19.10.2017, 20:33 Uhr

Volkshilfe OÖ macht auf Kinderarmut aufmerksam

Der Bezirksverein der Volkshilfe Steyr mit Vorsitzendem Gerald Angerbauer. (Foto: Volkshilfe OÖ)
STEYR. Am Dienstag, 17. Oktober, dem "Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut", rückte die Volkshilfe Oberösterreich das Thema „Kinderarmut“ ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Im ganzen Land waren die einzelnen Bezirksvereine in der Öffentlichkeit präsent. In Steyr war Bezirksvorsitzender Gerald Angerbauer am Stadtplatz präsent. Neben Informationen zum Thema, wurden Gutscheine verteilt, die für die insgesamt 17 Volkshilfe-Shops in ganz Oberösterreich gültig sind.
Kinderarmut in Österreich? Das ist kein Märchen. 350.000 Kinder und Jungendliche bis 19 Jahre sind in Österreich von Armut betroffen oder ausgrenzungsgefährdet. „Das Beseitigen von Kinderarmut ist für die Volkshilfe daher Kernthema und zentrales Anliegen“, sagte der Bezirksvorsitzende der Volkshilfe in Steyr Gerald Angerbauer.
Die Vorsitzenden hatten sich mit ihren Teams jeweils bei den Volkshilfe Shops in ihren Bezirken positioniert und führten viele Gespräche mit Passanten. „Die Schere zwischen Arm und Reich darf nicht noch weiter auseinander gehen – Gerechtigkeit und Solidarität müssen uns allen ein Anliegen sein“, sagt Volkshilfe-Landesvorsitzender Michael Schodermayr.
Armut schließt Kinder konkret von zentralen kindlichen Lebensbereichen aus: 116.000 armutsgefährdete Kinder leben in Haushalten, die es sich nicht leisten können, auf Urlaub zu fahren. Rund 35.000 Kinder können es sich nicht leisten, jeden 2. Tag Fisch, Fleisch oder eine vergleichbare vegetarische Speise zu essen. 220.000 Kinder wohnen in feuchten und schimmligen Zimmern. 164.000 armutsgefährdete Kinder leben in einem Haushalt, in dem es finanziell nicht möglich ist, unerwartete Ausgaben zu decken.
Eine zentrale Forderung der Volkshilfe am 17.10. war jene nach einer Kindergrundsicherung. Damit wird jedes Kind als Träger eines eigenen Rechtsanspruchs anerkannt und ein Beitrag zur Chancen- und Teilhabesicherung aller Kinder geleistet. Vorschlag: 573 Euro pro Kind und Monat. (sächliches Existenz-Minimum plus Betreuung). Die Kindergrundsicherung soll alle bisherigen Einzelförderleistungen ersetzen und ist als Erweiterung der Familienbeihilfe gedacht.
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