Eisenbahnfan
In über 80 Jahren um die halbe Welt

Günther Klebes auf einer seiner zahlreichen Exkursionen.
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  • Günther Klebes auf einer seiner zahlreichen Exkursionen.
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Ein deutscher Sammler hat eine alte Ansichtskarte mit Blick auf den Bahnhof Brenner ersteigert – der Anbieter stammt aus Israel.

ERLANGEN/BRENNER (red). Im Zeitalter von Facebook und WhatsApp, Instagram und Twitter scheint die gute alte Ansichtskarte nur noch etwas für Traditionalisten zu sein. Oder für Sammler wie Günther Klebes. Der 70-jährige Franke liebt alte Postkarten, genauer: solche mit eisenbahnhistorischen Motiven aus dem deutschsprachigen Raum. Seine jüngste Errungenschaft ist eine Ansicht mit Blick auf den Brenner-Bahnhof mit dem Gasthof Kerschbaumer. Gedruckt wurde sie um 1935 von einer Firma in Innsbruck.

Sammler aus Leidenschaft

„Ich bin bei einer luxemburgischen Internet-Auktion auf die Karte gestoßen und habe mir gesagt: Dieses Stück vom Brenner muss ich haben“, erzählt der Rentner, der in Erlangen zu Hause ist. Ansichtskarten, die Züge und Brücken in der Region zeigen, gehören schon länger zu seiner rund 600 Exponate umfassenden Sammlung. Aber so eine Landschaftsansicht von der österreichisch-italienischen Grenze fehlte bisher noch.

Wunschkarte gab’s zum Schnäppchenpreis

„Erstaunlich fand ich auch, dass der Anbieter eine Adresse in Israel hatte“, erklärt Klebes. Weil er der einzige Bieter war, konnte er die Wunschkarte zum Schnäppchenpreis von gerade einmal zwei Euro erwerben. „Das ist eigentlich viel zu billig“, kommentiert der Käufer. Normalerweise wäre er bereit gewesen, dafür bis zu fünf Euro auszugeben; denn es war eine selten angebotene Karte. Diesen Preis zahlte er aber dann doch, da noch das Porto für einen eingeschriebenen Auslandsbrief dazu kam. Es gebe aber auch Philokartisten, die einen zweistelligen Betrag für eine Ansichtskarte hinblättern würden.

Wie die Karte nach Israel kam, ist unklar

Wie das gute Stück von Tirol bzw. dem Wipptal nach Israel gekommen ist, darüber kann der Sammler nur spekulieren. „Ob dahinter eine Auswanderung steht, oder einfach ein Bündel alter Postkarten nach einer Haushaltsauflösung an einen Händler veräußert wurde, der die Karten über das Internet weiter vermarktet, weiß ich nicht“, sagt Klebes. Er hat sogar schon Karten aus Australien, Kanada oder Südafrika erworben.

Eigene Ausstellungen

Seine Sammelwut in Sachen Bahn-Postkarten ist übrigens kein Einzelfall: „Es gibt sogar eigene Ausstellungen für Eisenbahn-Philatelisten“, sagt Klebes und durchforscht das Internet schon wieder nach Exponaten wie beschriebener Ansichtskarte aus Tirol.

Hochzeitsreise mit Glacier-Express

Der 70-jährige Klebes sammelt nach eigenem Bekunden begeistert „alles, was mit der Bahn zu tun hat – außer echte Lokomotiven“. Bei ihm zu Hause stehen Modelle und historische Uniformmützen – die so genannten „Rotkäppchen“– neben zahllosen selbst geschossenen Fotos und Alben voll einschlägiger Telefonkarten und Briefmarken. Daneben arbeitete der Schulbusfahrer und dreifache Vater ehrenamtlich bei der Bahnhofsmission, als Hobby nennt er „Bahn fahren“, und selbst auf Hochzeitsreise ist er vor 35 Jahren mit dem Glacier-Express von St. Moritz nach Zermatt gefahren. Auch in Tirol war er schon mit der Bahn unterwegs – frei nach dem Motto: "Der Weg ist das Ziel!"
www.meinbezirk.at

Günther Klebes auf einer seiner zahlreichen Exkursionen.
Die ersteigerte Karte.

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