Ocean Science Centre Mindelo vor Fertigstellung

Das Gebäude des OSCM (vorne) aus der Vogelperspektive. Den Entwurf für den Neubau lieferte der Architekt Pedro Gregório Lopes. Hinter dem Neubau das Gebäude des INDP.
  • Das Gebäude des OSCM (vorne) aus der Vogelperspektive. Den Entwurf für den Neubau lieferte der Architekt Pedro Gregório Lopes. Hinter dem Neubau das Gebäude des INDP.
  • Foto: Copyright Geomar: Filipe Mandl
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GEOMAR-Forschungsstation auf den Kapverden beginnt mit den Vorbereitungen für den wissenschaftlichen Betrieb

Geomar 30.05.2017/Kiel. Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit ist es so weit: Das Gebäude der neuen Forschungsstation des GEOMAR in der kapverdischen Hafenstadt Mindelo ist fertiggestellt. Nun können die Vorbereitungen für den wissenschaftlichen Betrieb des Ocean Science Centre Mindelo beginnen. Das Projekt ist eine Kooperation des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und des nationalen kapverdischen Fischereiforschungsinstituts INDP.

Die Kapverdischen Inseln vor der Westspitze Afrikas (gegenüber Senegal)
Mindelo Kap Verde
haben sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Standort der internationalen Meeresforschung entwickelt. Auf und vor den Inseln betreiben deutsche Einrichtungen Beobachtungsstationen für Ozean und Atmosphäre. Außerdem starten und enden zahlreiche Schiffsexpeditionen im Hafen von Mindelo, weil der tropische Atlantik eine Schlüsselrolle für die marine Biodiversität und für das globale Klima spielt.

Vor fünf Jahren hat das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel deshalb zusammen mit dem nationalen kapverdischen Fischereiforschungsinstitut INDP (Instituto Nacional de Desenvolvimento das Pescas) begonnen, in Mindelo eine feste Forschungsstation als Anlaufpunkt und Arbeitsplatz für kapverdische und internationale Arbeitsgruppen zu planen.

Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit ist das Gebäude des Ocean Science Centre Mindelo (OSCM) nun fertiggestellt und die zuständigen Baubehörden haben die erste Bauabnahme erteilt. „Jetzt können wir beginnen, den wissenschaftlichen Betrieb konkret vorzubereiten“, sagt Cordula Zenk, die am GEOMAR die Kooperation mit den Kapverden koordiniert.

Das neue Gebäude verfügt über eine Brutto-Grundfläche von mehr als 1700 Quadratmetern. Zentraler Bestandteil ist eine durchfahrbare Halle, in der auch schweres meereswissenschaftliches Gerät wie beispielsweise Tiefseeroboter und autonome Unterwasserfahrzeuge bewegt und gewartet werden können. Elektronik- und Mechanikwerkstätten schließen sich an die Halle an. Darüber hinaus bietet das Gebäude den Nutzerinnen und Nutzern mehrere Labore, Lagerräume für Geräte und Probenmaterial, Büros sowie Konferenzräume.

„Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 2,9 Millionen Euro, von denen das GEOMAR 2,6 Millionen übernommen hat“, sagt Prof. Dr. Peter Herzig, Direktor des GEOMAR. Die restlichen 300.000 Euro hat die Republik Kap Verde in das Projekt investiert, außerdem hat sie das Grundstück für das Gebäude zur Verfügung gestellt.

Das neue Zentrum in Mindelo wird die Logistik der Forschungsgruppen, die im tropischen Atlantik arbeiten, deutlich vereinfachen. „Bisher mussten wir Geräte nach einer Expedition zur Wartung nach Kiel oder in andere Heimatinstitute transportieren. Für die nächste Messkampagne haben wir sie dann wenige Monate später wieder Richtung Kap Verde verschifft. Bald können wir die Wartung vor Ort in Mindelo erledigen. Damit sparen wir erheblich Transportkosten“, erklärt der Meereschemiker Prof. Dr. Arne Körtzinger vom GEOMAR, „außerdem sind wir dann besser in der Lage, Forschungskampagnen durchzuführen und flexibler auf kurzfristige Ereignisse im tropischen Atlantik zu reagieren“.

Gleichzeitig soll das Ocean Science Centre Mindelo als Keimzelle einer verstärkten Kooperation mit Forscherinnen und Forschern aus Kap Verde und anderen westafrikanischen Staaten dienen. „Die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses aus der Region ist zentraler Bestandteil unserer Kooperation mit dem INDP. Das OSCM wird eine wichtige Plattform für die akademische Ausbildung sein“, sagt Cordula Zenk.

Nach der nun erfolgten Bauabnahme für das Gebäude müssen noch Feinarbeiten in den Innenräumen erfolgen, bevor das OSCM seinen für die zweite Jahreshälfte erwarteten Betrieb aufnehmen kann. Die offizielle Eröffnung ist im Rahmen einer internationalen Konferenz im November geplant.

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