28.09.2017, 01:00 Uhr

Eine Hubertusmesse zum Geburtstag

Jagdklub Steyr feiert sein 70-jähriges Bestehen

STEYR. Um die Jagd nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wieder legal ausüben zu dürfen, forderten die Besatzungsmächte, dass sich alle Weidmänner aus dem Raum Steyr zu einem Verein zusammenschlossen. Der Grundstein für den heutigen Jagdklub Steyr war gelegt.
Kein Wunder daher, dass der Jagdklub Steyr – der ursprüngliche Name lautete "Klub der Jagdfreund in Steyr und Umgebung", die Umbenennung erfolgte erst 1978 – in seiner Gründungsphase mehr als 100 Mitglieder zählte. Nach Wiedererlangen der Jagdkarte traten allerdings die meisten Jäger wieder aus dem Klub aus.
Übrig blieb eine Gruppe jagdfreundlicher bzw. gleichgesinnter Menschen, "die Freude an der Natur und an der Hege sowie Bejagung des Wildes in freier Wildbahn haben". So steht es in den Statuten und daran hat sich in den 70 Jahren nichts verändert.
Man traf sich fortan zu monatlichen Jägerabenden im Hinterzimmer des ehemaligen Gasthauses Fuchshuber am Wieserfeldplatz. Als Mitgliedsbeitrag wurde zunächst 1 Schilling pro Monat festgelegt. Gründungsobmann war ein gewisser Johann Mayrhofer (1876 - 1949), ehemaliger Vizebürgermeister von Steyr und Abgeordneter zum Nationalrat in den 1920er Jahren.

Nach dem Tod des Herbergsvaters Johann Fuchshuber übersiedelte der Klub 1955 ins Gasthaus Franz Mayr, Griemühle. In den folgenden Jahren erlebte der Klub eine wahre Hochblüte. Der Mitgliederansturm war so groß, dass man sogar eine Aufnahmesperre in Erwägung zog. In jener Zeit sorgte der Klub auch für die mehrmalige Organisation und Durchführung eines gesellschaftlichen Großereignisses in Steyr: Dem Jägerball in den Casino-Sälen.

Im Jahr der Übersiedlung begann man auch mit der Jungjägerausbildung, die bis heute – neben der Pflege des jagdlichen Brauchtums sowie der regelmäßigen jagdlichen Weiterbildung der Mitglieder - zu den wichtigsten Aufgaben des Klubs gehört.
Der Jagdkurs des oberösterreichischen Jagdverbandes unter der Leitung von Rudolf Pressl ist für seine hohe Ausbildungsqualität weit über die Grenzen von Steyr hinaus bekannt. "Oberstes Ziel ist es, jagdlich Interessierte zu weigerechten Jägern zu erziehen", so Obmann Johannes Mayr.
"Der Jagdkurs dauert von November bis April. Vermittelt werden unter anderem theoretisches Wissen wie Wildkunde und jagdliches Brauchtum sowie ein praktischer Teil", so Pressl. Johann Weinwurm legte 2016 die Jagdprüfung ab. Der Grund, warum sich Weinwurm für die Jagd entschieden hat: "Es ist ein interessantes und neues Gebiet für mich. Man ist viel in der Natur unterwegs, hat mit Tieren zu tun und man lernt dabei Vieles dazu", so der Jungjäger. Weinwurm hat auch ein eigenes Revier. "Ein Revier gehört natürlich auch gepflegt. Es ist eine Herausforderung, bringt Aktivität und ist ein unendliches Betätigungsfeld."

Hubertusmesse in der Stadtpfarrkirche

Seit Beginn der 1990er-Jahre zieht es auch vermehrt Jägerinnen in die grüne Gilde - Tendenz steigend. "Bei unseren regelmäßigen Schießbewerben sind Damen immer ganz vorne in der Wertung zu finden", so Mayr.
Seine neue Heimat hat der Jagdklub seit 2006 in der "Gleinker Poststubn" Dort findet auch von November bis April der Jagdkurs statt. Neben dem jagdlichen Interesse engagiert sich der Klub auch in der Öffentlichkeit. So nehmen die Mitglieder unter anderem bei der Aktion "Steyr putzt" teil. Infos zum Jagdklub gibt es bei Johannes Mayr, Tel. 0676/72 76 112, johannes.mayr3@liwest.at
Sein Jubiläum feiert der Klub heuer unter anderem mit einer Hubertusmesse am Sonntag, 8. Oktober in der Stadtpfarrkirche Steyr. Beginn: 9.30 Uhr.
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