05.04.2017, 18:00 Uhr

Hundekot sorgt für Ärger: Viel Gackerl – nur nicht im Sackerl

Blasl säubert mehrmals täglich die Bahnhofsunterführung: „Wir kommen gar nicht mit dem Aufräumen hinterher.“ (Foto: Auer)

Vor allem in Losenstein ist die „Hundekacke am Dampfen“ ...

BEZIRK. Angst vor den Vierbeinern, Hundekot oder -sackerl, die dort zu finden sind, wo sie nicht sein sollten: Lange Zeit konnte man in Losenstein „befreit“ mit dem Hund spazieren gehen. Seit einigen Wochen werden die Stimmen gegen Hundebesitzer, die den Kot ihres Vierbeiners liegen lassen, immer lauter. Bernhard Blasl wohnt unweit der Unterführung am Losensteiner Bahnhofsgelände. Dort ist die Situation besonders schlimm: „Es gibt Tage, an denen gehe ich drei Mal herüber und jedes Mal mache ich ein Hauferl weg. Auch die Bauhofbediensteten schauen, dass es sauber ist, aber wir kommen gar nicht mit dem Aufräumen hinterher“, ärgert sich Blasl.

Auf Missachtung folgt Anzeige

Neben der Bahnhofsunterführung ist das Hundekot-Problem auch am Kirchenberg sowie auf der Burgruine Thema. „Auf der Ruine haben wir es eine Zeit lang mit Hundekotsackerl versucht, diese lagen dann aber überall herum“, so Losenteins Amtsleiter Wolfgang Zopf. Im Gemeindeblatt wurde mehrmals auf das Problem aufmerksam gemacht, geändert habe sich aber nichts. Jetzt will die Gemeinde mit Hinweistafeln einen Gang zulegen – auf diesen soll darauf hingewiesen werden, dass jede Verunreinigung zur Anzeige gebracht werden könne.

„Werden sehen, ob es hilft“

An beliebten Erholungsorten in Steyr habe man die Situation mit den Hundekot-Sackerl einigermaßen im Griff: „Die Au ist ohnehin ein Hotspot. Da kommen die Leute von überall her zum Spazieren, nicht nur aus Steyr. Anfang des Jahres wurden neue Sackerlspender aufgestellt. Wir haben dafür bewusst Standorte gewählt, wo es immer Probleme gibt. Wir werden sehen, ob es hilft“, erklärt Sigrid Kapeller vom Veterinäramt in Steyr.

Hundekot wird mitsiliert

Vor allem Landwirten ist der Hundekot ein Dorn im Auge, weiß Bezirksbauernkammer-Obfrau Edeltraud Huemer: „Es hat schon seine Berechtigung, dass sich Bauern über manche Hundehalter aufregen. Der Hundekot wird mitsiliert und fängt in den Ballen zu gären an. Das hat zur Folge, dass die Kühe weniger Milch geben, weil ihnen durch die Verunreinigung weniger Futter zur Verfügung steht. Im schlimmsten Fall können die Kühe sogar Fehlgeburten erleiden.“

Regeln beachten

Das Land Oberösterreich rät, fünf Spielregeln zu beachten, die ein Zusammenleben zwischen Mensch und Hund verbessern sollen:
Sachkundenachweis:Jede Person, die nach dem 1. Juli 2003 einen neuen Hund angemeldet hat, muss einen allgemeinen Sachkundenachweis erbringen.
Leinenpflicht beachten: Im Ortsgebiet besteht Leinen- oder Maulkorbpflicht, zusätzliche Hinweisschilder beachten.
Hundekot entfernen: Wer einen Hund Gassi führt, muss die Exkremente seines Hundes unverzüglich beseitigen und ordnungsgemäß entsorgen.
Verlässlichkeit: Hunde dürfen nur von Personen gehalten werden, die das 16. Lebensjahr vollendet haben und dem Verständnis der "Verlässlichkeit" entsprechen.
Hundesteuer: Diese geht an die Hauptwohnsitzgemeinde und ist Pflicht.
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