Navis
Kuriose Mauer beim Vizebürgermeister

Der Burgweg in Navis ist steil und eng - die Sanierung gestaltet sich aufwändig. Im unteren Teil der Straße ist die kritiserte Mauer zu sehen.
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  • Der Burgweg in Navis ist steil und eng - die Sanierung gestaltet sich aufwändig. Im unteren Teil der Straße ist die kritiserte Mauer zu sehen.
  • Foto: Demir
  • hochgeladen von Tamara Kainz

Wer den Auftrag für das Bauwerk erteilt hat, bleibt vorerst unklar. Gemeindeaufsicht und Staatsanwaltschaft sind dran.

NAVIS. Mit anonymen Schreiben ist das immer so eine Sache. Jenes, das kurz vor Ostern u.a. in der Naviser Gemeindestube, bei der Gemeindeaufsicht und der Staatsanwaltschaft einging, zieht aber weite Kreise. Auf drei Seiten werden darin schwere Vorwürfe erhoben: Vizebgm. Wolfgang Taxer hätte eine Stützmauer auf Kosten der Steuerzahler erhalten - und zwar in Form eines Schwarzbaus.
Der Reihe nach. Seit geraumer Zeit läuft die Sanierung des Burgwegs in Navis. Die Optimierung der Gemeindestraße ist ein langwieriges, teures und geologisch kompliziertes Unterfangen. Das Land Tirol beteiligt sich maßgeblich an den Kosten und plante das Projekt auch. Ausgeführt wird es von der Abteilung Ländlicher Raum, gemeinhin als "Güterwegbau" bezeichnet.

Viele Fragen, wenige Antworten

Der "aufmerksame Gemeindebürger" deckt auf, dass im Zuge der jüngsten Arbeiten "urplötzlich auch bergseitig eine Hangmauer errichtet wurde", obwohl diese laut Plan nicht vorgesehen war. Vizebgm. Taxer hätte damit einen persönlichen Nutzen auf Kosten der Steuerzahler. "Ich habe durch dieses rund 15 Meter lange Teilstück der gesamten 70-Meter-Mauer keinen Nutzen", entgegnet der Angegriffene. Der Vorteil liege bei der Gemeinde, da dadurch die Straßenbreite leichter realisierbar wurde, erklärt Taxer. Bgm. Lukas Peer kann das so nicht bestätigen: "Eigentlich wurde deswegen schon talseitig eine Holzankerwand errichtet." So oder so, die entscheidende Frage um die sich alles dreht ist, wer den zusätzlichen Mauerbau überhaupt in Auftrag gegeben hat.

Ohne Wissen der Gemeinde?

Gemeinderatsbeschluss für die Projektänderung gibt es nämlich keinen. Und Bgm. Lukas Peer hat die Mauer - die sich eben über ein Stück Taxer-Grund, hauptsächlich aber über Gemeindegutsagrargrund zieht - auch nicht in Eigenregie angeordnet, betont er: "Das würde mir gar nicht zustehen. Ich habe von dieser Mauer bis kurz vor ihrer Fertigstellung nichts gewusst. Ich bin nicht dauernd auf der Baustelle, dafür gibt es eine Bauleitung." Taxer hält seinerseits fest, zwar den Grund zur Verfügung gestellt, aber ebenfalls keinen Auftrag erteilt zu haben. Und die Abteilung Ländlicher Raum hält sich bedeckt: "Zu derart haltlosen und anonymen Denunziationen geben wir grundsätzlich keine Stellungnahme ab", schreibt uns Bernhard Leitner. Bewegung kommt trotzdem in die Aufklärung: Beim Naviser Ortschef meldeten sich bereits die Gemeindeaufsicht und Staatsanwaltschaft.

Rundum schwieriges Projekt

Der Bürgermeister und der Vize sind politisch scharfe Kontrahenten. "Wieso also sollte ich meinem ärgsten politischen Gegner eine Mauer zuschanzen?", sagt Peer, während der Vizebürgermeister ihm vorwirft "wie schon öfters bei Gemeindebaustellen komplett den Überblick verloren zu haben". In der Tat wird die Burgwegsanierung etwa um ein Drittel teurer, als anfangs gedacht. Mit einer Million Euro Gesamtkosten rechnet der Bürgermeister aktuell.

Gemeinderat am Zug

Die Kostenexplosion habe aber glasklare Gründe: In Mühlen musste unerwartet ein Projekt zur Oberflächenentwässerung samt Grundablöse realisiert werden. Natürlich schlage auch die Mauer zu Buche, so Peer weiter. Er will jetzt eine Kostenbeteiligung von Taxer und demnächst den Gemeinderat damit befassen: "Sonst wird weiterer Unmut bewirkt, denn andere Anrainer hätten auch gerne Mauern gehabt." 
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