17.07.2017, 10:55 Uhr

"Die Liga ist um einiges stärker geworden"

Harald Molterer hat in Dietach alles fest im Griff und sagt von sich selbst: "Ich bin ein Perfektionist". (Foto: Krenn)

Die zweite Saison ist immer schwieriger - das gilt auch für die Union Procon Wohnbau Dietach. Letzte Saison sensationell als Aufsteiger Vizemeister in der Landesliga Ost, befindet sich die Mannschaft heuer in einem Umbruch. Chefcoach Harald Molterer spricht im Interview über Ziele, das "Wir-Gefühl" der letzten Saison, stärker werdende Konkurrenz und einen jahrelangen Prozess, den er nun im Erwachsenenfußball als vollendet sieht.

Was sind die kurzfristigen bzw. langfristigen Ziele? Sind sich Vereinsführung und Trainer dabei einig?
Molterer: Unsere Vision ist Dietach wieder dort hinzubringen, wo man schon einmal war. Also in der OÖ-Liga zu spielen und gleichzeitig für die jungen, talentierten Spieler eine Mannschaft zu haben, die auch in einem Kampfmannschaftsbewerb spielt. Das sind die grundsätzlichen Vorstellungen. Eine zweite Mannschaft ist die ideale Plattform für junge Spieler. Der Großteil unserer aktuellen Mannschaft, also 6 oder 7 Spieler, kommen aus dieser Zeit, wo Dietach in der OÖ-Liga gespielt hat und eben diese Spieler haben für die Zweite in der 2. Klasse Ost gespielt. Jetzt sind sie Leistungsträger in der Landesliga.

Welche persönlichen Ziele und Visionen hast du?
Meine Vision ist die Mannschaft jedes Jahr so vorzubereiten, dass es in der Liga spannend wird und zwar nach oben hin. Fakt ist, das zweite Jahr ist immer schwieriger, denn der Schwung der Hype des Aufstiegs ist weg. Darüber hinaus haben wir viele Neue und die Mannschaft muss neu geformt werden. Und mit den zwei OÖ-Liga Absteigern ist die Liga insgesamt wieder um einiges stärker geworden.

Wie bist du mit den Rahmenbedingungen bei der Union Dietach zufrieden?
Langfristig gehört sicher in der Infrastruktur etwas gemacht. Zum Beispiel gehört bei den Kabinen etwas gemacht. Der Platz ist in Ordnung.

Hat es dich überrascht als Aufsteiger bis zum Schluss um die Meisterschaft mitzuspielen?
Das interessante an der Geschichte ist, dass wir durch die Relegation aufgestiegen sind. Wir Vizemeister sind und der Meister (Doppl-Hart) abgestiegen ist. Man sieht also das diese Liga sehr anspruchsvoll ist. Für uns als Aufsteiger war das natürlich Neuland. Am Anfang haben wir uns erst an das Tempo gewöhnen müssen. Ziel war es eigentlich nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben und ein einstelliger Tabellenplatz. Das es für so weit vorne gereicht hat war grundsätzlich überraschend.

Man hat sich also sehr schnell akklimatisiert?
Es war von Anfang an klar, dass wir eine gute Mannschaft haben. Was aber hinzukommt ist, dass wir für die anderen Teams ein unbeschriebenes Blatt waren. Das wird heuer anders, also wesentlich schwieriger. Besonders daheim haben wir Top Ergebnisse eingefahren. Einen Großteil der Punkte konnten wir zu Hause auf Kunstrasen einfahren, dass ist eine zusätzliche Waffe gewesen. Durch einen frühen Trainingsstart konnten wir unseren Vorteil auf Kunstrasen voll ausnutzten und jedes Training voll durchziehen.

Lag das auch an der Einstellung der Mannschaft?
Natürlich liegt das auch an der Harmonie in der Mannschaft. Dieser unter Anführungszeichen "11 Freunde" oder "Einer für Alle" Gedanke war auf jeden Fall da.

Wer ist der Hauptkonkurrent um den Aufstieg?
Schallerbach und Sankt Martin.

Sankt Martin verpflichtete die Hoti-Brüder aus der Regionalliga. Deine Meinung?
Ja. Das sagt eigentlich alles. Auch von Schallerbach weiß man, die wollen mit aller Macht den Wiederaufstieg. Aber nicht nur. Auch Sankt Magdalena hat sich gut verstärkt. Pregarten hat einen absoluten Hype durch die Fusion. Naarn ist immer eine Unbekannte. Aber Top Favoriten sind die zwei Genannten.

Wurde die Marschroute "Meistertitel" bereits ausgegeben?
Noch nicht. Das ist noch offen. Es könnte vielleicht noch eine Überraschung am Transfermarkt kommen.

Christian Lichtenberger hat man an den SK Vorwärts Steyr abgegeben. Wie sehr schmerzt das?
Naja den "Lichti" können wir natürlich nicht ersetzen, der hat Qualitäten die Andere nicht haben. Ich glaube für ihn ist es wichtig den nächsten Schritt in seiner Karriere zu machen. Er fügt sich da oben schon ganz gut ein, aber wir haben auch andere gute Spieler abgegeben. Wie Ileli und Göksin. Also muss man sagen, dass ein Umbruch innerhalb der Mannschaft stattfindet.

Mit Daniel Ruttensteiner musste man auch den Co-Trainer ziehen lassen...
Ein junger, talentierter Trainer, der eben auch den nächsten Schritt gemacht hat. Das ist für mich auch nachvollziehbar. Als mich Ronny Brunmayer gefragt hat, was ich von ihm halte, habe ich ihm Daniel natürlich empfohlen. Ich komme aus dem Nachwuchs und der Entwicklung und ich sehe meine Aufgabe auch hier in Dietach darin Spieler weiterzuentwickeln. Ich habe den Großteil der Spieler schon im Nachwuchs betreuen dürfen und jetzt im Erwachsenenfußball schließt sich der Kreis. In gewisser Weise die Vollendung von dem was wir damals angefangen haben.

Allerdings gibt es auch einige Neuzugänge...
Ich bin absolut zufrieden mit unseren Transfers. Es sind jetzt nicht wirklich die klingenden Namen. Staudecker war ein passabler Regionalligist und ist sicher eine Verstärkung. Von Scherhammer halte ich sehr viel, aber man muss abwarten wie sich das entwickelt. Dass Merkinger ein guter Fussballer ist darüber brauchen wir nicht zu reden. Huemerlehner ist auch für mich noch ein unbeschriebenes Blatt, hat allerdings jahrelang in der OÖ-Liga gekickt. Mit Mayrhofer haben wir noch einen jungen Stürmer geholt. Das ist ein Goalgetter und ich bin überzeugt, dass er auch für uns Tore erzielen wird. Das sind alles Leute, die einen Bezug zu Dietach haben und das macht uns aus.

Räumst du dem Aufsteiger USV St. Ulrich Chancen ein die Klasse zu halten?
Es wird sehr schwer. Doch vielleicht können sie den Schwung des Meistertitels mitnehmen. Für uns ist es nett, weil wir wieder ein Derby haben. Man muss schauen wie sich der neue Trainer zurechtfindet. Da für mich Rakowetz einen großen Anteil am Aufstieg hatte.

Vielen Dank für das Gespräch.
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