13.11.2016, 10:56 Uhr

„Social Gold - No Name“ Soziales Gold Namenlos?

V.l.n.r.: A. Schönangerer, D. Hilgert, J. Angerbauer-Golhoff, K. Waltenberger, J. Hölldobler. (Foto: KollektivNN)

36.000 Namen, Firmen als gläserner Boden - spiegelverkehrt

STEYR, LINZ. Das Steyrer Künstler KollektivNN und das Linzer Textilkünstler Kollektiv biZZikletten schufen gemeinsam mit Johannes Angerbauer-Goldhoff eine interaktive Rauminstallation. „Zuerst kommt der Mensch“ wenn man die Galerie der Kunstschaffenden OÖ im OÖ Kulturquartier Linz betritt.

Erstmals seit 1997 sind hier goldene Relikte von der Empore des Design Center
Linz als Wandobjekte in vier Variationen zu sehen. 100 Relikte bilden eine
gläserne, begehbare Bodenfläche mit den Namen von 36.000 LinzerInnen.
Johannes Angerbauer-Goldhoff widmet sich in seinen Arbeiten der Materialität und ambivalenten Idealität des Elements Gold - des Goldbegriffs - und der an ihm haftenden Verflechtung in Menschheitsgeschichte und Gegenwart. Von 2. - 9. Oktober 2017 wird der Kunstprozess unter dem Titel „20 Jahre Goldene Empore“ im Linzer Design Center fortgesetzt.

Das KollektivNN, eine offenen Gruppe kunstschaffender und kunstaffiner
Menschen rund um die Oberösterreichischen NoNames Daniel Hilgert und
Andreas Schönangerer betrachtet Rezeption als schöpferisches Werk.
AusstellungsbesucherInnen, wie auch die, Objekt und Mensch umgebenden Räume, werden als Teil des Werkes verstanden.

Im Schaufenster der Galerie kniet der „Schaber“, ein lebensgroßes Abbild Goldhoffs. „Social Gold – No Name“ stellt auch eine Weiterführung der Ausstellung
„Goldene ZeitVerschiebung“ im Spätsommer diesen Jahres in Osnabrück dar.
Zur ZEIT: Kulturnacht besuchten über 1.4000 BesucherInnen die vorhergehende
Rauminstallation im Osnabrücker Kunst-Quartier. Interaktive Prozesskunst,
rekursive Zeitschleifen… Elemente daraus werden in Linz weiterbehandelt.

Ein NN Fluchtgedicht, gesprochen von Gabriele Deutsch kann durch Goldberührung gehört werden. In der Mitte des Raumes steht ein Bassin mit trübem Seifenwasser. Bei der Eröffnung wurde ein Kind aus Seife darin versenkt. Nach Auflösung und Trübe wird durch >AussalzenKernseife< darausgewonnen, und als Waschmittel feilgeboten. BesucherInnen können Unikat Kunstpostkarten auswählen und nach Osnabrück versenden.

Die biZZikletten sind Johanna Hölldobler und Karin Waltenberger. Ihre textile
Installation bezieht sich auf die Arbeit von Johannes Angerbauer und auf die
des KollektivNN. Getragene sehr klassische Kleidungstücke, werden von ihren
ursprünglichen Identitäten losgelöst. Durch Dekonstruktion werden die klassischen und uniformen Merkmale partiell aufgelöst, neu angeordnet und mit anderen Materialien verbunden. Divergente Eindrücke entstehen. Durch herauslösen der Farben erschien ein Goldschimmer...

Noch bis 23. November zu sehen und begehen.

Weitere Infos:
www.kollektivnn.com
www.bizzikletten.at

www.goldeneempore.com
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