05.06.2017, 17:01 Uhr

HAK Lehrer auf den Spuren der Reformation in Steyr

Auf den Spuren der Reformation waren Professoren der HAK Steyr mit Pfarrer Rößler
Vor kurzem machten sich viele ProfessorInnen der HAK Steyr auf den Weg, um mit Pfarrer Friedrich Rößler Spuren der Reformation in Steyr zu erkunden. Die gemeinsame Tour begann beim Waldenserdenkmal, das an die Inquisition und den Mord an den „Ketzern“ Waldenser im Jahre 1397 erinnert. „Steyr war ein Zentrum dieser Gegenbewegung in der Kirche, die Bibellesen und einfaches Leben bevorzugte“, so Pfarrer Rößler von der evangelischen Kirche. Der Künstler Gerald Brandstötter gestaltete 1997 das Mahnmal in Form einer Flamme, das an die am Scheiterhaufen umgekommenen Menschen erinnert, daneben steht die „Hoffnung“, eine einzelne Figur, als Symbol für Toleranz und Versöhnung. „Die Reformation begann in Steyr schon sehr früh, nämlich um 1520“, erzählt der evangelische Pfarrer, der mit profundem Fachwissen und vielen sozialhistorischen Details die Zeit vom Thesenanschlag 1517 bis zur strikten Gegenreformation 1627 spannend darstellte. Ein Pater Patricius im Jahre 1520 und Pater Calixtus 1525 dürften die ersten Prediger gewesen sein, die von den neuen Ideen sehr beredt und überzeugend berichteten. Stationen waren der Brunnen beim ehemaligen Coelestinerinnenkloster, heute altes Theater, die Stadtpfarrkirche und die einstige protestantische Schule in der Marienkirche. Viele Grabsteine in der Vorhalle der Stadtpfarrkirche legen Zeugnis ab für den neuen Glauben der Verstorbenen. Markant ist die – oft schwer lesbare Inschrift – mit der Formulierung der „fröhlichen Auferstehung“, was eine ganz typisch evangelische Ausdrucksweise sei. Das Ende der "evangelischen Stadtpfarrkirche" war 1598, nach 50 Jahren protestantischer Lehre, gekommen. „Es waren bei der Weihe nur wenige Leute anwesend, da es eine Anordnung von oben war“, weiß Pfarrer Rößler. Wirklich schlimm kam es nach dem Bauernkrieg von 1625, wo unter anderen Wolf Madlseder hingerichtet wurde, weil er für die Bauern eingetreten ist. Die evangelische Schule durfte auf kaiserliche Erlaubnis im ehemaligen Dominikanerkloster eingerichtet werden. Ab 1624 erfolgte die Ausweisung der Protestanten, allein aus Steyr sind 2500 Menschen – von damals 9000 Stadtbewohnern – in die deutschen evangelischen Städte oder Länder emigriert. Zum Dank für die interessante Spurensuche überreichte Organisatorin Mag. Pia Ömer dem Pfarrer eine kleine Geldspende für die Kirche und einen Blumenstrauß im Stile der Lutherrose.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.