Fulpmes
Junge Gemeinderäte geben Gas

"Die Fulpmer Gemeindepolitik braucht frischen Wind", sind Manfred Witsch (l.) und Fabian Muigg (r.) überzeugt.
  • "Die Fulpmer Gemeindepolitik braucht frischen Wind", sind Manfred Witsch (l.) und Fabian Muigg (r.) überzeugt.
  • Foto: Kainz
  • hochgeladen von Tamara Kainz

Fabian Muigg und Manfred Witsch, beide 24 Jahre alt, sind seit 2016 im Fulpmer Gemeinderat vertreten und wollen für frischen Wind in der Rathausstube sorgen.

FULPMES (tk). Sie sind jung und politikaffin. Und sie wollen, dass sich in der Marktgemeinde mehr bewegt. Dafür engagieren sich Fabian Muigg und Manfred Witsch (Liste Gemeinsam für Fulpmes) tatkräftig. "Wir sind voll motiviert. Das hat anfangs einige verwundert bzw. sind wir damit durchaus auch angeeckt. Die Verjüngung, die durch uns eingeleitet wurde, ist aber sicher gut für das Dorf", ziehen die beiden ein selbstbewusstes Halbzeitresümee.

Verantwortung übernommen

Das allerdings aus gutem Grund. Muigg etwa, steht dem Bildungssausschuss vor und betreut das Großprojekt Kindergarten-Neubau. Wie im Herbst bereits berichtet, platzt der bestehende aus allen Nähten. Dem akuten Handlungsbedarf wird noch heuer Folge geleistet. Vergangenen Montag wurde zum Infoabend geladen. Im Grunde bleibt das Projekt so, wie ursprünglich anvisiert. Leichte Adaptierungen gab es hinsichtlich der Kosten: "Nach einer neuerlichen Schätzung rechnen wir mit einem Investitionsvolumen von 6,4 Millionen Euro. Wir wollen sicherheitshalber von der teureren Variante ausgehen, um nicht danach eine böse Überraschung erleben zu müssen", berichtet Muigg. Weggefallen sind die Rutschentürme. Laut Empfehlung des Planers sind diese wieder aus der Planung genommen worden, da sie "im Brandfall Gefahrenpotenzial" bergen würden. "Wir versuchen, das mit zusätzlichen Angeboten in den Bewegungszonen auszugleichen", verspricht Muigg, der auch mit den Anrainern in ständigem Kontakt steht: "Natürlich ist es auch unser Ziel, wie auch immer geartete Belästigungen während der Bauphase so gering wie möglich zu halten."

"Starter-Wohnungen" angedacht

Für die Nachnutzung des alten Kindergartengebäudes werden Muigg und Witsch – er ist Mitglied des Wohnungsausschusses – demnächst ein ganz neues Konzept auf den Tisch legen: "Wenn neu gebaut wird, muss man sich auch darüber Gedanken machen, was mit dem Altbestand geschehen soll", halten die beiden Jung-Gemeinderäte nicht ganz unkritisch fest. Ihre Idee wäre, im derzeitigen Kindergarten später so bezeichnete "Starter-Wohnungen" zu schaffen. Das Konzept, das im Osten Österreichs schon Erfolg hat, sähe so aus: Jungen Fulpmern und jungen Fulpmer Familien vorübergehend eine sehr günstige Wohnung zur Verfügung zu stellen, damit diese es trotz Mietkosten schaffen, für ein Eigenheim anzusparen. "Die Betonung liegt daher auch ganz klar auf dem Wort vorübergehend", halten Witsch und Muigg fest. "Die Wohnungen sollen nämlich nur für die Dauer von drei bis maximal sechs Jahre an eine Partei vergeben werden." Laut ersten Plänen würde der Kindergarten Platz für vier solcher Einheiten mit jeweils ca. 50 bis 90 qm bieten. Parallel dazu solle die Turnhalle erhalten bleiben – "Bedarf ist da" – und das Eltern-Kind-Zentrum "dortihn ziehen, wo es hingehört" – an den Bildungscampus.

Zur Sache

"Alles in allem läuft es gut", halten Fabian Muigg und Manfred Witsch etwa zum Klima im Fulpmer Gemeinderat fest. Sie konnten schon einiges durchsetzen bzw. neu strukturieren, mussten zugleich aber einsehen, dass sie die Gemeindepolitik nicht von heute auf morgen umkrempeln können. In diesem Zusammenhang gibt es einen Punkt, der ihnen besonders sauer aufstößt: "Bei vermeintlich kleineren Projekten gibt es immer wieder massive Kostenüberschreitungen. Das Defizit im abgelaufenen Haushaltsjahr betrug rund eine halbe Million Euro! Wir mussten Rücklagen einsetzen, um das Minus wieder auszugleichen." Als Beispiele nennt Witsch als Obmann des Überprüfungsausschusses den Punkt "Regenüberleitungsbecken Moosweg und Galtalm", für den 400.000 Euro veranschlagt wurden. Am Ende haben die Arbeiten über 580.000 Euro gekostet. Ähnlich expoldiert sind die Ausgaben zum Beispiel für die Straßenbauten in der Waldrasterstraße und die "Mauer Riehlstraße", wo allein letztere um rund 100.000 Euro teurer wurde, als anfangs gedacht. "Das kann's nicht sein", ärgern sich die beiden und kündigen an, den Verantwortlichen (auch) hier künftig verstärkt auf die Finger schauen zu wollen.
www.meinbezirk.at

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen