14.11.2017, 18:57 Uhr

Abenteuer zweier Grenzgängerinnen: Hart an der Grenze

Grenzgängerinnen: die Steyrerin Gertrude Reinisch-Indrich (rechts) und Christine Eberl aus Wiener Neustadt. (Foto: Grenzgänge)
BEZIRK. Gut zwei Jahre sind vergangen seit der letzten Etappe des Abenteuers „Grenzgänge rund um Österreich“. Jetzt ist das Buch da! Gertrude Reinisch-Indrich, hart an der Grenze Steyr-Garsten zu Hause, legt ein beeindruckendes Werk vor – mit faszinierenden Schilderungen und wunderbaren Fotos, genauen Beschreibungen und vielen Tipps.
Das Vorwort zum Buch „Grenzgänge“ stammt von keinem Geringeren als Peter Habeler, dem gemeinsam mit Reinhold Messner die erste Besteigung des Mount Everest ohne Flaschensauerstoff gelang. Habeler schreibt: „Jeder, der ins Gebirge geht, hat irgendwo seinen Achttausender. Immer noch erobern wir Bergsteiger 'Unnützes', tun Dinge, die rational nicht erklärbar sind, und fühlen uns wohl dabei.
Diese Begeisterung haben auch Gerti Reinisch und Christine Eberl gespürt, als sie nonstop alle Gebirgsketten und an die hundert Gipfel entlang Österreichs Grenzen überschritten. Oft waren sie weglos unterwegs...Um der Grenzlinie ohne Unterbrechungen zu folgen, benötigt man eine Bombenkondition, bergsteigerische Erfahrung, Hartnäckigkeit und die richtigen Ideen, wie man weiter kommen kann, wenn das Wetter überhaupt nicht mitspielt. Ohne ortskundige Bergführer wird so eine Grenzumrundung zum Abenteuer mit ungewissem Ausgang.“

Die beiden erfahrenen Expeditionsbergsteigerinnen Gertrude Reinisch-Indrich und ihre Freundin Christine Eberl (Mitautorin) aus Wiener Neustadt haben es als erste geschafft, Österreich auf den grenznächsten Wegen aus eigener Kraft zu umrunden – zu Fuß und mit Mountainbikes.
Im 335 Seiten umfassenden und reich bebilderten Buch beschreiben sie ihre spannenden Abenteuer auf der 3800 Kilometer langen Tour, die sie in 143 Tagen zurücklegten. Acht Grenzländer, mehr als 120 Gipfel aller Gebirgsgruppen entlang der Grenze und 154.000 Höhenmeter waren zu bewältigen.
„Die Strecke entspricht der Distanz Madrid-Moskau“, sagt Projektinitiatorin Reinisch. Und zu Recht mit Stolz auf die Leistung betont die ansonsten sehr bescheidene und topfitte 65-Jährige: „Selbst wenn man alle 14 Achttausender besteigt, kommen keine 154.000 Höhenmeter zusammen. Dazu müsste man 25 Mal auf den Everest.“

Gertrude Reinisch-Indrich ist Filmemacherin, Journalistin, Buchautorin (u. a. „Licht und Schatten am K2“) und Redakteurin des Österreichischen Alpenklubs. 1987 fuhr die begeisterte Allroundbergsteigerin mit dem Mountainbike mehr als 3000 Kilometer auf Heinrich Harrers Spuren von Kathmandu über bis zu 6000 Meter hohe Transhimalaya-Pässe in Tibet. 1994 leitete sie die 1. Österreichische Frauenexpedition auf einen Achttausender (Shisha Pangma). Zehn Jahre lang organisierte und leitete sie Entwicklungshilfeprojekte und Workshops in Nepal.

Gertrude Reinisch/Christine Eberl: „GRENZGÄNGE – 3800 km – 143 Tage – 8 Länder rund um Österreich“. Schall-Verlag. 336 Seiten. 35 Euro.
Mit dem „exotischen Blick“, den man sonst nur auf Fernreisen anwendet, wurde die Schönheit an Österreichs Grenzen entdeckt. Das Buch bietet auch detaillierte Angaben für Wiederholer und GPX-Tracks zum Download. Viele Sehenswürdigkeiten sind auch mit dem Auto erreichbar. Also auch bestens als Geschenkband geeignet.

Nächste Buchpräsentationen und Vorträge in Oberösterreich:
Samstag, 25. November, 15.30 und 20.00 Uhr Windischgarsten, Kulturhaus Römerfeld: Büchertisch
Dienstag, 28. November, 19 Uhr Gasthof Mayr, St. Ulrich bei Steyr: Buchpräsentation und Multivisionsvortrag.
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