Bezirksjägermeister fordert Umdenken

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Zur Halbzeit der Funktionsperiode zog der Tiroler Jägerverband eine positive Bilanz, forderte aber auch Dialog und Transparenz. Landesjägermeister Karl Berktold lobte seine rund 16.000 Mitglieder für ihre verantwortungsvolle Ausübung der Jagd. (Interessens-)Konflikte gibt es dennoch – Bezirksjägermeister Thomas Messner ist sicher, dass die Lösung dieser Probleme nur gemeinschaftlich erfolgen kann.

BEZIRK (tk). „Die Jäger haben alles unternommen, um die vorgeschriebenen Abschüsse zu erfüllen. Es gibt räumlich eingrenzbare, überhöhte Rotwildbestände, aber der Großteil der Tiroler Jäger nimmt seine Aufgaben geradezu vorbildlich wahr“, so Berktold.

Am Bemühen der Jäger mangelt es auch im Bezirk nicht, wie Messner dazu festhält: „Faktum ist allerdings auch, dass das sensible Rotwild in den letzten Jahren – nicht zuletzt wegen der überlangen Schusszeiten – einem ständig steigenden Jagddruck ausgesetzt war, was nicht ohne Folgen blieb. Das Wild tritt untertags kaum noch aus, wodurch die Bejagung massiv erschwert wird.“ Der Bezirksjägermeister gibt sich dennoch optimistisch: „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir bereits eine Trendwende herbeiführen konnten. Wurde beispielsweise bis 2004 dem richtigen Geschlechterverhältnis zu wenig Augenmerk geschenkt, so sollte durch eine verstärkte Bejagung des Kahlwildes mittlerweile die Umkehr zu einer nachhaltigen Bestandesreduktion geschafft sein.“

Von einem Wald-Wild-Konflikt will der Gschnitzer nichts wissen: „Den gibt es nicht! Das Problem besteht vielmehr in den unterschiedlichen Nutzungsinteressen, die das Waldökosystem mit den heimischen Wildarten zunehmend gefährden.“

Gemeinsames Vorgehen gefordert
Messner appelliert daher an den Sachverstand und die Vernunft aller Beteiligten. Er nimmt dabei auch die Politik in die Pflicht: „Die anstehenden Probleme zu lösen, kann nicht allein Aufgabe der Jägerschaft sein, es werden Politik, Forst- und Landwirtschaft, aber auch etwa die Tourismuswirtschaft ihren Beitrag zu leisten haben. Dabei sind Rücksicht, Einsicht und Augenmaß gefordert, es bedarf einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller für den Lebensraum unseres Wildes Verantwortlichen!“ Die Leistungen der Jäger hebt der Bezirksjägermeister jedenfalls lobend hervor: „Wir konnten unter denkbar schlechten Voraussetzungen extrem viel schaffen.“

Gesetzesnovellierung überflüssig
Der Tiroler Jägerverband macht gegen die geplante Änderung des Jagdgesetzes mobil. Auch Messner hält eine Novellierung für absolut entbehrlich. Landesjägermeister-Stv. Stefan Zelger erinnert daran, dass im Rotwildgutachten, das vom Land in Auftrag gegeben wurde, das Tiroler Jagdgesetz als bestes in Österreich bezeichnet wird. Sollte das Gesetz novelliert werden, erwartet man sich klare Verbesserungen und streicht jetzt schon hervor: „Die jagdethischen Grundsätze sind für die Tiroler Jäger nicht verhandelbar.“ Wenn etwa die Novelle dazu führen soll, dass Reviere auseinander gerissen werden, um kleinere Eigenjagdgebiete zu ermöglichen, dann sei das ein Rückschritt und nicht im Interesse des Waldes und des Wildes: „Die Jagd in Tirol darf nicht als Plattform für Gefälligkeitspolitik missbraucht werden“, brachte es Berktold auf den Punkt.

Mehr Bewusstseinsbildung
Und: Der Tiroler Jägerverband erwartet sich die volle Einbindung in die Vorbereitung der Novelle. Abschließend kündigte man an, mehr Bewusstseinsbildung betreiben zu wollen: „Verbote und Strafen nutzen nur wenig. Wir wollen mit Information und Bewusstseinsbildung für ein besseres Miteinander in der Natur sorgen und hoffen auf eine breite Unterstützung“, so Berktold.

Autor:

Tamara Kainz aus Innsbruck

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