelt vor internationalen Studierenden. Gekleidet in ihrer Landestracht, präsentieren 61 Studierende aus 27 Nationen kulinarische Köstlichkeiten aus ihrer Heimat. Teigtaschen aus Thailand, Brigadeiros (Schokoladenpralinen) aus Brasilien oder ein ukrainischer Borschtsch (Eintopf) nehmen die Gäste mit auf eine Reise rund um den Globus.

Ein Amerikaner auf der Steyrer International Fair

Etwas ungewöhnlich: James Tockstein aus Wisconsin bietet neben Cheese Curds (frittierte Käsestücke) und Burger auch Bratwürste mit Sauerkraut zum Verkosten an. Auf die Frage, warum ein aus den USA kommender Student ein deutsch-österreichisches Nationalgericht anbietet, erklärt James, dass Wisconsin neben dem lokalen Phänomen „Fish Boil“ – ein im Freien gekochter Fisch, in einem mit Salzwasser gefüllten Eisentopf – auch für die „Wisconsins Beer Bratwurst“ bekannt ist. 1920 haben deutsche Einwanderer in dem nordöstlich liegenden Bundesstaat der USA ihre Spuren auf kulinarischem Gebiet hinterlassen erklärt James: „Bratwürste sind noch heute sehr beliebt in Wisconsin, jedoch schmecken die Würste etwas anders als hier in Österreich. Häufig werden sie in Bier gekocht oder sind mit Käse gefüllt.“

Im Hebst kam der 22-jährige James Tockstein von der Concordia University Wisconsin – eine Partneruniversität der FH OÖ Fakultät für Management – an den Steyrer Campus, um hier englischsprachige Lehrveranstaltungen rund um die Themen Unternehmensführung und internationales Management zu besuchen. Zusammen mit drei weiteren Austauschstudierenden teilt er sich eine Wohnung nahe des FH-Campus. In den USA lebt der begeisterte Naturfreund während des Studiums in einem Stadthaus in Cedarburg: „In den Sommer- und Winterferien wohne ich mit meiner Familie in einem Haus am Michigan See,“ erzählt er, „weshalb ich auch seit meiner frühesten Kindheit Kajakfahre. Im Sommer arbeite ich auch als Kajaklehrer und verdiene so Geld für mein Studium.“

Auf die Frage was ihm an diesem internationalen Abend besonders gute gefalle, antwortet James: „Ich bin sehr stolz auf mich und meine Kochkünste. Außerdem war ich auch schon auf Besuch bei den anderen Ausstellern und konnte dabei vieles über deren Traditionen und Lebensgewohnheiten erfahren.“

Kulturelle Vielfalt

Im ersten Stockwerk des FH-Gebäudes bieten vier Austauschstudentinnen in weißen, mit Blumen bestickten Blusen, Borschtsch (Rotebeete-Eintopf), Wareniki (Teigtaschen mit Kirschen und Dip), Salo (sehr fettiger Speck) und Vodka zum Probieren an. Sie kommen von der Kharkiv National University of Economics in der Ukraine. Mit dem Studium hier in Steyr konnten sie sich ihren Traum eines Auslandsstudiums erfüllen.

Der Auslöser für James, das Abenteuer Ausland zu wagen, war ein Besuch bei seiner Schwester während ihres Auslandsstudiums in Prag: „Außerdem sehe ich einen Auslandsaufenthalt während des Studiums als Pflicht, wenn man später im Beruf international erfolgreich sein will“, betont James, welcher auch gleich unmittelbar nach seiner Ankunft in Österreich kulturelle Unterschiede feststellen konnte. So schätzt James beispielsweise die Bequemlichkeit des Einkaufens in seiner Heimat sehr: „In Wisconsin sind die Geschäfte sieben Tage die Woche bis Spätabends geöffnet. Hier war ich etwas überrascht, als ich am Sonntag vor verschlossenen Türen stand.“ Dass er hier in Steyr viel zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann, empfindet er als sehr angenehm: „In den USA bin ich im Alltag sehr viel mehr auf mein Auto angewiesen“, erzählt James weiter.
Im alltäglichen Miteinander, könne er keine großen Unterschiede feststellen: „Ich kann mich mit den Einheimischen hier gut unterhalten – insofern sie Englisch sprechen. Ich denke, dass Österreich und die USA viele Werte und Normen teilen. Auch wenn wir Amerikaner oft als über die Maßen freundlich gesehen werden.“

Begibt man sich weiter in das zweite Stockwerk trifft man auf Andre Rigani aus Brasilien. Auf die Frage, ob er das Studieren an seiner Heimatuni vermisse, antwortet er: „Ja sehr. An der Fucape Business School habe ich meine besten Freunde. Dass man an der Uni seine besten Freunde hat, ist bei uns so üblich.“ Der junge Mann besticht durch sein freundliches Auftreten und breites Wissen über seine Heimat: „Wussten sie, dass die brasilianische Flagge auch in Verbindung mit Österreich steht?“, fragt er und erzählt weiter: „Das Gelb auf der Flagge ist die Farbe der Habsburger. Zurückzuführen ist das auf die Eheschließung des brasilianischen Kaisers Pedro I. mit Maria Leopoldine von Österreich.“ Zum Verkosten gibt es bei Andre selbstgemachte Brigadeiro – das sind sehr süße, brasilianische runde Schokoküchlein – und Caju – eine in Brasilien verbreitete Frucht. Der aus der Frucht stammende Cashewkern ist auch hierzulande sehr beliebt.

Gründe für ein Auslandsstudium an der FH OÖ Fakultät für Management
Warum sich Andre für ein Auslandsstudium an der FH OÖ entschieden hat, war eine sehr rationale Entscheidung: „Für mich standen Portugal und Steyr zur Auswahl. Da ich Portugiesisch bereits spreche, habe ich mich für Steyr entschieden“, berichtet er und gibt auch eine kleine Hörprobe seiner Deutschkenntnisse zum Besten.

Die große Auswahl an englischsprachigen Lehrveranstaltungen als auch die gelebte Internationalität, machten auch James die Entscheidung für ein Auslandssemester hier in Steyr leicht. Auch ein Anreiz für den naturverbundenen Studenten waren die ländliche Umgebung und Nähe zur Natur. Von der guten Organisation und Unterstützung seitens des Campus hörte er von österreichischen Studierenden an der Concordia University: „Mein erstes Erlebnis hier war eine Steyrer City-Tour mit meinem Buddy (Steyrer StudentInnen, welche den Incomings mit Rat und Tat zur Seite stehen). Ich war beeindruckt von der wunderschönen Architektur der Steyrer Altstadt. So etwas sieht man in den USA nur sehr selten.“

Bis Anfang Februar belegt James nun englischsprachige Kurse in den Bereichen internationale Wirtschaft, Sales und Management. Auch betont er, möchte er die Chance nutzen, um die deutsche Sprache besser zu lernen.

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