Portrait
An Rückschlägen gewachsen

Sport war immer ein wichtiger Bestandteil in Gerhards Leben.
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  • Sport war immer ein wichtiger Bestandteil in Gerhards Leben.
  • Foto: Fotos: privat, Suitner
  • hochgeladen von Thomas Suitner

FULPMES (suit).Weder eine Erblindung noch eine Fußamputation nahmen Gerhard Schlaucher seinen Lebensmut.

Stehaufmännchen – mit diesem Wort kann man „Geggi“am besten beschreiben. Im Alter von dreieinhalb Jahren hat er sich beim Spielen mit Kalk beide Augen verätzt. Eines konnte gerettet werden, am Rechten blieb er blind: „Selbst hat es mich nicht gestört. Nur in der Schule wurde ich dafür gehänselt. Als jüngstes von sechs Kindern wusste ich mich aber immer zu wehren“, scherzt der Fulpmer. Der Verlust des Augenlichts auf einer Seite sollte aber erst der Beginn eines unfallträchtigen Lebens sein. Es folgte im Jugendalter ein Beinbruch und als er 17 war entdeckten Ärzte nach einer Armlähmung zusätzlich eine Rippe, die auf die Hauptschlagader drückte. „Geggi“, wie Gerhard genannt wird, musste sich einer Operation unterziehen, die durch die Nähe an der Lunge äußerst gefährlich war.

Schlimmer Sturz

Doch das sollte noch nicht alles sein! Mit 20 Jahren verletzte sich der heute 63-jährige als Beifahrer bei einem Motorradunfall schwer. Riss der Hauptschlagader beim Fuß, offener Oberschenkelhalsbruch, Hüftluxation, Schambeinbruch, offener Nasenbruch und Fingerfraktur waren das Ergebnis: „Nach drei Wochen Spitalsaufenthalt wollte man mir das linke Bein abnehmen. Schließlich konnte ich das Krankenhaus mit einer künstlichen Arterie verlassen. Mein Bein blieb dennoch ab dem Knie steif.“ Bei einem Schiunfall 1981 erlitt Gerhard, abermals beim linken Fuß, einen knöchernen Kreuzband-Ausriss. Doch er hatte Glück im Unglück. Nach drei Monaten wurde der Gips entfernt und er konnte plötzlich seinen Fuß wieder voll bewegen: „Sofort habe ich mir ein Rennrad gekauft“, blickt Geggi, der zeit seines Lebens ein passionierter Sportler war, zurück.

Arbeits- und Paragleitunfall

Aber wieder das Glück hielt nicht lange an. Bei einem Arbeitsunfall stürzte Gerhard vier Meter ab und brach sich beide Arme. 1997 verunglückte er beim Paragleiten. Doch der Stubaier gab nie auf und kämpfte sich wieder und wieder zurück. Immer öfter verschloss es ihm die künstliche Arterie, bis sein Fuß nicht mehr zu retten war: „2013 hatte ich innerhalb von zwei Tagen vier schwere Operationen und danach unerträgliche Schmerzen. Nach sechs Wochen war der Fuß schwarz und ich entschied mich dafür, ihn abnehmen zu lassen.“ Trotz dieses neuerlichen Schicksalsschlages ließ sich Geggi erneut nicht aus der Bahn werfen: „Tiefs hat jeder, aber ich habe nicht gehadert. Ich war vielmehr dankbar, dass ich mein Bein so lange behalten konnte. Außerdem habe ich das nicht so eng gesehen. Es ist ja keine Krankheit.“

Breite Unterstützung

Nach der Amputation hat ein guter Freund Gerhard mit einem E-Bike sehr geholfen: „Anfangs verwehrte ich mich dagegen, jetzt bin ich rund 2.000 Kilometer jährlich damit unterwegs.“ Mittlerweile kann der Fulpmer mit seiner Prothese auch Schifahren, Schitouren gehen und ist am Berg unterwegs. Nur bergab hat Geggi größere Beschwerden. Jammern will er aber trotzdem nicht. Zu seinem sonnigen Gemüt trägt auch der Rückhalt seiner beiden Söhne, Enkelkinder, Schwiegertochter, Verwandten und Freunde bei: „In der Klinik wurde ich bei einem Aufenthalt einmal gefragt, ob ich der Bürgermeister bin, weil ständig so viel Besuch gekommen ist.“ Vor allem war zu jeder Zeit seine Frau Gertrud eine große Stütze: „Vor schauen, nicht zurück, war immer mein Motto“, sagt sie. Und was ist das Lebensmotto von Gerhard? „Wenn du immer wieder Rückschläge im Leben hast, wächst du daran und kommst noch stärker zurück!“
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