Verkehrssituation Wipptal
Wipptaler Verkehrskollaps und die Suche nach Lösungen

Nichts geht mehr: Die Verkehrssituation im Wipptal ist nach wie vor alarmierend! (Im Bild eines der unzähligen Mega-Stauwochenenden im heurigen Sommer)
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Hilfeschreie, Rechtfertigungen und Lösungsversuche: Wipptals größtes Sorgenkind, der Verkehr, war brisantes Thema der öffentlichen Matreier Gemeinderatssitzung am Montag.  

MATREI (lg). Von "totalem Chaos" über "längst überschrittene Schmerzgrenze" bis hin zu "lebensbedrohlich": So alarmierend lauteten die Botschaften zur Verkehrsproblematik von den rund 50 Zuhörern im Rathaussaal Matrei. Die öffentliche Gemeinderatssitzung am Montag nutzte man als Plattform zum Thema.

Lärmschutzstudie gefordert

In einer Sache waren sich alle Anwesenden einig: So kann und darf es nicht weitergehen! LA Florian Riedl, selbst verkehrsgeplagter Wipptaler, fand klare Worte: "Die Kapazitätsgrenzen sind erreicht, Gefahr ist im Verzug, es geht mir einfach zu langsam!" Neben einer besseren Baustellen-Koordination, Lärmschutzmaßnahmen, einer übergreifenden Korridormaut und der Verlagerung auf die Schiene setzt er auf eine Lärmschutzstudie, mithilfe derer eine Umsetzung der geforderten Maßnahmen einfacher erreicht werden könne. Allerdings müsse man dafür dringend alle Infrastrukturbetriebe (wie etwa die ÖBB und die Asfinag) mit ins Boot holen. Die Studie soll innerhalb des nächsten Jahres abgearbeitet sein. 

Fahrverbote auch 2020

GR Lisa Jenewein konterte: "Immer wieder nur neue Studien, die Bevölkerung braucht endlich Aktionen!" Bgm. Paul Hauser versicherte, dass man von Seiten der Gemeindepolitik seit Jahren alles Mögliche tue, es aber schwierig sei, nachhaltige Veränderungen in dieser hochkomplexen Problematik zu bewirken. "Die Sperre der Landesstraßen hat Erleichterung gebracht, ist aber kein Allheilmittel." Wie schwierig sich die rechtliche Lage darstellt, erläuterte Berhard Knapp, Vorstand der Abteilung Verkehrsrecht im Land Tirol: "Die Ausweich-Thematik hat uns überfallen, wir haben versucht, schnelle Lösungen zu finden." Man könne aber immer nur soweit agieren, wie es das Recht auch zulasse. Auch 2020 werde es wieder temporäre Fahrverbote geben, allerdings brauche es genügend Personal, eine Tafel aufzustellen allein reiche leider nicht. 

Grenzen des Machbaren

Den Punkt der personellen Kapazitäten sprach auch Markus Widmann, Leiter der Landesverkehrsabteilung, an: "Wir versuchen von Seiten der Polizei alles bestens abzudecken, aber irgendwo sind auch uns Grenzen gesetzt." Die Brennerautobahn bereite auch der Polizei Sorgen in Sachen Versorgung und Sicherheit. Für Burkhard Kreutz von der Polizeiinspektion Steinach/Wipptal sei das absolute Horrorszenario, wenn Einsatzfahrzeuge im Notfall nicht mehr durchkommen. Man tue aber das Maximum, das Thema Verkehr sei seit jeher sein Steckenpferd. Der Forderung nach mehr Polizeipräsenz in den Dörfern versuche man nachzukommen. Ein weiteres Ansinnen aus dem Publikum war eine Geschwindigkeitsbeschränkung im Ortsgebiet. Trotz mehrmaligem Ansuchen ist dieses bis dato nicht umgesetzt worden. Bernhard Knapp sicherte hier seine volle Unterstützung zu und bat den Gemeinderat, ein weiteres Ansuchen an die Bezirkshauptmannschaft zu stellen.

Letzter Ausweg: Blockade?

"Tirol ist zu günstig – solange wir die attraktivste und billigste Strecke sind, wird sich nichts ändern!", befand ein Zuhörer. Eine Bemautung der Brennerstraße ist auch für Andrea Haselwanter-Schneider neben einem entsprechenden Angebot auf der Schiene, strengen Kontrollen und wirksamen Fahrverboten ein wichtiger Baustein. Nur auf den Brenner Basistunnel zu warten, reiche nicht aus. Bgm. Alfons Rastner forderte ein übergreifendes Verkehrsmanagement. Die Idee einer Autobahnblockade warf Vizebgm. Christian Papes in den Raum. Für Rastner ist eine Blockade "der letzte Ausweg", für LA Riedl nur ein "Werkzeug, das seine Wirkung komplett verfehlt".
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