Profeglalm Ellbögen
Hirtenkunst von witzigen Kunsthirten

Daniel Jarosch (l.) und Stephan Pirker unterhalten  ... äääh, hüten heuer Vieh und Gäste auf der Profeglalm.
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  • Daniel Jarosch (l.) und Stephan Pirker unterhalten ... äääh, hüten heuer Vieh und Gäste auf der Profeglalm.
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Dass es auf der Ellbögner Profeglalm etwas alternativer zugeht, ist nichts Neues. Seit heuer trifft man dort das Künstlerduo Stephan Pirker und Daniel Jarosch an.

ELLBÖGEN (tk). Es ist Samstagmorgen. Zeitig radeln wir von Oberellbögen auf die aussichtsreiche Profeglalm. Daniel Jarosch sitzt schon an einem der Tische im Freien und hakt Nummern auf schier unzähligen Listen ab. Er ist dabei, die jüngste Nachschau nach den exakt 186 Kühen zu dokumentieren, die er und sein Kompagnon Stephan Pirker zu beaufsichtigen haben. Durchschnittlich sechs Stunden pro Tag streifen die beiden dafür zu Fuß durch das weitläufige Almgebiet. "Eine fehlt", sagt er und bietet uns Kaffee an. "Frische Milch ist da im Kühlschrank. Bedient euch."

Zwischen Zirbenboot und Experiment-Teller

Die Innsbrucker sind seit heuer die neuen Hirten auf der Profeglalm, wobei insbesondere Stephan zuvor schon etliche Sommer Almerfahrung in Osttirol sammelte. "Ich brauche das, um runterzukommen und mich zu rehabilitieren. Und fit wird Mann nebenbei noch", zeigt sich der 47-Jährige äußerst naturverbunden. Ja mehr noch, er sei "regelrecht süchtig nach der Alm", meint er: "Es ist oft hart, aber zugleich mein Traumjob. Hier oben ist man einfach näher bei Gott. Allein schon das Geläut der Kuhglocken im Wald kommt für mich einem echten Hörspiel gleich."
Tief verbunden ist Stephan aber auch der bildenden Kunst. Gemeinsam mit Fotograf Daniel bildet er ein Künstlerduo, das bereits mit allerlei bunten (Skisprung-)Aktionen für Aufsehen sorgte. Selbstverständlich kommt die Kreativität auch auf der Alm nicht zu kurz. Zwischen Skateboard und Hängematte steht ein lustiges Zirbenboot mit allerlei Selbstgemachtem und der vermeintliche Schokokuchen entpuppt sich schlicht als "Experiment-Teller".

Keine klassische Einkehr

Richtig bewirtschaftet wird die Alm lediglich Samstag und Sonntag ab Mittag. Freitags finden Wanderer und Biker eine Jause im Selbstbedienungskühlschrank bzw. sind für den Durst auch jederzeit Getränke im Brunnen eingekühlt. Die Hauptaufgabe der Herren liegt nämlich darin, das viele Vieh der Ellbögner Bauern im Auge zu behalten. Nur Nummer 4469 hat sich zuletzt anscheinend gut versteckt ... "Ihr wollt zum Morgenkogel? Dann haltet bitte Ausschau, und wenn ihr die Kuh seht, bitte macht ein Foto. Sie ist mittelgroß und in etwa so braun wie die da oben", erhalten wir einen klaren Arbeitsauftrag für den Weitermarsch.

Gipfelsturm und Ruf von Nummer 4469

Im lichten Zirbenwald geht's vorbei an den zehn Pferden und einigen Kühen, von denen aber keine die gesuchte ist, in eine große Geländemulde. Gut mit "Kleine Tälerüberschreitung" beschildert, trotzdem teils weglos, aber unschwierig steigen wir durch viel knöchelhohes Gebüsch und flechtenbewachsene Steine zum Überfallgründl auf. Es zieht sich doch etwas, bis der Übergang ins Arztal erreicht ist. Dafür bietet sich vom nahen Gipfel des Morgenkogels wenig später ein herrlicher Rundumblick hinüber zu den höchsten Tuxern, ins Stubai und in das Tiroler Oberland sowie auf der anderen Seite natürlich zum nahen Patscherkofel.

"di lödign öllpögner profögl flögl"

Auf halber Strecke retour hören wir plötzlich ein lautes Muhen – als ob jemand nach uns riefe! Es wird doch nicht ...? Nochmal schnaufen wir ein paar Meter bergwärts und tatsächlich: Kuh Nummer 4469 steht plötzlich vor uns. Mitten auf der Hochweide mit zwei Artgenossen, wohlauf und gut genährt. Mit prüfenden Blicken begutachten  "di lödign öllpögner profögl flögl" – so ihr selbst gewählter, vom Dorfbuch Ellbögen inspirierter, temporärer Künstlername – kurz darauf unseren Bildbeweis. "Super, danke, das ist sie", freuen sich die sympathischen Burschen, dass sie sich heute einen Extragang sparen. So können sie weiter Holz für das Feuer am Abend anhäufen und witzige Gastgeber sein, die Blaubeermilch, Kaspressknödel oder Bratwürste mit selbst gebackenem Brot servieren. Auch wir genießen bei einem Radler im Liegestuhl noch ein wenig den chilligen Sound, ehe wir die Heimreise antreten.

Countdown läuft

Das Vieh wird schon früher hinunter müssen, Stephan und Daniel bleiben voraussichtlich aber noch bis Mitte Oktober auf der Ellbögner Profeglalm. Dann werden auch sie wieder ins Tal und in ihre "Winterjobs" zurückkehren. Der "Alm-Ruh" kann am 6. Oktober im Rahmen eines Yoga-Tages mit Lea Stoll gefröhnt werden. Ein Info-Mail mit allen weiteren Details kann unter stoll.lea@gmail.com angefordert werden. Lauter wird es dann wohl beim geplanten Almabschiedsfestl mit Live-Musik – der Termin hierfür wird noch bekannt gegeben.
www.meinbezirk.at

Autor:

Tamara Kainz aus Stubai-Wipptal

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