27.01.2012, 11:48 Uhr

„Ich war nicht immer einfach“

Paradepolitiker Gerhard Bremm – mit Abschiedsgeschenken. Foto: Thöne

Vizebürgermeister Gerhard Bremm hat als Motor in der Steyrer Politik viel bewegt

Gerhard Bremm (63) ist ein Sozialdemokrat wie er im Buche steht. Aber kein aktiver mehr. Nach zwanzig Jahren Kommunalpolitik zieht sich der Steyrer Vizebürgermeister in die Pension zurück.

STEYR (sth). „Es war nicht immer einfach, aber es waren schöne Jahre“, bilanziert Gerhard Bremm vor den versammelten Kollegen in der Gemeinderatssitzung am 19. Jänner. Zwanzig Jahre hat er sich mit Leidenschaft der Politik gewidmet und als SP-Stadtrat und Vizebürgermeister viele Anliegen und Aufgaben durchgezogen, darunter den Neubau der Stadthalle und des Amtsgebäudes Reithoffer.
Gemeinsam mit Hermann Leithenmayr war der gebürtige Dambachtaler im Februar 1990 in den Gemeinderat eingezogen. Beide wortgewaltig und kämpferisch, empfahl Leithenmayr seinem Parteigenossen, doch öfter etwas diplomatischer zu agieren. „Er hat ein bisserl Recht gehabt“, sagt Bremm rückblickend. „Ich war nicht immer einfach“, räumt der langjährige SP-Fraktionsobmann bei seiner Abschiedsrede ein. „Ich hatte immer den Ehrgeiz, Recht zu haben.“

Mann mit Handschlagqualität
Die hohe Wertschätzung Bremms bezeugt der lange Applaus aller Gemeinderatskollegen. Bürgermeister Gerald Hackl (SP) streicht in seiner Laudatio die sprichwörtliche Handschlagqualität seines Parteifreunds hervor und würdigt ihn als „Motor in der Steyrer Politik“.
Vizebürgermeister Gunter Mayrhofer (VP-Bürgerforum) verweist anerkennend auf Bremms Bodenständigkeit und dessen Stolz auf seine Wurzeln. Und: „Wir haben einige Sträuße ausgefochten, zum Schluss erfolgte immer der Handschlag.“ Ins selbe Horn stößt FP-Fraktionsobmann Roman Eichhübl, wie Bremm ein Gemeinderats-Urgestein. Kurt Apfelthaler (Grüne) nennt Bremm einen, der sein Leben im Sport gelebt habe und – im positiven Sinn – von seiner Ideologie geprägt gewesen sei.

Mit 90 noch Ski fahren
Für die Pension hat sich Gerhard Bremm viel vorgenommen. Er wird zahlreiche Ehren-Spitzenämter behalten, darunter beim ASKÖ, ARBÖ und dem Verein der Freunde der Schwimmschule, sowie auf Reisen gehen, vorzugsweise im Wohnmobil. Vorerst steht eine Fernreise auf dem Programm. Eines seiner persönlichen Ziele sportlicher Natur lautet: „Ich möchte mit Neunzig noch Ski fahren.“
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