Stubai
Da und dort zuhause – mit Umfrage

Die Leiterin des Forschungsprojekts, Prof. Silke Meyer (Mitte) mit Fatma Arikan aus Fulpmes und Claudius Ströhle.
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  • Die Leiterin des Forschungsprojekts, Prof. Silke Meyer (Mitte) mit Fatma Arikan aus Fulpmes und Claudius Ströhle.
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FULPMES. Die vielschichtigen Beziehungen türkischer Migranten untersuchten Forscher der Uni Innsbruck am Beispiel von Fulpmes. Einladung zur Abschlussveranstaltung am Freitag!

Fulpmes stellt eine Besonderheit in der Integrationslandschaft des ländlichen Raumes dar. Nicht nur, weil rund ein Fünftel der Bevölkerung Migrationshintergrund hat – genauer sind es 800 der insgesamt rund 4.000 Einwohner. Die allermeisten von ihnen haben mit der Provinz Uşak im Westen der Türkei auch die selbe "alte Heimat". Die gleichnamige Stadt zählt heute 250.000 Einwohner, in der gesamten Provinz leben gut 350.000 Menschen. Zu Beginn der 1970er Jahre kamen von dort zahlreiche "Gastarbeiter" ins Stubaital, um hier in der eisenverarbeitenden Industrie tätig zu sein – und wirkten damit am wirtschaftlichen Aufschwung der Region mit.

Verbunden seit 50 Jahren

Viele der Menschen sind geblieben und haben in und um Fulpmes eine neue Heimat gefunden. Wie sich diese "transnationale Geschichte" in den 50 Jahren seit ihren Anfängen entwickelte, das ist Inhalt eines Forschungsprojekts der Europäischen Ethnologie an der Universität Innsbruck unter der Leitung von Prof. Silke Meyer.

"Die Idee war es, die Migration und die Re-Migration zwischen Fulpmes und Uşak und den damit einhergehenden Austausch zu untersuchen. Es ging uns nicht darum, Unterschiede aufzuzeigen, sondern die grenzüberschreitenden Verbindungen hervorzuheben", erklären die Mitarbeiter Claudius Ströhle und Fatma Arikan.

Vernetzten Alltag abbilden

Dafür wurden u. a. Interviews mit Mitgliedern der heute gut 300 im Tal lebenden, türkischstämmigen Familien geführt. "Wir haben sie gefragt, wo sie sich zuhause fühlen und wie sie ihre Zukunft sehen", verrät Meyer. Die Professorin und ihr Team haben sich insgesamt drei Jahre Zeit genommen, um die vielfältigen Beziehungen zu durchleuchten. Dabei kam ihnen freilich auch eher Unerwartetes unter: So gehören beispielsweise Stubaier Messer in den türkischen Küchen zum Standardrepertoire. Und manche Wohnhäuser in Uşak zeigen erkennbaren Einfluss des Tiroler Baustils.

Projekt-Abschlussveranstaltung

Wer nun neugierig geworden ist, wie es in Uşak aussieht und was dort gegessen wird, der kann im Rahmen der Abschlussveranstaltung kommenden Freitag, den 28. Februar um 19 Uhr im Fulpmer Gemeindesaal den Projektberichten lauschen, Bilder sehen und am tirolerisch-türkischen Buffet auch gleich auf kulinarische Entdeckungsreise gehen. "Alle Interessierten sind herzlich eingeladen – Vorbeischauen lohnt sich", versprechen Meyer, Ströhle und Arikan.
www.meinbezirk.at

Die Leiterin des Forschungsprojekts, Prof. Silke Meyer (Mitte) mit Fatma Arikan aus Fulpmes und Claudius Ströhle.
Autor:

Tamara Kainz aus Stubai-Wipptal

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