18.03.2016, 12:26 Uhr

Kreative Ideenfabrik „120 Sekunden“

Die Halbfinal-Teilnehmer Pascal Schulz (Mitte) und Markus Fleischanderl mit Juror Aichberger (li.).

Beim Casting in der WKO Steyr präsentierten kreative Erfinder ihre Geschäftsidee einer Jury.

STEYR. In nur 120 Sekunden eine Geschäftsidee vor einer strengen Jury zu präsentieren, ist nicht leicht. Acht Erfinder versuchten aber genau das vergangene Woche in der WKO Steyr. „120 Sekunden“ ist eine jährlich durchgeführte Aktion der BezirksRundschau und es sollen dadurch kreative Erfindergeister aus dem Bastelkeller gelockt werden.

Neuartiger Schneepflug

Der Jury, bestehend aus Felix Aichberger (Junge Wirtschaft), Walter Ortner (TIC Steyr) und Wolfgang Catel (Volksbank NÖ), gefielen drei Ideen so gut, dass sie Halbfinaltickets für die Endausscheidung am Mittwoch, 6. April, in der voest-alpine-Stahlwelt in Linz vergaben. Halbfinal-Teilnehmer Nandor Kemeny präsentierte einen Schneepflug für Traktoren mit schwenkbaren und vergrößerbaren Flügeln. Dem geringen Spritverbrauch und Widerstand des neuwertigen Produkts verdankt Kemeny sein Halbfinal-Ticket.
Gerald Iraschek aus Pfarrkirchen präsentierte mit seinem Hochbeet aus Steinkörben den Traum aller Frauen mit Garten: Das Beet kann zum Entleeren seitlich geöffnet werden, wird ergonomisch an die Körpergröße angepasst und besitzt neben einem sich selbst regulierenden Wassertank auch eine dauerhafte Schneckenabwehr. Auch die männliche Jury war begeistert von der Idee und ließ Iraschek prompt weiter ins Halbfinale. Gemeinsam mit seinem Studienkollegen stellte Pascal Schulz seine Geschenke-App vor. Dabei kann jeder seine eigene Wunschliste erstellen. Freunde können diese dann einsehen und einen kleinen Teil eines hochpreisigen Guts finanzieren. Um nicht mit leeren Händen auf der Party aufzutauchen, hatten die beiden auch eine Lösung parat und lösten dadurch das Halbfinal-Ticket für Linz. Auch die Ideen der restlichen Teilnehmer konnten sich sehen lassen: Das Spektrum war breit gefächert von bodenständig bis höchst technisch. Die Ideen reichten von Möbelstücken aus Abfallholz, einer Vorrichtung zum Trocknen von Mähgut, einer App mit Touristenprogramm der etwas anderen Art, bis zu einer Infoplattform für Frühstücksliebhaber.

Drei Tüftler in Linz dabei

„Es war ein spannendes Casting mit vielen sehr interessanten Ideen. Leider konnten nicht alle Teilnehmer weiterkommen – aber die drei Tüftler, die wir nach Linz schicken, haben durchaus das Potenzial, dort die Jury zu überzeugen und zu gewinnen“, ist sich die Jury einig. Auf die 120-Sekunden-Sieger warten Preise im Gesamtwert von 40.000 Euro.

„Sie treffen damit den Zahn der Zeit“

Auch die Jury zeigte sich mehr als angetan von den vielfältigen Ideen der Casting-Teilnehmer in Steyr: Da ich selbst Jungunternehmer bin, habe ich versucht, mich in die Bewerber hineinzuversetzen und deren Ideen auf ihre technische Umsetzbarkeit zu prüfen. Am besten gefallen hat mir die Idee mit der Geschenke-App. Die beiden Studenten treffen damit absolut den Zahn der Zeit“, sagt Felix Aichberger von der Jungen Wirtschaft Steyr Land.
„Mich faszinieren diese Menschen – sie machen unsere Region mit ihren tollen Geschäftsideen liebenswert und besonders. Besonders gefallen hat mir, dass so viele junge, gute und vor allem dynamische Ideen dabei waren. Man sieht, bei uns tut sich etwas, das passt“, so Juror Walter Ortner, TIC Steyr, nach dem Casting. Wolfgang Catel von der Volksbank NÖ prüfte die kreativen Ideen vor allem auf ihre Wirtschaftlichkeit: „Da ich aus der Finanzbranche komme, interessiert mich am meisten die finanzielle Umsetzbarkeit der Ideen. Die Ideen, die umsetzbar sind, haben wir auch weitergelassen. Vor allem die bunte Mischung aus bodenständigen und computergestützten Ideen aus der IT finde ich super.“

Weitere Infos gibt es auf bezirksrundschau.com/120sekunden.

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