Palaver und Niewiadomski zu Brexit

Ein durch Witz gespickter  Vortrag des Theologen Jozef Niewiadomski begeisterte die 350 SchülerInnen beim 8. TheoTag der Diözese Innsbruck.
  • Ein durch Witz gespickter Vortrag des Theologen Jozef Niewiadomski begeisterte die 350 SchülerInnen beim 8. TheoTag der Diözese Innsbruck.
  • Foto: Diözese Innsbruck/Weingartner
  • hochgeladen von Arno Cincelli

INNSBRUCK (kathpress). Zwei Innsbrucker Theologen äußerten sich in den vergangenen Tagen zum Austritt Großbritanniens in der EU, der Dogmatiker Jozef Niewiadomski sowie der Sozialethiker Wolfgang Palaver.
Für Niewiadomski ist der "Brexit" nicht zuletzt die Folge von "zahnlosen Identitäts-Debatten" über die "Seele Europas" in den vergangenen Jahren. Gewiss sei die Frage der wirtschaftlichen Situation das Hauptargument im Wahlkampf der vergangenen Wochen gewesen; es sei jedoch bezeichnend, dass die Frage der europäischen Solidarunion, die auf einer gemeinsamen Idee aufbaue, keine Rolle gespielt habe. "Gerade auch die Kirchen, die diese Idee in den letzten Jahren mit dem Begriff der 'Seele Europas' eingemahnt und in die Diskussion gebracht haben, wurden zuletzt immer nur belächelt." Dies räche sich jetzt, zeigte sich der Dogmatiker überzeugt.
Nicht durch Abschottung sondern nur durch mehr EU-weite Solidarität seien laut Palaver die aktuellen Herausforderungen der Globalisierung lösbar. Zugleich warnte er aber vor der Vorstellung eines "gleichgeschalteten europäischen Zentralstaats". Die Wirtschaft könne nicht der Kitt im Gefüge der EU sein, bekräftigte der Theologe und hielt dem das Prinzip der Solidarität entgegen. Darauf habe schon Papst Johannes Paul II. oft hingewiesen. "Wir können die Globalisierung nicht rückgängig machen. Aber wir müssen sie zu einer Globalisierung der Solidarität weiterentwickeln." Solidarität sei bisher aber nur in kleinen Räumen in den einzelnen Staaten verwirklicht. Sein Fazit: Die EU könne aus der "Brexit"-Krise gestärkt hervorgehen. "Es ist zwar eine fundamentale Krise, aber in ihr ist die Chance zu einer verbesserten EU zu sehen."

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