25.10.2017, 09:36 Uhr

Freie Plätze: Justizwache bietet sichere Jobs

Wiesner schätzt die Vielseitigkeit seines Berufs. (Foto: Auer)

Bei einer Zusage nach dem Eignungstest dauert die Ausbildung zum Justizwachebeamten ein Jahr.

GARSTEN. Peter Wiesner geht gerne ins Gefängnis. Zehn Jahre ist es jetzt fast her, als der heutige Revierinspektor – damals noch als Aspirant – seinen Dienst in der Justizanstalt Garsten antrat. Die Aufgaben an den Job sind über die Jahre mehr geworden – nach wie vor sind sie fordernd und anspruchsvoll. Oftmals wird der Beruf aber schlichtweg verkannt. „Die Frage ist nicht, was wir den ganzen Tag machen, sondern was wir nicht machen“, schmunzelt Wiesner.

Leben nach der Haft

In der Justizanstalt (JA) Garsten, die mit Graz-Karlau und Stein zu den „Big Playern“ des Strafvollzugs in Österreich zählt, ist neben der Untersuchungs- sowie der Strafhaft auch der Maßnahmenvollzug für geistig abnorme Rechtsbrecher einquartiert. Wer als Insasse nach Garsten kommt, hat eine Strafe von mindestens 18 Monaten bis hin zu lebenslänglich vor sich. Hauptaufgabe eines Justizwachebeamten ist die Bewachung und Abschließung der Insassen. Rundherum spinnt sich ein komplexes Netz aus verschiedensten Bereichen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen – nämlich den Insassen auf ein rechtschaffenes Leben nach seiner Haft vorzubereiten. Neben sportlichen und kulturellen Angeboten ist jeder Insasse zur Arbeit verpflichtet. Zig verschiedene Betriebe stehen dafür in der Justizanstalt zur Verfügung. Von der Arbeit ausgenommen sind Pensionierte oder solche, die durch ein ärztliches Attest nicht zur Abeit fähig sind.

Jetzt bewerben: Mehr als 20 freie Stellen

Neben der täglichen Durchsuchung der Hafträume sowie Insassen stehen häufig auch Überstellungen oder Ausfahrten aufs Gericht sowie ins Krankenhaus an. „Des Öfteren war ich im Operationssaal mit dabei“, berichtet Wiesner. Dass es in der Justizanstalt soviele Betriebe gibt – einen Bauhof, mehrere Küchen, einen Tischler, ... – macht die Arbeit als Wachebeamter zusätzlich abwechslungsreich. „Die Justizwache bietet einen sicheren Arbeitsplatz. Nach sechs Dienstjahren wird man außerdem pragmatisiert. In Garsten könnten wir auf der Stelle 20 neue Wachebeamte aufnehmen.“ Psychologen, Seelsorger und Sozialarbeiter stehen im Haus zur Verfügung. Und trotzdem: Erste Ansprechstation für Inhaftierte sind die Justizwachebeamten. Daher verlangt dieser Job nicht nur Gespür – man sollte auch gefestigt sein.

„Muss sich abgrenzen“

„Ich habe keine Angst in meiner Arbeit. Man versucht, Probleme durch Gespräche zu lösen“, so Wiesner. Die Gefahr müsse trotzdem jedem Exekutivbediensteten bewusst sein, und „es ist mitunter nötig, dass wir von unseren Einsatzmitteln und Dienstwaffen Gebrauch machen müssen.“ Die Justizanstalt verfügt über eine interne, speziell geschulte Einsatzgruppe, der etwa 20 Prozent der Justizwachebeamten angehören. „Ich glaube, jede Arbeit, die mit Menschen zu tun hat, ist manchmal nicht einfach. Und wir haben – wenn man so will – vielleicht das schwierigste Klientel. Unsere Insassen haben lange Strafen. Man lernt sich kennen, und muss sich abgrenzen.“

Der Weg zum Justizwachebeamten

Für die Bewerbung zum Justizwachebeamten muss eine Österreichische Staatsbürgerschaft vorliegen, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder Schulabschluss vorhanden, sowie ein Mindestalter von 18 Jahren gegeben sein.
Die Bewerbung erfolgt auf www.justiz.gv.at
Das Aufnahmeverfahren besteht aus schriftlichen Tests in Deutsch und Mathematik, einem körperlichen Eignungstest sowie einer Psychologischen Begutachtung. Verläuft das Aufnahmeverfahren positiv, absolviert man die einjährige Justizwachschule, die mit der Dienstprüfung endet.
Hier geht's zur Homepage der Justizanstalt Garsten.
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Ein Blick hinter Garstens Gitterstäbe
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