11.10.2016, 11:38 Uhr

Vegan, vegetarisch oder doch mit Fleisch?

(Foto: Nick Freund - Fotolia)
GARSTEN. "Ist vegan zu sein 'in'? Eine provokante Frage, dies ist mir durchaus bewusst. Im Mai nahm ich an einer Fortbildung des VEÖs (Verband der Ernährungswissenschaftler) teil und hörte einen Vortrag des Ernährungspsychologen Thomas Ellrott, der genau dieser und weiteren Fragen auf den Grund ging", erklärt Ernährungsberaterin Gudrun Bertignoll.
Laut Ellrott leben wir in einer Welt, die schwer überschaubar ist. Wir sind auf der Suche nach Sinn, Identität und Orientierung. Früher war es wichtig, welches Auto ich fahre bzw. welchem Sportverein ich zugehöre. Heute spiegelt sich die Suche nach der Zugehörigkeit oft im Essverhalten wider. Mit Essen kann man eine bestimmte Haltung zeigen. Bin ich Vegetarier bzw. Veganer, dann wird dies oft mit den Attributen Selbstdisziplin, Engagement, Rücksichtnahme, Tierschutz … verknüpft. Ellrott sagt frech: Man ist ein „Bessermensch“. Vegetarismus/Veganismus gibt zudem vielen Menschen Halt in der Gemeinschaft. Es zeichnet sich laut Ellrott ab, dass der individuelle Ernährungsstil immer mehr zum Statussymbol wird.
Vegetarisch oder vegan zu essen ist „modern“ und Produktmanager haben längst das Umsatzpotenzial entdeckt. Somit kommen immer neue „vegane“ Würste und Co. auf den Markt. Genauer unter die Lupe genommen, sind diese allerdings in den seltensten Fällen eine „gesündere“ Alternative.
"Mehr Gemüse, Hülsenfrüchte und weitere pflanzliche Lebensmittel in den Speiseplan einzubauen ist aus meiner Sicht mehr als sinnvoll und notwendig", so Bertignoll. Gemüse mit all seinen (sekundären) Inhaltsstoffen ist schließlich zum Erhalt der Gesundheit unentbehrlich. Achtsam mit der Natur umzugeben, sich um das Wohl der Tiere zu sorgen und nicht wahllos Fleisch zu verzehren, sollte in der modernen Welt ein „selbstverständlicher Wert“ sein. Wichtig scheint Bertignoll hier der gegenseitige Respekt. "Egal welcher Ernährungsform – Veganer oder 'Fleischesser' – ich angehöre. Jeder Mensch hat das Recht, sich so zu ernähren, wie er es möchte und ohne sich dafür 'rechtfertigen' zu müssen."
Eine ausgewogene Ernährung hat längst nicht nur damit zu tun, ob tierische Produkte im Speiseplan enthalten sind oder nicht. Es kommt auf die Zusammenstellung der Lebensmittel, die Qualität der Lebensmittel, die Zubereitung und auf die Art, diese Speisen zu essen, an.www.gudrun-bertignoll.at
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