Das kriegen Lehrlinge gebacken

Lehrlinge sollen neben ihrer Kerntätigkeit auch Fertigkeiten die darüber hinausgehen erlernen.
  • Lehrlinge sollen neben ihrer Kerntätigkeit auch Fertigkeiten die darüber hinausgehen erlernen.
  • Foto: Dietmar Rieß GmbH & Co KG
  • hochgeladen von Lisa-Maria Auer

Der Lehrberuf des Bäckers wurde früher vermehrt von Männern ergriffen. Heute hat sich das verändert.

STEYR. "Wir bilden derzeit fünf Lehrlinge aus. Allesamt Mädchen", erzählt Dietmar Rieß von der Bäckerei Rieß in Steyr. "Die Situation ist in Steyr aufgrund der vielen Industriebetriebe natürlich sehr speziell. Diese sind für uns eine große Konkurrenz und stellen für viele potenzielle Lehrlinge die scheinbar interessantere Alternative dar", ergänzt er. Um junge Menschen für den Beruf zu begeistern, hilft kein noch so ausgeklügeltes Marketingkonzept. "Die Begeisterung für den Beruf des Bäckers bzw. Konditors muss ein junger Mensch schlicht in sich spüren", sagt der Ausbildner, der seit 25 Jahren Lehrlinge im Betrieb begleitet. "Die Tagesfreizeit ist für viele Menschen ein Ansporn. Wenn man den Rhythmus einmal verinnerlicht hat, dann bringt der Beruf des Bäckers sehr viele Vorteile mit sich", sagt Hubert Nagl von der Stiftsbäckerei Nagl in Garsten. Auch er bestätigt, dass sich der Beruf des Bäckers stark verändert hat und auch für junge Frauen als Lehrberuf zusehends attraktiv wird.

Fingerfertigkeit gefragt
"Körperliche Kraft ist nicht mehr so wichtig. Viel mehr sind Fingerfertigkeit, gute Rechenkenntnisse und auch Führungskompetenzen von Bedeutung geworden", sagt Bäckermeister Nagl. "Wenn junge Menschen mit den Händen arbeiten, kreativ gestalten wollen und gut im Team arbeiten können, dann sind sie für den Bäcker- bzw. Konditorberuf sehr gut geeignet", erklärt Dietmar Rieß. Die Kombination der Lehrberufe Bäcker und Konditor ergibt eine Ausbildungsdauer von vier Jahren. Der Beruf des Einzelhandelskaufmanns bzw. der Einzelhandelskauffrau kann ebenfalls in einem Bäckereibetrieb erlernt werden. Dafür benötigt man drei Jahre.

Erfahrung teilen
"Meine Aufgabe als Lehrlingsausbildner sehe ich darin, die jeweiligen Vorgesetzten der Lehrlinge entsprechend zu schulen und sie dahingehend zu sensiblisieren, dass man sich tatsächlich Zeit nimmt für den Berufsneuling. Ich erinnere ältere Mitarbeiter immer an ihre eigene Ausbildungszeit und an die Bedeutung von Menschen, die ihr Wissen und ihre Erfahrung teilen", sagt Dietmar Rieß. "Ein wertschätzender Umgang miteinander sollte eigentlich selbstverständlich sein. Andernfalls kann sich kein Lernerfolg einstellen", fügt er hinzu. "Es ist logisch: je mehr ich meinen Mitarbeitern beibringe, umso mehr werden sie mich unterstützen können".
In der Bäckerei Rieß wird zudem versucht, die Lehrjahre so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. "Als Lehrlingsausbildner finde ich es sehr wichtig konsequent zu sein. Dinge, die uns im Betrieb wichtig sind, müssen einfach richtig gemacht werden und wie automatisch funktionieren. Das braucht oft sehr viele Wiederholungen und viel Energie auf beiden Seiten. "Uns ist es jedenfalls sehr wichtig, ein angenehmes Betriebsklima zu schaffen", sagt Rieß.

Arbeitsbeginn vier Uhr
In der Stiftsbäckerei Nagl wird jeweils ein Lehrling ausgebildet. "Die Größe unseres Betriebes bedingt, dass wir nur alle drei Jahre einen Lehrling aufnehmen können", erklärt Hubert Nagl. "Dafür ist dieser gut ausgelastet und kann sehr viel lernen." Für Lehrlinge beginnt der Arbeitstag um vier Uhr morgens. Hubert Nagl startet schon um ein Uhr. "Früher sind wir nach manchen Festen beinahe direkt in die Backstube gegangen. Heute tue ich mir damit schon etwas schwerer", fügt er schmunzelnd hinzu.

Autor:

Doris Gierlinger aus Steyr & Steyr Land

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