Gries
Nach Großbrand neuen Mut gefasst

Harti (l.) und Leo Grasl (r.) vor ihrem Hof, den sie nun zum zweiten Mal von Grund auf sanieren werden.
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  • Harti (l.) und Leo Grasl (r.) vor ihrem Hof, den sie nun zum zweiten Mal von Grund auf sanieren werden.
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GRIES.Am Nachmittag des 4. September brannte der Pfrundsteinhof lichterloh. Wir haben die Grasl-Brüder besucht und nachgefragt, wie es ihnen seither ergangen ist.

Die Brandermittlungen sind auch Wochen nach der Katastrophe noch nicht vollständig abgeschlossen. Der Verdacht liegt nahe, dass sich das frische Heu in der Tenne des Pfrundsteinhofs selbst entzündet hat. Das Feuer hat das Wirtschaftsgebäude komplett zerstört und das Haus massiv in Mitleidenschaft gezogen. Das Dachgeschoss wurde ein Raub der Flammen, in den darunterliegenden Stockwerken kämpfen die Brüder Grasl neben weiteren Brand- auch mit Wasserschäden. "Es wird schon alles wieder. Wir bauen das wieder auf", sind Leopold und Hartmann inzwischen trotzdem wieder recht guter Dinge.

Traum erfüllt

Den Hof haben die beiden vor rund zehn Jahren erworben. Seither haben sie viel Zeit und Mühe in die Renovierung gesteckt. Drei nette Wohnungen wurden eingerichtet: eine für Leopold und seine kleine Familie, eine für Harti und eine für die Nichte der Brüder. "Eigentlich waren die gröbsten Arbeiten gerade abgeschlossen. Nur die Außenfassade wollten wir später noch angehen." Leider wurde der Wohntraum dann aber jäh zunichtegemacht. "Das war natürlich alles ein Riesenschock", erinnern sich die Grasls, die am 4. September zufällig beide zuhause waren.

Schwere Stunden

Sie seien "nur noch im Kreis gerannt" sagt Leopold. Hätten versucht, wenigstens die wichtigsten Dokumente aus dem Wohngebäude zu retten und er selbst wollte dann auch unbedingt noch seinen Kran aus der Tenne holen. Das ist dem Transportunternehmer auch gelungen, allerdings hat er sich dabei schwere Verbrennungen am Unterarm zugezogen. In der Innsbrucker Klinik musste ihm Haut vom Oberschenkel transplantiert werden. Mittlerweile kann der 37-Jährige aber schon wieder in seinem Beruf arbeiten. Abgesehen von Leopolds Verletzung kamen zum Glück keine Personen zu Schaden. Bis auf eine Katze auch keine Tiere, denn die 120 Schafe befanden sich auf der Weide.

Welle der Solidarität

Nachdem das Feuer gelöscht war, erfuhren die Grasls eine Welle der Hilfsbereitschaft. Insbesondere die Kameraden der FF Gries – Leo und Harti sind hier selbst Mitglieder –, aber auch Nachbarn und viele weitere Helfer haben sie tatkräftig unterstützt. Haben umgehend das Dach provisorisch abgedichtet, aus- und aufgeräumt. Andere kamen mit einer stärkenden Jause oder brachten Kleider. "Das war einfach überwältigend! Herzlichen Dank dafür!", ist es den Brüdern ein großes Anliegen, allen Beteiligten noch einmal aufrichtig "vergelts Gott" zu sagen.

Vorbildlicher Zusammenhalt

"Die Mander sind parat gestanden und waren tagelang fleißig", ist FF-Kdt. Alois Wieser zu Recht stolz auf seine Truppe – wobei er selbst in Sachen Organisation natürlich an vorderster Front stand. "Alleine bewegt man nicht viel, aber gemeinsam geht's!", lobt Wieser zugleich den insgesamt vorbildlichen Zusammenhalt im Dorf. "Ja, der war sensationell", freut sich auch Bgm. Karl Mühlsteiger, "immerhin standen die Bewohner der Hofstelle binnen kürzester Zeit vor dem Nichts." Der Ortschef trug u. a. dafür Sorge, dass alle vorübergehend untergebracht werden konnten: "Damit ist Zeit für den Wiederaufbau gewonnen."

Zuversicht

Der Plan, an dessen Verwirklichung bereits gearbeitet wird, sieht so aus, dass die Brüder nun die zweite Generalsanierung des Pfrundsteinhofs in Angriff nehmen. "Für einen Abriss ist das Haus noch zu gut", wissen sie. Das Gebäude sei schon ganz gut ausgetrocknet, die Böden bereits rausgerissen und ein neues Dach sei ebenfalls im Entstehen, skizzieren sie die ersten Maßnahmen. Dass es ein hartes Stück Arbeit wird, ist ihnen klar. Aber Leo und Harti haben wieder Mut gefasst: "Wir müssen und wollen jetzt wieder nach vorne schauen. Trübsal zu blasen, hilft auch nichts. Wir werden das Haus wieder herrichten und es wird schöner sein wie zuvor." Im Frühjahr wollen sie wieder einziehen.

Spendenaufruf

Spendenkonto lautend auf Gemeinde Gries am Brenner "Brandkatastrophe Pfrundsteinhof", IBAN: AT32 3632 9000 0083 6312.
www.meinbezirk.at

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