DLR-Ausstellung »KOMETEN - Die Mission Rosetta« eröffnet in Wien

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DLR: Mittwoch, 9. Mai 2018
Ab 9. Mai 2018 präsentiert das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Naturhistorischen Museum Wien die Sonderausstellung »KOMETEN - Die Mission Rosetta. Reise zu den Ursprüngen des Sonnensystems«. Rosetta ist eines der komplexesten europäischen Raumfahrtprojekte und endete vor zwei Jahren. Die Ausstellung zeigt die Faszination Kometen und die Faszination der Mission mit ihren Stationen und Erkenntnissen.

"Die Mission stellt einen Meilenstein in der Erforschung dieser ungewöhnlichen und unvorhersehbar im inneren Sonnensystem auftauchenden kleinen Himmelskörper dar", erklärt Dr.-Ing. Walther Pelzer, Vorstand für das DLR-Raumfahrtmanagement. "Sie sind Zeugen aus der Zeit der Entstehung der Planeten vor viereinhalb Milliarden Jahren". In der Ausstellung, die das DLR gemeinsam mit der Max-Planck-Gesellschaft gestaltet hat, wird gezeigt, warum Kometen so faszinierend sind, vor allem aber, welch große Bedeutung sie für die Wissenschaft haben.

Bis zum 12. September können die Geschichte der Kometenforschung, Planung, Vorbereitung und Verlauf der Rosetta-Mission, vor allem aber die vielen Ergebnisse in Wort und Bild und anhand zahlreicher Exponate nachvollzogen werden. Gezeigt werden ein Modell der Rosetta-Raumsonde im Maßstab 1:4 sowie ein Modell des Philae-Landers und einiger Instrumente in Originalgröße. Hauptattraktion der Ausstellung ist eine etwa 4,3 mal 2,6 Meter große Wiedergabe des Kometen Churyumov-Gerasimenko mit all seinen Oberflächendetails im Maßstab 1:1000 - als Größenvergleich dient ein Umriss der Wiener Stadtmitte. Die Ausstellung hatte 2016/17 im Museum für Naturkunde Berlin ihre Premiere und wurde dort von mehr als 700.000 Besuchern gesehen.

Rosetta und Philae - längst Kultobjekte der Raumfahrt

Dr. Walther Pelzer weiter: "Wir freuen uns, dass wir die Ausstellung nun in Kooperation mit dem Naturhistorischen Museum Wien aktualisiert und in einem der bedeutendsten naturkundlichen Museen im deutschsprachigen Raum zeigen können. Die Kometenmission Rosetta hielt buchstäblich Europa und die Raumfahrtenthusiasten in aller Welt in Atem. Rosetta und Philae sind außerdem ein hervorragendes Beispiel europäischer Kooperation mit vielen hundert Wissenschaftlern, Planern, Ingenieuren und Technikern über gleich mehrere Jahrzehnte." Zwischen 2014 und September 2016 umkreiste der ESA-Orbiter den nur etwa vier Kilometer großen Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko auf seiner Bahn durchs innere Sonnensystem. Höhepunkt der Mission war am 12. November 2014 die Landung mit dem kleinen Modul Philae mit seinen drei "Spinnenbeinen" auf dem Schweifstern - das hatte es zuvor noch nie gegeben. Das Naturhistorische Museum in Wien hat eine der größten und schönsten Meteoritensammlungen der Welt und führt unter seinem Generaldirektor Professor Christian Köberl auf dem Gebiet der "kleinen Körper" des Sonnensystems bedeutende Forschungsarbeiten durch.

Große wissenschaftliche Fragen an einen kleinen Kometenkern

Die Idee, einen Orbiter und einen Lander zu einem Kometen zu schicken, wurde schon vor mehr als 30 Jahren geboren. Die Idee hinter Rosetta war, nicht nur einen kurzen Blick auf diese Himmelskörper aus den Anfängen unseres Sonnensystems zu werfen, sondern länger vor Ort zu bleiben - zu beobachten, wie der Komet auf seinem Weg um die Sonne aktiv wird und dabei Gas und Staub ins Weltall schleudert. "Diese kometentypischen Prozesse waren nicht ausreichend erforscht", sagt Dr. Ekkehard Kührt, Planetenforscher am DLR und zuständig für den wissenschaftlichen Anteil des DLR an der Mission mit Rosetta und Philae. "Kometen gelten als Zeitzeugen der Planetenentstehung, da sie ihre ursprünglichen Eigenschaften weitgehend erhalten haben - das wollten wir nutzen, um in diese frühe Zeit zu schauen."

