Dammwild in Navis gerissen
"Hirsch Liesl war fast wie ein Kind"

Tochter Bianca mit der zutraulichen Liesl und ihrem Jungen.
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  • Tochter Bianca mit der zutraulichen Liesl und ihrem Jungen.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Tamara Kainz

Wieder Risse in Navis – die Verzweiflung ist groß.

NAVIS. Es war ein grausliges Bild. Vier tote Dammhirsche entdeckte Reinhard Schafferer am Donnerstagmorgen im Gehege in St. Kathrein. Der gerufene Amtstierarzt tippte "mit großer Wahrscheinlichkeit" auf einen Wolf oder einen Goldschakal – die genauen Untersuchungen sind noch im Laufen.

"Keine Zukunft"

Es ist nicht das erste Mal, dass Tiere vom Gratlhof einem Beutegreifer zum Opfer fielen, berichtet Rita Schafferer: "Auf unserer Bergweide wurden vor zwei Jahren schon vier Schafe gerissen. Und jetzt die Hälfte unserer Dammhirsche. Ich überlege ernsthaft, mit der Landwirtschaft aufzuhören. Mein Hobby bereitet mir keine Freude mehr. Schlimmer noch: Wir sind ständig in Angst. So macht das keinen Sinn mehr. Dieses Leid will ich nicht mehr mitansehen müssen. Keine Entschädigung kann diese Verluste ersetzen."
Besonders tragisch im aktuellen Fall: Unter dem getöteten Wild waren auch Liesl und ihr Junges – ein Dammhirsch, der Familie Schafferer besonders ans Herz gewachsen ist. Liesl wurde von Hand aufgezogen und war äußerst zutraulich. "Liesl war fast wie ein Kind. Sie hat uns aus der Hand gefressen und ist mit uns spazieren gegangen", erzählt Rita Schafferer. "Da tut man sich so viel an und hat so eine Gaudi und dann das. Andererseits wird gegen den Wolf nichts unternommen, obwohl so viel passiert!"

Unweit der Siedlung

Auch Bgm. Lukas Peer fühlt mit der leidenschaftlichen Bäuerin: "Ein Wahnsinn! Die Risse fanden in der Nähe des Siedlungsbereichs mit Kindergarten und Kirche statt. Die Politik hat wirklich größten Handlungsbedarf!"

Zur Sache

"Derzeit liegen der Behörde aus dem betreffenden Gebiet in Navis keine Meldungen über weitere Ereignisse und Sichtungen vor, die auf die aktuelle Präsenz eines großen Beutegreifers hinweisen", ließ das Land Tirol am Freitag in einer Presseaussendung dazu wissen. Die Bevölkerung wird gebeten, Beobachtungen zu melden. Dafür steht auch auf der Homepage des Landes ein eigenes Sichtungsformular zur Verfügung. Das Land Tirol geht nicht nur allen gemeldeten Rissen, sondern auch Spuren, Sichtungen und Beobachtungen nach.

Lesen Sie dazu auch, wie sich der Kampf gegen den Wolf in Navis gestaltet -> hier.
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