Trins
50 Jahre "Das letzte Tal"

So etwas wie die Dreharbeiten zu "The Last Valley" hat Trins niemals zuvor und auch danach nicht mehr gesehen.
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1969 war in Trins was los! Ein gewaltiges, internationales Filmteam hatte das Gschnitztal ausgesucht, um mit absoluter Starbesetzung einen Film zu drehen.

TRINS (tk). Manche "Mädchen" werden heute noch schwach, wenn sie 50 Jahre zurückdenken. Damals nämlich waren die Weltstars dieser Zeit, Michael Caine und Omar Sharif, in Trins zum Greifen nahe. "Das war eine riesen Sache", weiß auch TVB-Ortsobmann Jörg Covi, in dessen Elternhaus, dem Trinser Hof, die Schauspieler ebenfalls ein- und ausgingen. Nicht zuletzt deshalb interessiert sich Covi sehr für die Ereignisse von 1969 und hat schon vor längerer Zeit eine Infobroschüre zum Thema verfasst, aus der wir nachstehend einige interessante Auszüge schildern dürfen.

Unvorstellbar aufwändige Kulisse

Gedreht wurde die Produktion "Das letzte Tal" bzw. "The Last Valley" für die amerikanische Filmgesellschaft "ABC Pictures Corp.". Ein Jahr Vorbereitung und eine halbe Million Euro waren nötig, um beim "Krotenweiher" ein Dorf aus dem 17. Jahrhundert entstehen zu lassen. Neben allerlei Wohn- und Wirtschaftsgebäuden gab es dort eine Kirche mit einer echten Glocke, die täglich geläutet wurde. Wochen vor Drehbeginn wurden Pferde, Schafe, Hühner, Tauben u. v. a. m. in das "namenlose" Dorf gebracht, um den Tieren die Möglichkeit zu geben, sich einzuleben. Sogar eine der Trinser Mühlen wurde mit allem Drum und Dran in das Filmdorf übersiedelt.

100 Statisten mittendrin, statt nur dabei

Zu guter Letzt fanden sich Michael Caine, Omar Sharif, Florinda Bolkan, Nigel Davenport u. a. m. zu den Dreharbeiten unter der Regie von James Clavell ein. Insbesondere die rund 100 Komparsen aus dem Wipptal waren mit Sharif & Co. auf Du und Du und einige von ihnen wissen heute noch lustige Anekdoten zu berichten.
Immense Anstrengungen waren freilich auch in Sachen Infrastruktur nötig: So sorgte etwa eine Autoflotte von Land Rover für den Transport von Stars und Material. Der Trinser Schmied, Pepi Mair, beschlug die Filmpferde fachgerecht und es gab täglich englische Zeitungen – ausgetragen von Edi Strickner. Im Haus Saltuari war ein Schneideraum untergebracht, außerdem wurden eine eigene Küche und Kantine etc. für die 150 Mitwirkenden errichtet. Die Siedlung Galtschein wurde gar hinter Bundesheer-Tarnnetzen versteckt und auf den Straßen gab es eine Ampel, die beim Drehen (Action!) auf Rot schaltete.

Film wurde nie ein Hit

Ein Hit wurde der Film nie. Das lag aber nicht daran, dass er schlecht war, meint Covi: "Die Handlung war gut, die Besetzung hervorragend und die Landschaftsaufnahmen fantastisch. Aber es war wohl der falsche Film zur falschen Zeit." Genauer war 1969 gerade der Vietnamkrieg auf seinem Höhepunkt. Friedensbewegungen, Woodstock und "love and peace" waren eben für einen historischen Kriegsfilm nicht gerade förderlich.

Nur kurzzeitig Tourismusattraktion

Für Trins brachte der Film auf jeden Fall einen wirtschaftlichen Impuls. Die Einheimischen fanden Arbeit und verpachteten ihre Felder, Häuser und Wohnungen wurden vermietet und Hotels und Gasthöfe waren Tag und Nacht ausgelastet. An den Wochenenden gab es einen regelrechten Filmtourismus aus ganz Tirol – jeder wollte einmal "den Schiwago" in Echt sehen. Überlegungen, das Filmdorf als Tourismusattraktion zu erhalten, konnten leider nicht verwirklicht werden. Nachhaltigen wirtschaftlichen Nutzen konnte Trins aus dem Geschehen also nicht ziehen. Aber es war eine aufregende Zeit, an die sich viele Trinser, Gäste und vielleicht auch noch die vom Film gerne erinnern.

Zum Inhalt

Die Geschichte des Films schildert den Überlebenskampf einer Dorfgemeinschaft, die sich durch ihre Abgeschiedenheit von den Verwüstungen des Krieges fernhalten konnte. Doch eines Tages besetzten Söldner das Dorf und die Bewohner durchleben einen Winter – ihr Leben immer auf des Messers Schneide – abhängig von den Launen des Hauptmannes (Michael Caine) und der Diplomatie des Lehrers Vogel (Omar Sharif).
www.meinbezirk.at

Autor:

Tamara Kainz aus Stubai-Wipptal

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