"100 Jahre Republik"
Was von der Monarchie blieb: Die Stubaitalbahn

Die Stubaitalbahn heute
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FULPMES (kr). In der dieswöchigen Folge unserer Schwerpunktserie "100 Jahre Republik Österreich" beschäftigen wir uns damit, was von der Zeit der Monarchie bis heute geblieben ist. Etwas, das bis heute Bestand hat und sich nach wie vor sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen größter Beliebtheit erfreut, ist die Stubaitalbahn. Walter Kreutz hat in einem Kapitel seines Buches "Strassenbahnen, Busse und Seilbahnen von Innsbruck" die Geschichte der Stubaitalbahn ausführlich und detailgenau aufgearbeitet – für diesen Bericht wurden die geschichtlichen Fakten aus diesem Buch entlehnt.

Die Anfänge

Erste Überlegungen, das Stubaital mit einer Bahn zu erschließen, gab es bereits im Jahre 1886. Seit dem Mittelalter wurde in Fulpmes Eisen, Silber und Blei abgebaut sowie an Ort und Stelle verarbeitet. Als der Ausbau des Eisenbahnnetzes allmählich voran Schritt und somit den schlechter erschlossenen Gebiete drohte, wirtschaftlich ins Hintertreffen zu kommen, musste auch das Stubaital mit der Bahn erschlossen werden, um mit der Schmiedeindustrie weiterhin am Ball bleiben zu können. 1895 wurde somit ein erstes Detailprojekt für die Stubaitalbahn von Ingenieur v. Schwind vorgelegt. Im Jahr 1897 vurde die Vorkonzession an Ing. v. Schwind, Ing. Miller und Ing. Riehl auf ein Jahr erteilt. Damals kamen als Trassierungsvarianten einerseits Innsbruck - Natters - Mutters - Telfes - Fulpmes oder andererseits Brennerstraße - Stephansbrücke - Telfes - Fulpmes - Neustift mit einem Flügel Fulpmes - Mieders - Schönberg - Matrei in Frage. Im Jahre 1900 entschied man sich dann für die Variante Natters - Mutters mit der Benutzung der Brennerstraße bis zur Abzweigung Natters. Als Ausgangsbahnhof soll ein Bahnhof nördlich der Wiltener Pfarrkirche enstehen, als Fahrzeuge sind vorerst drei Dampflocks, zwölf Personen- und sechs Güterwagen sowie ein Schneepflug vorgesehen.

1904 Inbetriebnahme

1902 ist dann der Bahnbau gesichert: Die Stubaitalbahn wird die erste mit 42,5 Hertz und 2.500 Volt Einphasenwechselstrom betrieben Bahn der Welt. Nach dem Baubeginn im Jahre 1903 ist die Bahnanlage mit einer Länge von 18,16 Kilometern im Jahre 1904 fertiggestellt – die erste Probefahrt erfolgt am 27. Juli, die feierliche Eröffnung geht am 31. Juli samt Volksfest, Bergfeuern und und Fackelug ber die Bühne.
Die Zeit während der beiden Weltkriege waren auch für die Stubaitalbahn   bewegende Phasen: 1915 herrschte aufgrund eines Militärerholungsheimes in Mieders sowie eines Notreservespitales in Fulpmes starker Verkehr auf der Stubaitalbahn. Im Jahre 1942/43 wurde die Autobuslnie wegen Treibstoffmangels ins Stubai eingestellt – somit war die Stubaitalbahn die einzige Verbindung ins Stubaital. 1944 wurden die Anlagen der Bahn (Remise in Innsbruck, Westbahnhof und Gleisanlagen in Innsbruck und Kreith) aufgrund von Luftangriffen schwer beschädigt.

Erhalt der Stubaitalbahn

1954 fand die Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des 50-jährigen Bestehens gefeiert. Bereits zu dieser Zeit kam in den Festreden die Furcht vor der drohenden Betriebseinstellung aufgrund eines überalterten Fahrparks und sinkenden Beförderungszahlen zum Ausdruck.
Im Jahr 1962 gab es eine Aussprache zwischen den Bürgermeistern des Stubaitales und der Stubaitalbahn, ob die Bahn modernisiert oder eingestellt werden solle. Sowohl die Bürgermeister als auch die Fremdenverkehrsobleute sprachen sich für einen Erhalt aus, woraufhin die Bahn saniert wurde. 

Umstellung auf Gleichstrom

Bisher hatte man von Innsbruck bis Fulpmes rund 58 Minuten gebraucht. Im Jahre 1983 wurde die Stubaitalbahn jedoch auf Gleichstrom umgestellt – man braucht jetzt nur noch 38 Minuten. Außerdem kann durch den Umstieg auf Gleichstrom die Stubaitalbahn nun bis in die Innenstadt hinein fahren.
Im Jahr 1995 wurde der Fulpmer Bahnhof statt wie geplant abgerissen, generalsaniert und mustergültig in den Originalzustand rückversetzt. Ein Jahr später wurde ein Investitionsübereinkommen zwischen Bund, Land, der Stadt Innsbruck und den Innsbrucker Kommunalbetrieben beschlossen, wobei unter anderem die Gleise erneuert, Brücken  oder Bahnsteige saniert wurden.

Stubaitalbahn heute

Heute erfreut sich die Stubaital immer noch großer Beliebtheit: Die Fahrgastzahlen steigen stetig. Lagen sie 2009 noch knapp unter 1 Million pro Jahr, sind es heute sogar über 1,37 Millionen. Die Zahlen stiegen in den letzten 5 Jahren um ganze 27 % – damit zeigt die Stubaitalbahnösterreichweit den größten Zuwachs bei den Fahrgastzahlen.

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