17.10.2016, 08:42 Uhr

"Das Schönste war, dienen zu können"

Diözesanadministrator Msgr. Jakob Bürgler; Bischof Werner Freistetter (Österr. Bischofskonferenz: Weltkirche, Weltmission); Pfarrer Kim Yeon-Jun (Korea); Marianne Stöger ACR; Margit Pissarek ACR; Landtagspräsident Herwig van Staa; Honorarkonsul von Korea, Richard Hauser. (Foto: Sigl)

Diözese Innsbruck ehrte die beiden „Mütter der Aussätzigen“, Margit Pissarek ACR und Marianne Stöger ACR, für ihr Lebenswerk

(dibk). Marianne Stöger ACR und Margit Pissarek ACR, zwei Schwestern der Gemeinschaft Ancillae Christi Regis (ACR), setzten sich in Südkorea 43 Jahre gegen die Lepra und für eine bessere medizinische Versorgung Erkrankter ein. In einer Feierstunde ehrte die Diözese Innsbruck die beiden Tirolerinnen für ihr Lebenswerk.

Große Verehrung in Korea

In Korea werden die beiden Tirolerinnen seit Jahren verehrt. Die beiden Schwestern sind zwei von bisher nur drei Ehrenbürgern Südkoreas, nach ihnen sind Frachtschiffe benannt, sie wurden für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Zuletzt erhielten die beiden heute über 80-Jährigen – obwohl bereits seit rund einem Jahrzehnt nicht mehr in Korea tätig - den hochdotierten Manhae-Preis für soziales Handeln.

Ehrung durch die Diözese Innsbruck mit Bischof Freistetter, DA Bürgler und LT-Präsident Van Staa

In Tirol sind die beiden bescheidenen Schwestern nahezu unbekannt. Nun ehrte die Diözese Innsbruck in einer Feierstunde im Abt-Schuler-Saal im Stift Wilten die beiden Schwestern für ihr Lebenswerk. Neben Diözesanadministrator Jakob Bürgler fanden sich auch Bischof Werner Freistetter, Landtagspräsident Herwig van Staa, Honorarkonsul von Korea Richard Hauser und Pfarrer Kim Yean-Jun, eigens aus Korea angereist, zur Ehrung ein. Der Einladung folgten „Hausherr“ Abt Raimund Schreier, Bischofsvikar Hermann Steidl, zahlreiche Mitglieder der Diözesanleitung, viele Familienangehörige sowie eine große Abordnung des koreanischen Vereins in Tirol unter dem Vorsitz von Kom Dong-Ha. Die Katholische Frauenbewegung war durch die stellvertretende Vorsitzende Österreichs, Evi Oberhauser, und die Tiroler Vorsitzende, Bernadette Fürhapter, vertreten.

Landtagspräsident Herwig van Staa überbrachte die Glückwünsche des Landes: „Die Leistungen der beiden Schwestern sind eine große Freude für das Land Tirol. Wir sind dankbar für das christliche Zeugnis. Sr. Margit und Sr. Marianne sind ein Aushängeschild geworden.“
Honorarkonsul Richard Hauser bedankte sich für das große Engagement der Schwester in anfangs sehr schwierigen Zeiten. Er übermittelte den Dank des koreanischen Botschafters in Österreich, Song Young-wan.

Father Kim Yean-Jun: „Wir denken, dass Marianne und Margit Koreanerinnen sind.“

Pfarrer Kim Yean-Jun reiste für die Feierstunde aus Korea an, um den beiden Schwestern den persönlichen Dank des Erzbischofs zu überbringen: „Sr. Marianne und Str. Margit haben als Mütter der Leprakranken gedient. „Ihr habt den Kranken ihre Menschenwürde zurückgegeben.“ Father Kim weiter: „Wir denken, dass Marianne und Margit Koreanerinnen sind.“ Und er äußerte den großen Wunsch, dass die beiden Schwestern nochmals nach Korea zurückkehren mögen, um dort ihren Ruhestand zu verbringen. „Liebe zu geben ist wichtig, Liebe zu bekommen ist auch wichtig. Wir bemühen uns, dass die beiden nun Liebe zurückbekommen.“
Father Kim dankte der Kirche in Österreich und der Katholischen Frauenbewegung für ihre langjährige und großzügige Unterstützung durch Spenden und Gebete.

Sr. Marianne Stöger: „Das Schönste was, dienen zu können!“

Für sie sei ihre Arbeit eine Selbstverständlichkeit gewesen, äußerte sich Sr. Marianne Stöger bescheiden in einem Podiumsgespräch. „Ich habe mich nie als Missionarin gefühlt, ich wollte immer nur Krankenschwester sein. Das Schönste war, dienen zu können und das ist gelungen.“

Evi Oberhauser durfte im August mit einer Abordnung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs in Vertretung der beiden Schwestern den Manhae-Preis entgegennehmen. „Es war unglaublich, welche Wertschätzung Sr. Marianne und Sr. Margit in Korea entgegengebracht wird. Sie haben Kultstatus in Korea.“

Bürgler: Nächstenliebe als Sakrament der Gottesliebe. Vergelt´s Gott!

In seiner Laudatio zitierte Diözesanadministrator Jakob Bürgler Bischof Wechner. Er habe damals bei seiner Predigt in bewegten Worten den Mut und das Wagnis des Glaubens angesprochen, das damit verbunden war, und auch das starke Zeugnis für Christus, den König, das die Schwestern mit ihrer Bereitschaft ablegten. Bürgler: „Damals war es nicht anders als es heute ist: Was letztlich wirkt und wirksam wird, ist ein Lebenszeugnis, das überzeugt.“
Der Diözesanadministrator dankte den beiden Schwestern: „Als derzeit Verantwortlicher der Diözese Innsbruck darf ich mich ganz herzlich bedanken: Für das Zeugnis des Lebens und des Glaubens, das ihr in unsere Zeit einbringt. Ein herzliches Vergelt’s Gott für euren treuen, stillen, jahrzehntelangen Einsatz gegen die Lepra und für eine bessere medizinische Versorgung in Südkorea. Ihr verweist mit eurem Lebenszeugnis auf Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit, auf Zuversicht und Vertrauen ins Leben. Nöte und Leiden der Zeitgenossen finden in euren Herzen ein Echo. Und somit die Nächstenliebe als Sakrament der Gottesliebe. Vergelt´s Gott!“

Bischof Freistetter: „Ich kann aus dieser Feierstunde einiges mitnehmen“

Bischof Freistetter, Vorsitzender der Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO), zeigte sich beeindruckt von den Schwestern: „Ich möchte zwei Sätze von Schwester Marianne aus dieser Feierstunde mitnehmen. Sie sagte, das Schönste war, dienen zu können und die Lorbeeren kann man nur dem lieben Gott schenken.“
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