Autoreisezug
Schlechte Nachrichten für Urlauberehepaar Groth

Das Ehepaar Groth in ihrem Feriendomizil in Neustift-Kampl
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Das Urlauberehepaar Groth aus Deutschland reist seit vielen Jahren per Autoreisezug bis Innsbruck an und ab. Jetzt ärgern sich die Rentner, dass die ÖBB künftig "an der falschen Stelle" einsparen.

NEUSTIFT/LEICHLINGEN (tk). Brigitte und Günter Groth sind riesige Stubai-Fans. Seit 1980 halten die Stammgäste dem Neustifter Ortsteil Kampl die Treue. "Anfangs kamen wir nur im Sommer, seit 1996 sind wir auch im Winter regelmäßig für ein paar Wochen hier", erzählen die Deutschen.

Auf Schienen am Stau vorbeirollen

Um sich die jeweils gut 800 km lange Autofahrt von Leichlingen ins Stubaital und retour "nicht antun" zu müssen, buchen Groths stets jenen Nightjet, der auf seinem täglichen Weg von Düsseldorf nach Innsbruck nicht nur Passagiere, sondern genauso Autos und Motorräder mitnimmt. "Für uns ist das ideal. Man wird ja nicht jünger", sagt Günter, als wir ihn und seine Frau in deren "zweiter Heimat" treffen. "So verlaufen An- und Abreise entspannt und hier sind wir trotzdem mobil", fassen die Rentner ihre Vorteile zusammen.

Stressfrei und umweltfreundlich

Neben dem Urlauberehepaar profitieren freilich auch die verkehrsgeplagte Bevölkerung und die Umwelt vom Autoreisezug. "Der Zug, den wir nutzen, wird speziell von älteren Menschen und Familien gut frequentiert. Er transportiert bis zu 30 Autos pro Fahrt und da die ÖBB ja mehrere solcher Linien betreiben, können die in Summe vielleicht doch auch ein bisschen zur Entlastung der Straßen beitragen", hoffen Groths, die zugleich Verständnis für den jüngsten verkehrspolitischen Aufschrei Tirols zeigen.

Kürzungen auf der Strecke!

So werden auch von ihrer Seite jegliche Maßnahmen zum Ausbau der Schiene begrüßt. In Groths speziellem Fall aber wird jetzt ein Schritt zurück gemacht! "Wie üblich wollten wir früh genug unsere Plätze für unseren nächsten Stubai-Aufenthalt Anfang 2020 reservieren. Das ging erstmals nicht. Hinter vorgehaltener Hand wurde uns mitgeteilt, dass der Autoreisezug wohl eingestellt wird. Wie unlogisch – ja fast wahnsinnig – wäre das, in Zeiten wie diesen?", kann Brigitte ihre Enttäuschung nicht verbergen.

Wochenlange Pause

Auf Anfrage des BEZIRKSBLATTES hieß es noch Ende August: "Es wird den Zug wieder geben – auch mit Autobeförderung – es kann mit dem anstehenden Fahrplanwechsel jedoch noch zu Änderungen bei den Verkehrstagen mit Autobeförderung kommen." Inzwischen sind dazu nähere, für das Ehepaar Groth höchst unerfreuliche, Details bekannt. Ihm wurde Anfang September seitens der ÖBB mitgeteilt, dass der Autoreisezug mit Inkrafttreten des Winterfahrplans nicht mehr täglich, sondern nur mehr fünfmal pro Woche verkehren wird. "Das wäre ja kein Problem", so Brigitte Groth, "schlimm ist aber, dass die Beförderungsmöglichkeit für Pkw vom 6. Jänner bis Anfang März gänzlich ausgesetzt wird! Wir wollten bis Mitte Februar im Stubaital bleiben. Sollen wir dann bei Eis und Schnee wieder selber fahren?"

"Wirtschaftliche Zwänge"

Obwohl der Ausbau der Schiene also allseits propagiert wird, wird wenigstens dieses spezifische Angebot der Bahn stark geschmälert. Die ÖBB führen das auf viel höhere Verladegebühren in Düsseldorf zurück, die sie "verpflichtet hätten, die Verkehrstage zu reduzieren": "Wir unterliegen hier wirtschaftlichen Zwängen, die eine Einschränkung notwendig machten. In den Sommermonaten wird das Angebot aber weiterhin täglich in beide Richtungen verfügbar sein."
www.meinbezirk.at

Autor:

Tamara Kainz aus Stubai-Wipptal

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