Potsdam-China und zurück: „Wenn Klimaprojektionen heimkehren“

PIK-Hydrologe Tobias Conradt überreicht das Guanting Buch an Gao Jianwen von der „Haihe River Conservancy Commission“.
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PIK: 05.02.2018 - Chinas Guanting-Region ist von Trockenheit bedroht – wie Wasser und Land hier nachhaltig genutzt werden können, dazu hat mehrere Jahre ein deutsch-chinesisches Team unter Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) gearbeitet. Jetzt haben die Wissenschaftler ein Buch dazu veröffentlicht. Die Forscher haben dabei Computersimulationen zu Klimawandel und Wasserkreisläufen in Brandenburg für die Region Guanting angewendet. Mit dem Ergebnis, dass sie hierbei auch methodisch Neues über ihre Modelle lernen konnten – und dies nun wiederum nach Deutschland zurück tragen: ein Lernprozess über Kontinente hinweg. 

„Für die Region am Haihe-Fluss in Guanting war die Frage abnehmender Regenfälle besonders wichtig – deshalb haben wir uns diesen Aspekt in der bisher verwendeten Computersimulation nochmal neu angeschaut“, sagt Projektleiter Frank Wechsung vom PIK. „Es zeigte sich, dass Extremniederschläge eher zunehmen und die Hochwassergefahr in der Region nicht zurückgeht – und zugleich die Wasserknappheit in Trockenperioden ein ernstes Problem bleibt.“ Das zuvor eingesetzte STARS-Modell liefert weiterhin Informationen, um die Empfindlichkeit der Region gegenüber trockneren Sommern zu analysieren; es hatte aber insgesamt in zu großem Maß auf einen Rückgang der gesamten Niederschläge hingedeutet, wie die neuen Berechnungen zeigen. Die dem Modell STARS zugrundeliegenden Methodik wurde überprüft; partielle Schwächen mancher Annahmen und die daraus resultierenden Konsequenzen sind mittlerweile veröffentlicht.

Für die Forscher war dies Anlass, auch frühere Studien zu den ostdeutschen Flussgebieten Havel, Spree und Elbe neu einzuordnen und teilweise zu wiederholen. Die Analysen zeigen, dass der Niederschlagsrückgang im Sommer auf eine kürzere Zeit begrenzt bleibt und weniger umfassend ausfällt als gedacht. „Ein Rückgang der Niedrigwasserabflüsse wäre für das große Teile Ostdeutschlands entwässernde Elbegebiet immer noch zu konstatieren, er wäre aber weniger stark und würde dann vor allem durch die ansteigenden Temperaturen und den verminderten Schneespeicher in den Mittelgebirgen verursacht“, so Wechsung. „Wir sind froh, in diesem Punkt dazu gelernt zu haben.“

Weitere Informationen:

Frank Wechsung & Hans Joachim Schellnhuber (2018). Wenn Klimaprojektionen heimkehren: Ungewöhnliche Einsichten für deutsche Flüsse aus einer Klimawirkungsstudie für Pekings Guanting-Region, Kurzmitteilung 8S., publiziert durch PIK, [DOI: 10.2312/PIK.2018.001]. Link: https://doi.org/10.2312/PIK.2018.001

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