20.03.2017, 07:28 Uhr

3,1 Millionen Euro für Arbeitnehmer im Bezirk erkämpft

Das Jahr 2016 war in Oberösterreich geprägt von traurigen Rekorden: Die Arbeitslosigkeit stieg weiter und die Arbeitszu-friedenheit rutschte zwischenzeitlich auf ein nie dagewesenes Tief. Der Zukunftsoptimismus der Arbeitnehmer/-innen brach dramatisch ein. Verstärkt wurde dieser Trend durch eine unnötige Standortdebatte namhafter Unternehmer und deren Interessenvertretungen.

All das spiegelt sich auch in der Beratung und Vertretung durch die AK Oberösterreich wider: Die Beschäftigten kommen oftmals nur zur Rechtsberatung und verzichten aus Unsicherheit und Angst um den Job darauf, ihre Ansprüche auch einzufordern.

Insgesamt suchten im vergangenen Jahr 301.809 Menschen persönlich, telefonisch oder per E-Mail Rat und Hilfe bei der AK Oberösterreich. Den Schwerpunkt bildeten mehr als 205.000 arbeits- und sozialrechtliche Beratungen (inklusive Lohnsteuerberatung), Gleichbehandlungsbera-tung und Beratung bei Insolvenzen. Rund 11.800 Rechtsakte wurden von den Experten/-innen der AK im vergangenen Jahr bearbeitet, mehr als 8.100 Rechtsfälle abgeschlossen.
Dabei wurden fast 45 Millionen Euro erstritten. Nimmt man die Erfolge in Insolvenzrechtssachen dazu, wurden in ganz Oberösterreich fast 77 Millionen Euro erkämpft.

Rat und Hilfe in der AK Steyr
39.326 Mitglieder hat die Arbeiterkammer in den Bezirken Steyr-Stadt und Steyr-Einzug. Ihnen stehen die Expertinnen und Experten AK Bezirksstelle Steyr mit Rat und Hilfe zur Seite. Im vergangenen Jahr wandten sich insge-samt 8.779 Personen mit arbeits- und sozialrechtlichen Fragen an die Ex-pertinnen und Experten der AK Steyr. Vor allem die telefonische Rechtsbe-ratung hat sich wieder bestens bewährt: Dem Großteil der 5.901 Anrufer/-innen wurde sofort geholfen. Zu einem persönlichen Beratungsgespräch sind im Vorjahr 2.775 Arbeitnehmer/-innen in die Bezirksstelle Steyr ge-kommen.

Zusätzlich haben die Bildungsexperten/-innen der AK Oberösterreich in der Bezirksstelle Steyr 66 persönliche Bildungsberatungen durchgeführt.

Kompetente Beratung bis vor Gericht
Bei vielen Arbeitsrechtsproblemen ist es mit der Beratung nicht getan. Die AK muss bei den Arbeitgebern intervenieren, und wenn das nichts bewirkt, vor Gericht gehen, um den Arbeitnehmern/-innen zu ihrem Recht zu verhel-fen. Mehr als 87 Prozent der Rechtsfälle betreffen Firmen ohne Betriebsrat.
Durch außergerichtliche Interventionen hat die AK Steyr für Arbeitneh-mer/-innen aus der Region im Vorjahr 95.604 Euro an vorenthaltenem Entgelt erkämpft. Durch Rechtsvertretung vor dem Arbeitsgericht waren es 340.123 Euro.
Die Hauptgründe, warum die AK für ihre Mitglieder in Arbeitsrechtsfragen vor Gericht gehen muss, sind vorenthaltenes laufendes Entgelt, gefolgt von Differenzen um die Endabrechnung bei der Beendigung von Arbeitsverhält-nissen sowie fristwidrige Kündigungen und ungerechtfertigte Entlassun-gen. Selbst nach einem rechtskräftigen Urteil ist keineswegs sicher, dass bezahlt wird. In einigen Fällen kommen die Arbeitnehmer/-innen nur zu ihrem Geld, wenn die AK ein Exekutionsverfahren ankündigt oder einleitet.
Kampf um Invaliditätspension und Pflegegeld
In Sozialrechtsangelegenheiten erstritt die AK Steyr im vergangenen Jahr 1,903.012 Euro. Dabei ging es hauptsächlich um Pensionsansprüche und Pflegegeld.
Zusätzlich wurden 2016 für 107 Arbeitnehmer/-innen aus der Region, die von einer Insolvenz betroffen waren, 816.988 Euro durchgesetzt. Insgesamt sind im Vorjahr in den Bezirken Steyr-Stadt und Steyr-Einzug 22 Betriebe in den Konkurs geschlittert.
Mehr als 3 Millionen Euro erkämpft
In Summe hat die AK Steyr 2016 an arbeits- und sozialrechtlichen Ansprü-chen sowie an Forderungen nach Insolvenzen für ihre Mitglieder Zahlungen von insgesamt 3,060.124 Euro erreicht.
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