20.10.2017, 12:58 Uhr

Volles Haus bei Vortragsreihe am FH Campus in Steyr

Die Referenten (Foto: FH OÖ)

Unternehmen wie Rosenbauer, Josko und Ikea sprachen über Auswirkungen des digitalen Zeitalters.

STEYR. Die Studiengänge „Marketing und Electronic Business“ und „Digital Business Management“ der FH OÖ Fakultät für Management luden am gestrigen Donnerstag bereits zum zwölften Mal zur Vortragsreihe unter dem Motto ‚Erfolgreiche E-Business-Lösungen in der Praxis‘ – mit vollem Erfolg, wie der übervolle Hörsaal MAN mit rund 250 TeilnehmerInnen zeigte. ExpertInnen von renommierten Unternehmen wie Rosenbauer, Josko und Ikea sprachen über die Auswirklungen des digitalen Zeitalters und gaben wertvolle Einblicke in die Praxis.

Ein Hörsaal voll mit Besuchern, renommierte Vortragende und eine spürbar gute Stimmung. Unter diesen Voraussetzungen eröffnete Gerald Petz, Leiter des Bachelorstudienganges „Marketing und Electronic Business“, den Abend: „Es freut uns sehr, dass wir auch heuer wieder so hochkarätige Referenten für die Veranstaltung gewinnen konnten. So können wir den Teilnehmern und Teilnehmerinnen spannende Einblicke in die digitale Welt bieten“.

Antworten auf die Frage, ob der stationäre Handel noch Zukunft hat, gaben die innovativen Inhalte in den Vorträgen der ExpertInnen. Veranschaulicht wurden diese durch Beispiele aus dem Unternehmensalltag als auch durch kürzlich gewonnene Studienergebnisse. Vorgestellt wurden auch neue Technologien - wie Emotion Analyzer oder Augmented Reality - die eingesetzt werden, um dem digitalen Zeitalter gerecht zu werden. Dominierende Themen am Vortrags-Abend waren die Verwendung digitaler Kanäle im Handel, mögliche Wege ins eCommerce aber auch rechtliche Grundlagen.

FH OÖ Campus Steyr – Digitale Marktplätze

Harald Kindermann (Professor für Marketing) und Gerald Petz widmeten sich in ihrem Vortrag dem Überleben des stationären Handels und digitalen Marktplätzen. „Viele Kunden informieren sich zuerst online, lassen sich dann das Produkt im Store vorführen, kaufen es aber dann in unserem Online-Shop“, erklärte Kindermann. „Dieser Benutzertyp wird in Zukunft im e-Commerce immer mehr an Bedeutung gewinnen“. Die Ergebnisse einer Studie, in der 1.200 KonsumentInnen befragt und zahlreiche Testkäufe durchgeführt wurden, und auch mögliche Lösungsansätze wurden diskutiert. Besonders geschätzt wurden von den Kunden eine gute Beratungskompetenz im Fachhandel.

IKEA Möbelvertrieb OHG – Herausforderungen der digitalen Transformation

Über die Herausforderungen der digitalen Transformation beim schwedischen Möbelkonzern Ikea referierte Sebastian Knisch, Programmmanager im Bereich Multichannel Transformation, bei Ikea Austria. Ikea hat sich vor rund zehn Jahren als einer der ersten Möbelhändler im Netz positioniert und prägt seither den Multichannel-Handel in Österreich. „Unser Ziel ist die Sicherstellung eines einheitlichen Brand-Auftritts - unabhängig davon, wo (im Store oder online) uns der Kunde begegnet. Es gibt kein ‚Entweder-Oder‘. Sondern es ist ein ganz klares ‚Beides‘ ‘“, so Knisch in seinem Vortrag. Ebenfalls von ihm erläutert: Was die Veränderungen des digitalen Zeitalters für die Stores bedeuten und wie IKEA den Bedürfnissen des multioptionalen Kunden gerecht wird. Erreichen will man das durch die Agilität in vielen Unternehmensbereichen, so Knisch. Der Ikea-Webshop, die Ikea-App und Social Media gehören zum digitalen Repertoire des Unternehmens.

JOSKO Fenster und Türen GmbH – Digitale Transformation in der Kaufentscheidung

Jürgen Jungmair, Bereichsleitung Marketing bei Josko Fenster & Türen und Absolvent der FH OÖ in Steyr, berichtete über die Herausforderung, dass sich in einer offlinebasierten Branche die Kaufentscheidung durch das digitale Zeitalter verändert. Auf solche Veränderungen müsse mit neuen Workflows und definierten Kommunikationswegen reagiert werden. „Wichtig im digitalen Sektor ist es, sich Dinge zu trauen und neue Ideen auszuprobieren“, betonte Jungmair. „Innovation und Emotion sind die Basis zur Differenzierung.“

Rosenbauer International AG – Digitale Community

Einblicke, wie das Community Management bei Rosenbauer aufgebaut wurde, gab Patrizia Findeis (Head of Digital Marketing der Firma Rosenbauer): „Eine entscheidende Rolle spielen hierbei sogenannte Markenbotschafter, welche als FachexpertInnen nahe am Kunden/an der Kundin und am Produkt sind und somit authentische Einblicke geben können“, führte Findeis in ihrem Vortrag aus.
Durch den Coorporate Blog mit über 20 Markenbotschaftern – alles Mitarbeiter der Firma Rosenbauer - wird ein hoher Grad an Individualität erreicht, so Findeis. Sie betonte: „Rosenbauer zeigt, dass auch Industrieunternehmen eine starke Community haben können, von der beide Seiten profitieren. Das resultierende Feedback für die Weiterentwicklung der Produkte und Innovationen zu nutzen, ist dabei sicherlich die Meisterklasse, welcher sich Rosenbauer gerne stellt.“

SCWP Schindhelm Rechtsanwälte – EU-Datenschutz-Grundverordnung

Michael M. Pachinger von SCWP Schindhelm Rechtsanwälte hielt als ideale Ergänzung einen Vortrag über Auswirkungen der neuen Datenschutz-Grundverordnung auf das Online-Marketing.
Dieses Gesetz, gültig ab Mai 2018, ist ein neues zwingendes Regelwerk für die gesamte Europäische Union. Es bringt gravierende Änderungen für Unternehmen als Datenschutz-Verantwortliche mit sich. Zentrale Themen sind u.a. die Speicherung von Cookies oder auch die geschäftliche Verwendung von Bildern.

Bei einem Punkt waren sich die ExpertInnen einig: Wichtig sei die Verbindung von stationärem und digitalem Markt. Und, dass die beiden einander nicht ausschließen. Auch Allianzen und Kooperationen mit anderen Anbietern seien wichtig, um sich gegenseitig im Handel zu stärken.

Zum ersten Mal wurden heuer - im Rahmen der Lehrveranstaltung ‚ Social Media Marketing‘- via Live-Stream die Vorträge auf die Facebook-Seite des Studiengangs Marketing und Electronic Business (MEB) übertragen. Durch den Abend führte mit viel Charme und Humor Herbert Mayrhofer von viennaspeakers. Auch die vielen Fragen des buntgemischten Publikums wurden durch die Vortragenden ausführlich beantwortet. Das Event war somit auch dieses Jahr wieder ein voller Erfolg. Im Anschluss an die Vorträge wurden alle zum kulinarischen Networking eingeladen.
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