Stubai-Wipptal
Corona halbiert Tourismusbudgets

TVB-Obmann Sepp Rettenbacher bleibt optimistisch.
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STUBAI/WIPPTAL.Für den Tourismus sind schwere Zeiten angebrochen. Wie man diesen begegnet, erklärt TVB-Obmann Sepp Rettenbacher im Interview.

BEZIRKSBLATT: Herr Rettenbacher, ein kurzer Blick zurück – wie gestaltete sich das abrupte Ende der heurigen Wintersaison im Stubai?
Rettenbacher:
Nach Verhängung der Verkehrsbeschränkungen Mitte März wurden die Öffnungszeiten des TVB Stubai Tirol auf einen Journaldienst reduziert, die Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit. Weiters wurden Skibusleistungen in Abstimmung mit den Bergbahnen storniert, Instandsetzungsarbeiten für die Sommer-Infrastruktur vorverlegt etc. Die Stimmung in unseren gut 1.000 Mitgliedsbetrieben war anfangs wie überall andernorts auch im Keller. Inzwischen ist sie wieder besser, obwohl alle mit großen Ausfällen zurechtkommen müssen.

Einige Stubaier Beherbergungsbetriebe überlegten sogar, im Sommer situationsbedingt gar nicht aufzusperren. Ist davon noch etwas zu hören?
Nein, meines Wissens nach nicht.

Wie sehr wirken sich die fehlenden Einnahmen aus Kurtaxe und Promillesätzen auf das Budget des TVB aus?
Immens! Da wir eine Ganzjahresdestination sind, haben wir fast am meisten von allen Tiroler Tourismusverbänden verloren. Das Frühjahr ist bei uns traditionell sehr stark und ist komplett weggefallen. In Zahlen ausgedrückt müssen wir heuer gut 3,6 Millionen Euro einsparen. Das entspricht der Hälfte des ursprünglichen finanziellen Rahmens.

Wie will man diese Einsparungen anstellen?
Dazu möchte ich vorausschicken, dass Vorstand und Aufsichtsrat gleich zu Beginn der Krise schnell reagiert haben. Wir haben uns in allen Bereichen umgehend auf die neuen Gegebenheiten eingestellt. Eine Sitzung folgt derzeit der nächsten. So wurden etwa mit Unterstützung des Tourismusexperten Hubert Siller vom MCI verschiedene Szenarien einer möglichen Sommersaison 2020 entwickelt und die Marketingstrategie dahingehend überarbeitet. Wir werben zum Beispiel vermehrt im Inland. Natürlich musste auch das gesamte Budget umgeschichtet werden. Mit dem Ergebnis, dass wir Projekte wie den Sonnenweg oder neue Teilstücke für den WildeWasserWeg sowie viele kleinere Vorhaben um ein Jahr nach hinten verschieben. Abgesagt ist aber nichts! Anderes, wie der Stubaier Radweg, wird wie geplant weiter vorangetrieben. Einen Teil der Abgänge hoffen wir außerdem mit Förderungen des Landes ausgleichen zu können.

Langsam kehrt die Reisefreiheit wieder zurück, wie glauben Sie wird der Sommer verlaufen?
Wir sind ganz klar in Erwartung dessen, dass die Nächtigungszahlen erheblich unter jenen des Rekordsommers 2019 liegen werden. Zu Gute kommen könnte uns allerdings, dass wir nie ein "Corona-Herd" waren. Das Stubaital wurde im Zusammenhang mit dem Virus nie irgendwo negativ erwähnt. Der TVB Stubai positioniert sich auch gezielt als nahe und sichere Destination. Selbstverständlich unterstützen wir die heimischen Betriebe bei allen notwendigen Vorbereitungen für den sicheren Sommerurlaub ihrer Gäste – sei es im Haus, bei Veranstaltungen oder im Kontakt mit den Mitarbeitern. Alles in allem blicken wir zuversichtlich in die Zukunft.

Es wird also ein durchwachsenes Tourismusjahr und abschließend stehen heuer zudem Neuwahlen an. Werden Sie neuerlich für das Amt des Obmanns kandidieren?
Ich bin jetzt 20 Jahre als Funktionär im Tourismusverband tätig, fünf Jahre als Aufsichtsratvorsitzender im vorderen Stubai und dann 15 Jahre als Obmann des TVB Stubai. Aus dem vorderen und hinteren Stubaital sind bereits viele mit dem Wunsch an mich herangetreten, dass ich weitermache. Dazu bin ich bereit, aber nur, wenn das miteinander und harmonisch möglich ist. Ich könnte mir sowohl vorstellen, noch eine ganze Periode zu absolvieren, als auch einen Nachfolger aufzubauen und eventuell schon nach zwei bis drei Jahren einen verfrühten Wechsel umzusetzen.

Gibt es etwas, das Ihnen noch am Herzen liegt?
Ja, ich möchte allen, speziell aber Geschäftsführer Roland Volderauer und Büroleiter Gebhard Schöpf, sowie meinen beiden Vorstandskollegen und dem gesamten Aufsichtsrat meinen Dank aussprechen. Alle arbeiten sehr gut zusammen, deshalb bringen wir auch so viel weiter.

Zur Sache

"Wir kommen gut über die Runden, wir sind finanziell nicht leer gefegt – da tut man sich natürlich leichter", kommentiert der Wipptaler TVB-Obmann, Kurt Hasenbacher, die touristischen Auswirkungen der Corona-Krise. Zwar werden auch im Wipptal heuer rund 50 Prozent des anvisierten 1,4 Millionen-Euro-Budgets nicht zur Verfügung stehen – im Verband kam man aber  dennoch beispielsweise ohne Kurzarbeit aus. Zur weiteren Entwicklung sagt Hasenbacher: "Rund ein Viertel unserer Nächtigungen hängt mit der Nord-Süd-Achse zusammen, deshalb wäre eine Grenzöffnung zu Italien für uns von Vorteil. Ein paar Dinge funktionieren eben, bei anderen muss man warten, bis sie sich einpendeln."
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Autor:

Tamara Kainz aus Stubai-Wipptal

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