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"Bauen mit Holz ist Klimaschutz": Fünf Fragen an Karl Schafferer

Karl Schafferer ist Vorsitzender von proHolz Tirol, Geschäftsführer von Schafferer Holzbau und unser Experte für den Themenschwerpunkt Holz.
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NAVIS (lg). Als Vorsitzender von proHolz Tirol und als Geschäftsführer von Schafferer Holzbau ist Karl Schafferer tagtäglich von Holz umgeben. Er ist leidenschaftlicher Vorkämpfer für den nachhaltigen Baustoff aus der Natur und beantwortete unsere Fragen. 

BEZIRKSBLÄTTER: Mit welchen Vorteilen punktet der Baustoff Holz?
KARL SCHAFFERER: Holzbauten verlängern den Kohlenstoffspeicher aus dem Wald. Jeder Kubikmeter verbautes Holz bindet eine Tonne CO2 langfristig, Holz schützt also unser Klima. Während andere Rohstoffe, die zum Bauen benötigt werden, immer knapper werden, wächst Holz laufend nach und ist ein hochentwickelter Baustoff und bedeutender Wirtschaftsfaktor. Immer mehr renommierte Architekten nutzen dieses Potential, auch weil es Vielfalt in die Gestaltung bringt und perfekt für die Vorfertigung geeignet ist, d.h. der Bau erfolgt lärm- und störungsarm und ist in kürzester Zeit errichtet. Außerdem hat Holz eine hohe Tragfähigkeit bei geringem Eigengewicht. Es riecht gut, fühlt sich gut an und sorgt für eine angenehme Atmosphäre und ein natürlich reguliertes Raumklima. Am Ende ihrer Lebensdauer können Holzhäuser einfach rückgebaut werden. Einzelne Bauteile können wiederverwertet werden. Was nicht mehr gebraucht wird, kann verbrannt werden. Dabei wird der beim Wachstum der Bäume gespeicherte Kohlenstoff wieder frei und der CO2-Kreislauf schließt sich.
BEZIRKSBLÄTTER: Holz erlebt einen Boom, ist das auch in der Region deutlich spürbar?
KARL SCHAFFERER:
Es ist auch in der Region spürbar, allerdings vielleicht nicht so stark wie in anderen Regionen.
BEZIRKSBLÄTTER: Welche „hölzernen“ Projekte stehen in naher Zukunft im Wipp-/Stubaital an?
KARL SCHAFFERER: Aktuell sind mir Leider keine größeren Projekte bekannt, aber vielleicht liegt das eine oder andere Projekt in der Schublade oder in ist vorerst noch in der Projektierungsphase.
BEZIRKSBLÄTTER: Sie führen „Schafferer Holzbau“ seit 1988, was sich seither im Holzbau verändert?
KARL SCHAFFERER: Es hat sich sehr viel verändert. Die Produktion und Fertigung hat sich zur Gänze in witterungsgeschützte Vorfertigungshallen verlegt. Durch die Digitalisierung werden genaue Arbeitsabläufe mit exakten CAD-Fertigungs- und Montageplänen definiert und zur CNC-Fertigung und Produktion weitergeführt. Viele neue Holzwerkstoffe eröffneten ein ganz neues Bauen mit Holz, z.B. unser "Schafferer natürlich Massivholzhaus" mit Brettsperrholz, welches vor zwanzig Jahren noch kaum jemand kannte. Heute bauen wir bis zu fünfgeschossige Wohngebäude damit.
BEZIRKSBLÄTTER: Was ist die größte Herausforderung für den Holzbau in Zukunft?
KARL SCHAFFERER:
Wollen wir den bis 2040 geforderten Klimawandel positiv beeinflussen, muss es auch im Bauen ein Umdenken vom nur „kurzfristigen wirtschaftliche Erfolgsdenken“ zu ökologischen, nachhaltigen und über den gesamten Lebenszyklus betrachteten Baukonzepten geben. Bauen mit Holz ist aktiver Klimaschutz, dies gilt es in der Gesellschaft zu etablieren.
www.meinbezirk.at

Autor:

Elisabeth Demir aus Stubai-Wipptal

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