Vorwurf: "Preisdruck durch JUFA Hotel"

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STEINACH (kr). "Durch das JUFA Hotel werden die Preise in Steinach hinuntergedrückt – dadurch entsteht ein Preisdruck für die anderen Hotels", so Weinert gegenüber den BEZIRKSBLÄTTERN.

"Eigentlich kein Hotel"

Doch neben dem Preisdruck, der laut Weinert durch das JUFA Hotel entsteht, ist es noch eine Tatsache, die ihr – und laut ihren Aussagen noch mehreren Hoteliers in Steinach – ein Dorn im Auge ist: "Das JUFA präsentiert sich als Hotel, ist aber vom Konzept her wie eine Jugendherberge aufgebaut. Das ist nicht in Ordnung." Auf Nachfrage der BEZIRKSBLÄTTER bei der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck wurde mitgeteilt, dass das JUFA Hotel mit der Konzession eines Jugend- und Familiengästehauses läuft. Dass es sich selbst als Hotel präsentiere, sei kein Verstoß gegen das Gewerberecht. Aber – so Weinert: "Durch die Präsentation als Hotel entsteht für die anderen Hotels ein Wettbewerbsnachteil. Das ist so einfach nicht in Ordnung – die Markttransparenz ist nicht gegeben." Der Preisdruck, der ohnehin bereits im Wipptal bestehe, werde somit durch das JUFA verstärkt.


"Zugpferd fürs Wipptal"


Der Bau des JUFA-Hotels im Wipptal wurde vor zwölf Jahren stark gefördert. Weinert betont: "Damals hatte man uns seitens des Tourismusverbandes versichert, dass das JUFA keine Konkurrenz für die anderen Betriebe darstellen würde. Wenn der Betrieb laut Konzept geblieben wäre, wie er uns vorgestellt wurde, wäre es kein Problem. Aber dass es sich zu einem Hotel entwickelt hat und sogar als Zugpferd fürs Wipptal dargestellt wird, ist schlicht und einfach unfair."

"Andere Gästeschichten"

Mit den Vorwürfen konfrontiert, betont TVB-Wipptal-Obmann Kurt Hasenbacher: "Das JUFA Hotel spricht gänzlich andere Gästeschichten an – ein Vier-Sterne-Hotel spricht ganz andere Zielgruppen an als ein Jugend- und Familiengästehaus, das sind komplett konträre Angebotsstrukturen." Von Konkurrenz könne folglich keine Rede sein, so Hasenbacher weiter: "Keiner nimmt jemand anderem was weg."
Zum Vorwurf des Preisdruckes, der durch das JUFA entsteht, betont Hasenbacher: "Das kann ich ganz klar verneinen – das JUFA ist vom Preisniveau her sogar erstaunlich hoch unterwegs." Jeder Betrieb werde vom TVB Wipptal gleichermaßen behandelt, keiner werde bevorzugt, so Hasenbacher: "Uns freut auf jeden Fall, dass das JUFA so erfolgreich ist und auch andere Gästeschichten ins Tal hereinzieht."

400.000 Nächtigungen

Gerhard Wendl, Vorstandsvorsitzender der JUFA Hotels-Österreich, erklärt, dass die insgesamt 55 JUFA Hotels in Österreich entweder mit Hotel- oder mit Jugend-/Familiengästehaus-Konzessionen betrieben werden. Er betont: "Wir sind der nächtigungsstärkste Betrieb im Wipptal – in zwölf Jahren haben wir rund 400.000 Übernachtungen ins Wipptal gebracht." Zum Preislichen betont Wendl, dass der Preis in der Beherbergungsbranche stets tagesaktuell sei und von Angebot und Nachfrage abhängt – Preisdruck entstehe keiner, sondern: "Durch unser großes Netzwerk wird die gesamte Region international bekannt gemacht – somit kann man beobachten, dass in der gesamten Region die Nächtigungen steigen. Wir sind somit ein Impulsgeber für die Region." Wichtig sei, dass man gemeinsam an der touristischen Entwicklung des Wipptals arbeitet.

Miriam Weinert

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