23.05.2014, 10:30 Uhr

Ausstellung zeigt Leben und Werk Josef Werndls

(Foto: Stadtarchiv Steyr)

Die Schau ist von 28. Mai bis 2. November 2014 im Museum der Stadt Steyr zu sehen.

STEYR. Die Stadt würdigte erst vor kurzem ihren größten Sohn, den Fabrikanten Josef Werndl (1831-1889), anlässlich seines 125-jährigen Todestags. Ab 28. Mai 2014 wird im Museum der Stadt am Grünmarkt eine Ausstellung mit dem Titel „150 Jahre Waffenfabrik Steyr – 125. Todestag Josef Werndl“ gezeigt. Die Eröffnung findet am Dienstag, 27. Mai, um 19 Uhr statt. Die Schau ist bis 2. November zu sehen, jeweils Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

33 verschiedene Gewehre
Die Ausstellung wird sich auf zwei Ebenen abspielen. Direkt über den Torbögen der Stadteinfahrt befindet sich der vor mehreren Jahrzehnten gestaltete „Werndl-Saal“. Dort wird ein grober Überblick über Leben und Wirken des bedeutenden Steyrer Unternehmers geboten. Zu sehen sind auch 33 Gewehre verschiedener Bauart und Technik aus der Produktpalette der Werndl’schen Waffenfabrik.

Für und Wider der Waffenschmiede
Im zweiten Obergeschoss ergänzt und verdichtet die von Kurator und Stadtarchivar Raimund Locicnik konzipierte Schau in ausgewählten Stationen das Bild über die Person Josef Werndl. Mit eindringlichen Fotos und Texten wird das „Für und Wider“ der größten Waffenschmiede Europas dargestellt. Unter dem Titel „Arbeit ehrt, Krieg zerstört“ wird der Zwiespalt aufgezeigt, der mit dem Unternehmen Waffenfabrik zwangsläufig verbunden war.
Mitten drinnen in diesem Spannungsfeld steht wie ein Fels in der Brandung die „Österreichische Friedensgesellschaft“, die sich unter der Federführung der Nobelpreisträgerin Bertha von Suttner zu einem europaweiten Sprachrohr für eine friedliche Welt entwickelt hat. Einer ihrer wichtigsten Proponenten war der Steyrer Stahlschnittmeister Michael Blümelhuber.

Versöhnungsmonument von Angerbauer-Goldhoff
Um die immer noch vorhandenen, historisch begründeten Ressentiments der politischen Blöcke in Steyr aufzuheben, hat Locicnik den Steyrer Künstler Johannes Angerbauer-Goldhoff ins Ausstellungsboot geholt. Mit dem Entwurf eines Versöhnungsmonuments, das den Namen „Denk-Werk“ tragen soll, will Angerbauer die Fortsetzung der Friedensarbeit von Suttner, Blümelhuber und Co. prolongieren und möglichst viele Steyrer dabei einbinden. Der Entwurf des „Denkwerkes“ wird bei der Ausstellung gezeigt.

360-Grad-Panoramabild von Neubauer
Mit Kurt Neubauer aus Weyer schreibt ein anderer Künstler in der Ausstellung seine konsequente Dokumentationsarbeit über die Region fort. Mit einem 360-Grad-Panoramabild des historischen Waffensaals (wiederaufgebaut in einer Halle der Firma Steyr Mannlicher in Kleinraming) führt er die Besucher in eine Welt am Beginn des Ersten Weltkriegs, die durch Ästhetisierung versucht, die tödliche Gewalt der Waffen zu verharmlosen.

Gedenkstätten in Steyr
Insgesamt stellt sich die Ausstellung das Ziel, einen zeitgeschichtlichen Vorspann zu jenen Themen zu bieten, die im Museum Arbeitswelt mit der Schau „Vom Boom zum Bürgerkrieg 1914-1934“ und in einer ehemaligen Bunkeranlage unter dem Schloss Lamberg, dem „Stollen der Erinnerung“, die 81 folgeschwersten Jahre Europas beleuchtet.

Last but not least zeigen zwei besonders schöne historische Jagdgewehre aus der Sammlung der Firma Steyr Mannlicher, dass sich die Ästhetik der Waffen nicht nur im jahrhundertealten Handwerk der Büchsenmacher, sondern auch im traditionell hochangesehenen „Weidwerk“ friedlich widerspiegelt.

Lesen Sie dazu auch diese Berichte:
http://www.meinbezirk.at/steyr/chronik/gedenkfeier...
http://www.meinbezirk.at/steyr/wirtschaft/traditio...
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.