Die Ziele - und auch die Premieren, die mit dieser Mission der europäischen Weltraumorganisation ESA vollbracht werden sollten - waren damit festgelegt: Zum ersten Mal sollte eine Raumsonde um einen Kometenkern kreisen und ihn auf seinem Weg um die Sonne begleiten, zum ersten Mal sollte mit dem Lander Philae ein Labor auf einem Kometen aufsetzen und dort Messungen durchführen. Näher konnte man einem Kometen nicht mehr kommen. Insgesamt 21 Experimente flogen mit Rosetta und Philae zum Kometen Churyumov-Gerasimenko: Die internationalen Wissenschaftler-Teams wollten fotografieren, hämmern, Staub einsammeln, den Kometen mit Radar durchleuchten - und unter anderem herausfinden, wie sich der Komet zusammensetzt, welche physikalischen Eigenschaften er hat, vor allem aber auch, wie er "funktioniert", wie er aktiv wird, und auch, ob Kometen einst Wasser und die Bausteine des Lebens auf die Erde brachten.

Die Auswertung wird noch Jahre in Anspruch nehmen

Rosetta startete am 2. März 2004. Zehn Jahre dauerte die Reise durch das Weltall, bei der die Sonde bei nahen Vorbeiflügen an Erde und Mars Schwung holte, unterwegs die Asteroiden Šteins und Lutetia fotografierte und schließlich sogar zweieinhalb Jahre im Winterschlaf auf Churymov-Gerasimenko zuflog. Am 6. August 2014 erreichte die Rosetta-Sonde ihr Ziel, am 12. November 2014 erfolgte dann mit Philae die erste Landung auf einem Kometen.

Die Resultate der Mission: Traumhafte Bilder von einem zerklüfteten, tiefschwarzen Kometen, der bei der Annäherung an die Sonne zunehmend ausgast und gewaltige Gasströme mit Kometenmaterial ins All schleudert. Das Wissen, dass Kometen keine "schmutzigen Schneebälle" aus lockerem Material sind, sondern eisige, poröse Staubbälle mit einer unerwartet harten Oberfläche. Und die Erkenntnis, dass Kometen wie Churyumov-Gerasimenko wohl doch nicht das Wasser auf die Erde gebracht haben. Im September 2016 wurden die Rosetta-Raumsonde und der Lander Philae zum Missionsende wieder vereint: Rosetta setzte in einem so noch nie vollzogenen Manöver sanft auf der Kometenoberfläche auf und machte in der letzten Annäherung noch bis zum Schluss spektakuläre Messungen. Orbiter und Lander reisen nun bis zum unvermeidlichen Ende des Kometen, der bei jedem Sonnenumlauf beträchtlich an Masse verliert, alle sechseinhalb Jahre um die Sonne. Unterdessen dauert die Auswertung der vielen Bilder und Messdaten noch an und wird viele Jahre in Anspruch nehmen. Und die NASA spielt sogar mit dem Gedanken, zu "67P" zurückzukehren, um Proben zu nehmen und zur Erde zu bringen.

KOMETEN als virtuelle Ausstellung

Wer keine Gelegenheit hat, die Ausstellung KOMETEN – Die Mission Rosetta. Eine Reise zu den Ursprüngen des Sonnensystems, vor Ort im Naturhistorischen Museum Wien zu besuchen, der kann über die DLR-App »KOMETEN« (kostenlos herunterzuladen im App im iTunes Store: https://itunes.apple.com/us/app/dlr-comets/id1363156480?platform=ipad&preserveScrollPosition=true&platform=ipad#platform/ipad&platform=ipad oder
bei Google Play:
https://play.google.com/store/apps/details?id=de.archimedes_exhibitions.dlr_comets einen virtuellen Rundgang in 3D durch die Ausstellung mit all ihren Text- und Bildinhalten machen, entlang aller Exponate und, als Höhepunkt, sich auch an das Kometenmodell in 3D heranzoomen und es aus allen Blickwinkeln betrachten.

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