02.02.2012, 00:00 Uhr

Stadtbetriebe GmbH will am freien Markt agieren

Geschäftsführer Harald Rammerstorfer (li.) und Personalchef Gregor Eiblwimmer mit den neuen Logos, die in Zukunft das CI der beiden neuen Firmen bestimmen werden.

Sechs Teilbereiche – Gas, Wasser, Bestattung, Abfall, Busse und Kunsteisbahn und Stadtbad – umfasst das neue Unternehmen

Seit 1. Jänner sind die Stadtwerke aus dem Magistrat ausgegliedert und in der Stadtbetriebe Steyr GmbH neu definiert. Für Kunden und Mitarbeiter ändert sich vorerst nicht viel.
STEYR (kai). „Man weiß aus Erfahrung aus anderen Städten wie zum Beispiel Linz, dass Unternehmen, wenn man sie ausgliedert, sich anders entwickeln, als wenn sie im Magistratsverbund bleiben. Als GmbH können wir uns dem Wettbewerb stellen und am freien Markt besser agieren“, sagt Harald Rammerstorfer, Geschäftsführer der neuen Stadtbetriebe Steyr GmbH (SBS). Trotz der Ausgliederung bleibt das Vermögen in der Stadt Steyr, die als Eigentümerin im Hintergrund fungiert.
„Wir sind an viele Vorschriften nicht mehr gebunden und können betrieblicher handeln“, erklärt Rammerstorfer den Vorteil der Ausgliederung. Verschiedene Entscheidungen werden jedoch auch weiterhin von der Politik beeinflusst. „Über die Tarife beispielsweise für das Stadtbad oder die Eiskunstbahn entscheidet weiterhin der Gemeinderat. Was die Preise für den Stadtbus betrifft, da sind wir sowieso an die Vorgaben des Verkehrsverbunds gebunden“, sagt Vizebürgermeister Willi Hauser.
Innerbetrieblich verspricht der neue Geschäftsführer keine gro-ßen Veränderungen. „Mein Motto ist Evolution statt Revolution. Es wird keine großen Umwälzungen geben. Aber wir werden versuchen, diese Wandlung für alle Beteiligten vertretbar zu machen“.
Arbeitsrechtlich ändert sich für die Mitarbeiter nichts. „Wir haben sämtliche Mitarbeiter mit allen Rechten und Pflichten übernommen. Das heißt, sie sind nach wie vor Vertragsbedienstete des Magistrats. Diese Regelung gilt auch für Mitarbeiter, die in Zukunft aufgenommen werden“, erklärt Hauser. Was sich verändert, ist die Unternehmenskultur. „Die Mitarbeiter werden nach und nach mehr Verantwortung und mehr Entscheidungsfreiheit bekommen. Es wird gewissse Richtlinien geben, aber wir werden nicht alles bis ins Detail regeln“, sagt Rammerstorfer. Aussuchen kann sich die GmbH ihre Mitarbeiter ab sofort selbst. „Gregor Eiblwimmer ist Personalchef der GmbH und für die Einstellung des Personals zuständig“, erklärt Rammerstorfer.

Kommunalbetriebe GmbH aus steuertechnischen Gründen
Sich am Markt zu positionieren, an Ausschreibungen zu beteiligen und Leistungen auch anderswo anbieten zu können, ist Ziel der neuen Firma. „Wir sind eine ganz junge Firma, aber ich denke, mittelfristig wird man es draußen merken, dass hier ein neuer Betrieb ist, der zwar 100 Prozent der Stadt gehört, sich aber aufstellt und bewegt wie ein Privatbetrieb“, blickt Rammerstorfer zuversichtlich in die Zukunft.
In Sachen eigenes Heizkraftwerk sieht es rechnerisch nicht rosig aus. „Wir glauben im Moment, dass sich ein Biomasseheizkraftwerk sehr schwer oder gar nicht rechnet. Was wir sehr wohl andenken, sind Projekte im Dienstleistungsbereich“, sagt Rammerstorfer.
Neben der SBS wurde aus steuertechnischen Gründen eine zweite GmbH, die Kommunalbetriebe Steyr, gegründet, in der jene Teilbereiche, die nur die Stadt Steyr nutzt, vereint sind.
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