Land gibt Grünes Licht für Wasserableitungen

Im Rahmen der Erweiterung der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz ist ein zusätzlicher Speichersee (oben rechts) sowie ein Pumpspeicherwerk geplant.
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  • Im Rahmen der Erweiterung der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz ist ein zusätzlicher Speichersee (oben rechts) sowie ein Pumpspeicherwerk geplant.
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STUBAI. Nach der heutigen Regierungssitzung verkündete LH Günther Platter grünes Licht für die geplanten Wasserableitungen aus dem Stubai: „Heute ist ein guter Tag für die Zukunft Tirols – denn wir können heute berichten, dass es einen positiven UVP-Bescheid für die Erweiterung des Kraftwerks Sellrain-Silz gibt. Wir machen damit einen großen, wichtigen Schritt Richtung größtmöglicher Energieunabhängigkeit.“

Seine Stellvertreterin Ingrid Felipe verwies auf zahlreiche Präzisierungen und auf strenge Auflagen im Bescheid. Seitens der Behörde sei alles geprüft worden, was zu prüfen war und das vorgelegte Projekt entspreche mit den Nachbesserungen dem gesetzlichen Rahmen der Umweltverträglichkeit. Die Ankündigung mehrerer dazu berechtigter Parteien, ihre Rechte nach Abschluss des Verfahrens gerichtlich geltend machen zu wollen, sei legitim und selbstverständlich zu respektieren.

Der Versuch, den verschiedenen Gruppierungen eine Mediation vorzuschlagen, sei gescheitert. „Mir liegt an einer Klärung dieser offenen Fragen, über die es bis zuletzt unterschiedliche Auffassungen gab – und diese Klärung können nur die dazu befugten Gerichte treffen“, sagte Felipe. Sie erinnerte an 19 zusätzliche Gutachten, die im Herbst von der Konsenswerberin vorgelegt worden seien und daran, dass es bezüglich der Restwassermengen zu strengeren Vorschriften gekommen sei. Nach Auffassung der ExpertInnen der Landesverwaltung sei jetzt eine ökologisch verträgliche Umsetzung dieses Ausbauprojekts möglich.

TIWAG begrüßt Bescheid des Landes

„Wir begrüßen diese Entscheidung. Es ist ein nächster, wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zum ökologisch verträglichen Ausbau der heimischen Wasserkraft“, rechnet TIWAG-Vorstandsvorsitzender Erich Entstrasser mit einer Verlängerung des Verfahrens in nächster Instanz vor dem Bundesverwaltungsgericht.
Der Imster Wirtschaftsbund-Bezirksobmann Hannes Staggl sieht in der positiven Umweltverträglichkeitsprüfung für den Ausbau von Sellrain-Silz ein positives Zeichen in Sachen zukunftsträchtiger Energiewende.

Die Wasserkraft ist die Energiezukunft für unser Land und ein unverzichtbarer Beitrag zur Energiewende. Für Tirol hat die Wasserkraft enorme Potentiale hinsichtlich ökologischer und ökonomischer Stromerzeugung – raus aus Atom und Kohle lautet das Motto“, so Staggl. „Nur das Projekt Sellrain-Silz allein bedeutet ein Investitionsvolumen von über 520 Mio. Euro und somit einen Investitionsschub für die ganze Region und die Tiroler Wirtschaft. Es ist dies ein bedeutender Beitrag für Arbeit, Wertschöpfung und wirtschaftliche Entwicklung“, sagt der Imster Wirtschaftsbund-Bezirksobmann. Auch wenn der Bau bzw. die Erweiterung eines Wasserkraftwerkes Eingriffe in die Natur darstellen, so sind explizit entsprechende Tabuzonen ausgewiesen. „Damit ist ein klares Bekenntnis zum Natur- und Umweltschutz gegeben“, zeigt sich Staggl überzeugt. Apropos Natur- und Umweltschutz. Wenn man schon an erneuerbare Energieträger denkt, dann wird man an der Wasserkraft als Europas Energiequelle der Zukunft nicht vorbeikommen. Der Ausbau der Tiroler Wasserkraft führt dazu, dass Tirol unabhängig werden wird, was den Strom aus Atom- und Kohlekraftwerken anbelangt.
„Die Ressource Wasser ist ein kostbares Gut. Mit einem ökologisch, verträglichen Ausbau der Wasserkraft unterstützen wir eine nachhaltige, umweltfreundliche Energieentwicklung“, meint WB-Bezirksobmann Hannes Staggl abschließend.

Autor:

Arno Cincelli aus Innsbruck

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