Papst grüßt PilgerInnen aus der Diözese Innsbruck: „Von Herzen segne ich euch und eure Lieben!“

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  • Foto: Diözese Innsbruck/Weingartner
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(dibk). Bei der Generalaudienz am Petersplatz richtete Papst Franziskus am 2. September persönliche Worte an die Tiroler Pilgergruppe.. Wörtlich hieß es: „Herzlich heiße ich die Brüder und Schwestern deutscher Sprache willkommen. Insbesondere grüße ich die Pilger der Diözese Innsbruck, die gemeinsam mit Bischof Manfred Scheuer anlässlich des 50-jährigen Diözesanjubiläums nach Rom gekommen sind. Die Begegnung mit dem Papst und die Erfahrung der Weltkirche auf eurer Wallfahrt mögen euch im Glauben und im Einsatz für das Evangelium bestärken. Von Herzen segne ich euch und eure Lieben.“

Nachklänge zu „50 Jahre Diözese Innsbruck“ und II. Vatikanisches Konzil vor 50 Jahren

380 PilgerInnen aus der Diözese Innsbruck reisen am Montag, den 31. August nach Rom. Begleitet werden sie unter anderem von Bischof Manfred Scheuer und Generalvikar Jakob Bürgler. Diese Reise ist ein bewusster Nachklang zu „50 Jahre Diözese Innsbruck“ und soll den Bogen über das Gedenk- und Jubiläumsjahr hinaus spannen. Gleichzeitig will man sich auch das II. Vatikanische Konzil, das vor 50 Jahren stattgefunden hat, in Erinnerung rufen (1962-1965).

Gottesdienst im Petersdom und Generalaudienz als Höhepunkte der Pilgerreise
Ein Highlight der Fahrt war am Mittwoch ein gemeinsamer morgendlicher Gottesdienst im Petersdom mit Bischof Manfred Scheuer und die anschließende Generalaudienz mit Papst Franziskus. Tirols Landeshauptmann Günther Platter stieß am Dienstag zur Gruppe und reihte sich in die Pilgerschar. Am Nachmittag stand noch ein Besuch des Päpstlichen Instituts S. Maria dell'Anima auf dem Programm.

Scheuer: Kirche wird auf Themen festgenagelt, die nicht zum Kern der Botschaft gehören

In seiner Predigt im Petersdom ließ Bischof Manfred Scheuer keine Zweifel offen, dass „Kirche, wie die Sonne, für alle da ist. Die Kirche ist durchwachsen von hohen Idealen und einem teilweise recht niederen Niveau an Nachfolge. In ihr geschieht Weitergabe des Glaubens; wir haben aber auch den Bruch von Tradition zu beklagen. Die Kirche ist eine gemischte Gesellschaft von Empörung und Gleichgültigkeit, von Jubel und Dank, von Motzen und Raunzen. In ihr finden wir geistliche Öde und Leerlauf, aber auch Tiefenbohrungen des Gebetes.“ Und Scheuer weiter zu den vielen Gegensätzen: „In der Kirche gibt es Sammelbewegungen der Gemeinschaft und der Solidarität in Ehe und Familie, in den Ortskirchen, aber auch eine Atomisierung der Einzelnen mit Tendenzen zum Egoismus und Narzissmus. Kirche ist ein Ort der Theologie und des Glaubenswissens. Sie wird aber in der gegenwärtigen medialen Landschaft auf Themen fixiert und festgenagelt, die nicht zum Kern der Botschaft gehören. Der Glaube wird auf die Ebene von Zahlen und Statistiken, von Banalität und Oberflächlichkeit gerückt.“ Und Scheuer zitiert aus der Dogmatischen Konstitution über die Kirche, Zweites Vatikanisches Konzil: „Die Kirche ist zugleich heilig und stets der Reinigung bedürftig, sie geht immerfort den Weg der Buße und Erneuerung.“

Franziskus: Ein familiärer Stil in den mitmenschlichen Beziehungen ist ein Segen für die Welt

Bei der Generalaudienz nahm Franziskus auf die aktuellen Konflikte Bezug und erwähnte insbesondere das Schicksal der verfolgten Christen im Nahen Osten, und er verurteilte den Handel mit Waffen: „Nein zu diesem Zerstörungswahn und jenen, die mit blutigen Waffen handeln. Waffen, an denen das Blut von vielen Unschuldigen klebt. Nie wieder Krieg, dieser Ruf aus unseren Herzen und aus denen all jener, die guten Willens sind, möge aufsteigen zum Fürsten des Friedens.“

In seiner Audienz-Katechese sprach der Papst über Glaube und Liebe in der Familie. „Wenn Jesus im Evangelium den Vorrang des Glaubens an Gott betont, findet er keinen bedeutenderen Vergleich dafür als die Liebe und Verbundenheit in der Familie. Zudem werden die familiären Bindungen durch die Erfahrung des Glaubens und der Liebe Gottes verwandelt und mit einem größeren Sinn erfüllt“, so der Papst.
Franziskus sprach in seinen Ausführungen insbesondere über die Rolle von Familien in modernen Großstädten: „Der Bund der Familie mit Gott ist heute aufgerufen, dem Vordringen der modernen sozialen Wüsten entgegenzuwirken. Unsere Städte sind zu Wüsten geworden. Es fehlt an Liebe und Lächeln. Es gibt viele Unterhaltungsmöglichkeiten, viele Möglichkeiten, die Zeit zu vertreiben und Spaß zu haben. Aber es fehlt die Liebe.“
Der Papst rief auf, aus den abgeschotteten "Türmen und Kammern, in denen die Eliten in den Metropolen sich verbarrikadiert“ haben, auszubrechen. Wenn sich die Zuneigung in der Familie in ein Zeugnis für das Evangelium verwandeln lasse, werde Unvorstellbares möglich, und man könne Gottes Wirken mit der Hand greifen, so Franziskus: „Das Lächeln einer Familie ist in der Lage, diese Wüste in unseren Städten zu besiegen. Das ist der Sieg der familiären Liebe. Verlieren wir nicht die Hoffnung. Wo es Familien mit Liebe gibt, sind sie fähig, mit ihrem Zeugnis für die Liebe das Herz einer ganzen Stadt aufzuwärmen.“

Dichtes Besichtigungsprogramm mit täglichem Gottesdienst

Bis Freitag. 4. September absolviert die Tiroler Pilgergruppe noch ein dichtes Besichtigungsprogramm in der Ewigen Stadt, das viele Klassiker enthält, darunter die Vatikanischen Museen, der Petersdom, die Basilika Santa Maria Maggiore und das Kolosseum.
Eine Jugendgruppe ist mit Diözesanjugendseelsorger Wolfgang Meixner in Rom unterwegs. Die Jugendlichen haben ihr eigenes altersgemäßes Programm. Sie stoßen fast täglich zu den Höhepunkten des Pilgerprogramms der übrigen Tiroler. Jeden Tag feiert die Gruppe mit dem Bischof einen gemeinsamen Gottesdienst, darunter Messfeiern in St. Paul vor den Mauern und Santa Maria in Trastevere.

Autor:

Arno Cincelli aus Innsbruck

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