07.10.2014, 08:00 Uhr

Vorreiterrolle mit papierloser Patientenakte

Von links: Ärztllicher Leiter Primar Michael Berger, Monika Stacherl, Projekt- und IT-Leiterin, Irmtraud Ehrenmüller, Geschäftsführerin des Krankenhauses Sierning. (Foto: Schwerpunktklinikum Sierning)

Seit 21. Juli 2014 ist das Papierarchiv des Krankenhauses Sierning „eingefroren“.

SIERNING. Das Krankenhaus Sierning, Oberösterreichs Schwerpunktklinikum für ältere Menschen, hat bei der Einführung der elektronischen Patientenakte eine Vorreiterrolle übernommen. Es ist das erste Krankenhaus, das die vollständige Digitalisierung umgesetzt hat. Erfolgt ist diese bereits am 21. Juli.

Vor allem die Patienten profitieren
Jetzt können alle medizinischen und therapeutischen Befunde und Maßnahmen in Echtzeit im gesamten Haus abgerufen werden. Die Zwischenbilanz sieht erfreulich aus. „Die Umstellung hat den bürokratischen Aufwand verringert. Damit bleibt sowohl in der Pflege als auch in der Therapie und ärztlichen Betreuung mehr Zeit für die Patienten“, erklärt Spitalsdirektorin Irmtraud Ehrenmüller.

Nachdem im Krankenhaus Sierning schon seit 2008 die gesamte medizinische und pflegerische Patientendokumentation ausschließlich elektronisch geführt wurde, folgte 2010 der Ausbau des Röntgenarchivs zu einem digitalen Multimediaarchiv. Seither werden alle Dokumente aus bildgebenden Verfahren (Röntgen, Gastroskopie, Sonographie, EKG ...) darin abgelegt und in der Patientensoftware K.I.S. (Krankenhausinformationssystem) angezeigt.

Papier hat ausgedient
Papier hat sowohl als Informationsmedium für den aktuellen Krankenhausbetrieb als auch zur Archivierung ausgedient. „Dabei hat sich die enge Zusammenarbeit zwischen dem Systemhaus Synedra, das auf die Datenarchivierung und -visualisierung spezialisiert ist, dem Softwareanbieter K.I.S. und unseren Abteilungen hervorragend bewährt“, erklärt Monika Stacherl, Projekt- und IT-Leiterin im Schwerpunktklinikum Sierning. Immerhin kam es in den knapp zwei Monaten, die seit der kompletten Umstellung auf papierlose Patientenakte vergangen sind, zu keiner Komplikation.

Unterstützung von der Belegschaft
Ohne die ambitionierte Unterstützung durch das Ärzteteam und der Mitarbeiter in Pflege, Therapie und Verwaltung wäre die Umstellung nicht möglich gewesen.
„Sie ist von den Führungskräften aller Abteilungen vorangetrieben und von allen Mitarbeitern vorbehaltlos unterstützt worden“, freut sich Direktorin Ehrenmüller, diesen Schritt als erstes Krankenhaus in Oberösterreich verwirklicht zu haben.
„Viele Kollegen, die zuvor in anderen Häusern gearbeitet haben, sind immer wieder verblüfft, wie sehr unsere papierlose Patientenakte die Abläufe erleichtert und so wertvolle Zeit spart,“ sagt Ehrenmüller.

Die Zeitersparnis führt Primar Michael Berger, der ärztliche Leiter, auch als entscheidenden Vorteil der kompletten Digitalisierung ins Treffen: „Das kostbarste Gut in jedem Spital ist die Zeit, die wir für unsere Patienten da sein können. Die papierlose Patientenakte hat uns viel von jener Zeit zurückgegeben, die uns die notwendigen Dokumentationspflichten geraubt haben.“

Das Sierninger Modell

Das Krankenhaus Sierning wird von der Kreuzschwestern Sierning GmbH geführt und ist eine Einrichtung der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz. Im Zuge der Gesundheitsreform 2005 wurde das Spital zu Oberösterreichs Schwerpunktklinikum für ältere Menschen ausgebaut. Bereits 2006 wurde zur Deckung des ständig steigenden Bedarfs eine Aufstockung der Kapazitäten auf 90 Betten beschlossen. Mit mehr als 4000 stationären und ambulanten Patienten pro Jahr erreicht Sierning eine Auslastung von praktisch 100 Prozent.
Das Durchschnittsalter der Patienten beträgt 80 Jahre. Nach rund 17 Tagen können diese in der Regel das Schwerpunktklinikum wieder verlassen und danach in den allermeisten Fällen (85 Prozent) wieder in ihrer gewohnten Umgebung leben. Dank hoch spezialisierter ärztlicher, pflegerischer und therapeutischer Teams sowie einer angemessen dimensionierten Medizintechnik sind diese medizinischen Leistungen im Schwerpunktklinikum Sierning pro Belagstag nur halb so teuer wie ein Krankenhaustag in einem allgemeinen Krankenhaus.

http://www.sierning.kreuzschwestern.at
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