Halbzeitinterview
Bgm. Peter Schönherr wird nicht mehr kandidieren

"Nicht nur Kompromisse" macht Bgm. Peter Schönherr.
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  • hochgeladen von Tamara Kainz

Seit 15 Jahren ist Bgm. Peter Schönherr als Ortschef von Neustift im Amt. Nach der laufenden Periode soll Schluss sein. Eine Zwischenbilanz.

NEUSTIFT (tk). Bgm. Peter Schönherr lenkt die Geschicke einer der politisch "schwierigeren" Gemeinden. Wir trafen den Neustifter zum "Halbzeitinterview".

BEZIRKSBLATT: Herr Schönherr, 27 Jahre im Gemeinderat, 15 davon als Bürgermeister. Stimmt es, dass Sie bei der Gemeinderatswahl 2022 nicht mehr als solcher kandidieren werden?
Schönherr:
Ja. Gemeindearbeit macht Freude, aber ich bin jetzt 62 Jahre alt und glaube, dann meinen Beitrag für die Allgemeinheit geleistet zu haben. Bis 2022 möchte ich aber noch regulär fertig machen. Wir haben noch viel zu tun.

Woran denken Sie dabei?
Es gibt einiges, das wir zumindest noch auf Schiene bringen wollen. Konkret, aber ohne Reihung: Das Freizeitzentrum braucht eine Nachfolge, wir haben dringenden Bedarf bei unserer Totenkapelle – wir haben ja keine Aufbahrungskapelle – und wir müssen schauen, dass wir eine sinnvolle Nachnutzung für unseren jetzigen Schulstandort herkriegen.

Was ist für das Freizeitzentrum angedacht?
Wir wissen zwar in etwa, wo die Reise hingeht – "Haus des Alpinismus" wäre so ein Schlagwort –, werden aber erst mit Agenturen Ideen entwickeln. Das Ergebnis soll Ende des Jahres vorliegen.

Dann gäbe es in Neustift kein Schwimmbad mehr.
Richtig, aber wir haben ein tolles Schwimmbad im Tal. Den Spagat müssen wir stemmen und ich hoffe, dass bei der Diskussion alle vernünftig sind.

Ganz vernünftig laufen die Debatten jedoch nicht immer ab.

Ich hatte nie eine absolute Mehrheit, aber das hat es auch spannend gemacht. Wir mussten viel Überzeugungsarbeit leisten. Das ist anstrengend, aber auf lange Sicht nicht schlecht, sonst wird man übermütig. Insgesamt ist das Klima im Gemeinderat zuletzt besser geworden.

Der neue Schulcampus zählte wohl zu den besonders schwierigen Projekten?
Ja. Aber wenn wir durch die neue Schule gehen, bin ich sicher, dass es nicht mehr viele Kritiker geben wird. Das Projekt ist inzwischen soweit abgeschlossen und abgerechnet, eingezogen wird zu Beginn des neuen Schuljahres.

Großvorhaben Ihrer Ära bildeten auch das Vinzenzheim und der Kreisverkehr.
Das Vinzenzheim ist ein Erfolgsmodell, ich bin total stolz, dass uns das so gut gelungen ist. Da haben wir auch einen langen Atem bewiesen. Auch die Einbahnregelung im Dorf hat sich gut bewährt und der Kreisverkehr funktioniert super. Vielleicht ist es manchmal wirklich so, dass die Leute erst im Nachhinein erkennen, dass etwas doch nicht so schlecht ist.

Was läuft noch gut?

Wir pflegen intensiven Kontakt innerhalb der Stubaier Gemeinden. Der Strategieprozess ist sehr wertvoll für unser Tal. Da haben wir einen Riesenschritt gemacht. Außerdem wurde viel Energie in die Sicherheit und in die Raum- und Bauordnung gesteckt. Solche Bemühungen finden nicht immer Aufmerksamkeit und Anerkennung. Und im Gemeindeamt sind wir sehr professionell aufgestellt.

Was lief nicht wunschgemäß?
Naja, es ist ja kein Geheimnis, dass ich mich persönlich stets für touristische (Winter-)Infrastruktur wie Lifte und Brückenschlag starkgemacht habe. Da bin ich sicher zum Teil gescheitert. Das muss ich wohl so zur Kenntnis nehmen.

Trotzdem ist viel passiert und in der Bevölkerung haben manche das Gefühl, der Schuldenberg wäre gewachsen. Ist dem so?
Das sind alles nur Vermutungen! Ich kann beruhigen: Wenn etwas in Ordnung ist, dann ist es der Haushalt. Klar kann man die Schule mit 26 Millionen nicht aus der Portokasse bezahlen, aber unterm Strich steht Neustift heute finanziell besser da als vor meiner Amtsübernahme. Natürlich könnte jeder Bürger das Budget einsehen, aber in der Regel kommt keiner.
www.meinbezirk.at

Autor:

Tamara Kainz aus Stubai-Wipptal

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