27.12.2017, 09:59 Uhr

BEZIRK. Das Schwein – ein Glückssymbol?

Unter den vielen Glücksbringern ist das Schwein traditionell sehr stark präsent. Ob aus Schokolade, Marzipan, gebacken, aus Glas oder Ton. Es freut sich ein jeder, der so ein kleines Glücksschweinderl geschenkt bekommt. Außerdem gelten Schweine als Sinnbild für Fruchtbarkeit, instinkthafte Mutterliebe und Reichtum.

Die Wurzeln dieser Tradition gehen bis in die vorchristliche Zeit zurück. So opferten die Germanen  zur Zeit der Wintersonnenwende ihr "Julschwein". Es sollte im kommenden Jahr Glück und reiche Ernte bescheren. Im Mittelalter war es auf Jahrmärkten üblich, dass der schlechteste Teilnehmer eines Wettbewerbs ein Ferkel bekam. Glück für den Verlierer. Schließlich ließ sich das Schwein mit Küchenabfällen mästen und konnte eine Familie eine Zeit lang über die Runden bringen. Die Formulierung „Schwein haben“ hat ihren Ursprung wohl in diesem Brauch.

Das beliebteste Fleisch kommt vom Schwein

Ein durchschnittlicher pro Kopf Verbrauch von 39 kg Schweinefleisch pro Jahr zeigt, dass uns Österreicher auch ein saftiges Schweinsschnitzerl am Teller glücklich macht. Ernährungswissenschafterin Katrin Fischer von der Landwirtschaftskammer Linz betont, dass Schweinefleisch einen hohen Eiweißgehalt besitzt, das leicht in körpereigenes Eiweiß umgewandelt werden kann und zudem  Vitamine und Mineralstoffe, allen voran Eisen und Selen enthält. Für eine ausgewogene Kost empfiehlt Fischer 450g – 600g Fleisch pro Woche zu verzehren.

Was bedeutet Glück für das Schwein als Nutztier am Bauernhof?

Schule-am-Bauernhof Anbieterin und Seminarbäuerin Anita Buchriegler aus Rohr hat sich mit der Frage, ob Schweine in unserer kleinstrukturierten Haltungsform glücklich sind, auseinandergesetzt, als sie im Frühjahr für die Landwirtschaftskammer Linz eine Methodensammlung zum neuen Schweinelehrpfad für Schulen entwickelt hat. „Grundsätzlich sind wir Österreicher an eine sehr strenge Tierhaltungsverordnung gebunden. Als Vorreiter im Europäischen Raum haben wir, was Haltung, Schlachtung und Kontrollen anbelangt, die höchsten Standards.“  Mit durchschnittlich 600 Schweinen am Hof sind wir, im Vergleich zu Ostdeutschen Industrieställen mit bis zu 20 000 Schweinen pro Betrieb, noch immer relativ klein strukturiert.


Was bedeutet Respekt in der Schweinehaltung?


„Als Familienbetrieb fühlt man sich für die Tiere am Hof und ihr Wohlergehen verantwortlich“ so Buchriegler. "Nutztiere sowie Grund und Boden sind die Lebensgrundlage einer Bäuerlichen Familie. Mit diesem Bewusstsein gehen sehr viele Bauern und Bäuerinnen in unserem Land an die Produktion von Lebensmitteln heran. Für mich sind Schweine, die mit Respekt, Wertschätzung und dem Willen zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung gehalten werden, auf jeden Fall Glücksschweine und das spiegelt sich sowohl in der Haltung als auch schlussendlich im Geschmack der Lebensmittel wider.

Wenn auch noch der Konsument beim Einkauf diesen Respekt gegenüber Lebensmitteln aufbringt, zu österreichischen Produkten greift, die durch das AMA-Gütesiegel gekennzeichnet sind, oder noch besser beim Bauern in der Nähe Einkauf mit Ausflug verbindet, haben unsere Schweinderl auch in Zukunft eine Chance auf ein glückliches Dasein."
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Christine Draganitsch aus Eisenstadt | 27.12.2017 | 14:15   Melden
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Hans Baier aus Graz-Umgebung | 27.12.2017 | 19:02   Melden
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Petra Maldet aus Neunkirchen | 27.12.2017 | 19:52   Melden
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Anita Buchriegler aus Steyr & Steyr Land | 28.12.2017 | 18:04   Melden
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Friederike Neumayer aus Tulln | 29.12.2017 | 16:53   Melden
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Marie O. aus Graz | 10.02.2018 | 23:22   Melden
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Anita Buchriegler aus Steyr & Steyr Land | 12.02.2018 | 10:33   Melden
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