Stubai-Wipptal
Flechten: Extreme Mischwesen

Bartflechten gedeihen nur in guter Luftqualität.
  • Bartflechten gedeihen nur in guter Luftqualität.
  • Foto: K. Herzer
  • hochgeladen von Tamara Kainz

STUBAI/WIPPTAL.Die Schutzgebietsbetreuung „Stubaier Alpen-Wipptal“ informiert in unserer Serie über die vielfältigen Partnerschaften im Lebensraum des Waldes.

Flechten haben viele unterschiedliche Erscheinungsformen: harte Krusten auf Felsblöcken, filigrane Bärte an Zweigen uralter Bäume oder raue Krusten an Baumstämmen. Ihre Farben gehen quer durch die Palette. Viele Flechtenarten enthalten immunstärkende und antibakterielle Bestandteile, manche starke Gifte. Und sie besiedeln so gut wie alle Landlebensräume. So findet man sie auf Wetterseiten von Bäumen, am Boden, auf Totholz, auf Schupfendächern und Heuschobern oder unter Vogelhorsten. Beim Geotag der Artenvielfalt des Jahres 2018 wurden allein in den Eulenwiesen bei Gleins 98 unterschiedliche Flechtenarten gefunden.

Alleskönner

Was ist das Geheimnis dieser vielfältigen Alleskönner? Flechten werden durch eine Lebensgemeinschaft zwischen einem Pilz und einer Alge gebildet, auch Bakterien beteiligen sich an dieser Gemeinschaft. Der Pilz bildet den „Wohnort“, also die Wuchsform und das äußere Erscheinungsbild. Die Alge sorgt für die Nahrung. Von seiner Umgebung benötigt die Flechte nur Kohlendioxid, etwas Feuchtigkeit und Sonnenlicht. So kann sie auch extreme Lebensräume wie etwa nackten Fels im Hochgebirge besiedeln. Die Temperaturen erreichen hier in der Sommersonne bis über 50 Grad Celsius, die UV-Strahlung ist dementsprechend hoch. Im Winter ist das Gestein eisbedeckt, Schnee dunkelt die Flechte lange Monate ab. Unter solchen Bedingungen stellt die Flechte ihren Stoffwechsel auf ein Minimum ein und ihr Wachstum auf null. Weiterwachsen ist erst angesagt, wenn die Bedingungen wieder besser sind. Auf diese genügsame Weise können Flechten ein Alter von bis zu 1000 Jahren erreichen.
Text: K. Herzer
www.meinbezirk.at

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