22.08.2016, 09:57 Uhr

Hohe koreanische Auszeichnung für österreichische Ordensfrauen

(Foto: Katholische Frauenbewegung)

Marianne Stöger und Margit Pissarek setzten sich in Südkorea jahrzehntelang gegen die Lepra und für eine bessere medizinische Versorgung Erkrankter ein - Delegation der Katholischen Frauenbewegung Österreichs nahm in Südkorea stellvertretend den "Manhae-Preis für soziales Handeln" entgegen

(KAP). Zwei Tiroler Ordensfrauen sind von Südkorea mit einer hohen Auszeichnung für ihr jahrzehntelanges soziales Engagement im Kampf gegen Lepra und für eine bessere medizinische Versorgung geehrt worden. Stellvertretend für Marianne Stöger (82) und Margit Pissarek hat dieser Tage eine Delegation der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö) in Südkorea den "Manhae-Preis für soziales Handeln" entgegengenommen. Mehr als 40 Jahre lang waren die beiden Christkönigschwestern auf der "Lepra-Insel" Sorok tätig und initiierten umfassende Einrichtungen, die die die Verbreitung von Lepra (Morbus Hansen) in Südkorea nahezu zum Stillstand gebracht haben.

Stöger und Pissarek werde in Südkorea eine überaus hohe Wertschätzung und entgegengebracht, schilderte die stellvertretende kfbö-Vorsitzende Eva Oberhauser am Wochenende in einer Aussendung. Die beiden Ordensfrauen würden in dem Land "regelrechten Kultstatus genießen", so Oberhauser, die zusammen mit weiteren kfbö-Vertreterinnen zu der Preisverleihung gereist war. Dabei wurde auch die langjährige Unterstützung des Hilfsprojekts auf Sorok durch die "Aktion Familienfasttag" der Katholischen Frauenbewegung Österreichs gewürdigt. "Ich war in Kalkutta und habe das Werk von Mutter Teresa kennengelernt - das, was ich auf Sorok gesehen habe, kommt dem recht nahe", so Oberhauser.

Marianne Stöger und Margit Pissarek waren nach ihrer Ausbildung zu Krankenschwestern 1962 im Alter von 27 bzw. 28 Jahren nach Sorok gekommen - und trafen dort auf bittere Not. Nach dem Ende der 35-jährigen japanischen Besatzungszeit, während der an Lepra Erkrankte auf die Insel verbannt worden waren, hatte sich nichts an der bestehenden Ächtung und Verbannung geändert. "Die Kranken hatten unterwürfig zu sein, Schläge standen an der Tagesordnung, auch Zwangsabtreibungen und Sterilisationen. Es brauchte Jahrzehnte, um das zu ändern", schilderte Stöger einmal in einem Interview.

Die beiden Ordensfrauen wollten den Kranken ihre Menschenwürde zurückgeben. Sie kümmerten sich um die Patienten und starteten Medikamenten- und Geld-Sammelaktionen, um die medizinische Infrastruktur zu verbessern. Die "Lepra-Station" auf Sorok entwickelte sich schließlich zu einer weltweit renommierten Pflege- und Forschungseinrichtung, die jüngst das "World Hanse's Disease Forum" mit rund 30 nationalen Delegationen aus aller Welt ausrichtete. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen in Südkorea reicht inzwischen nahe an Null, das Durchschnittsalter der verbliebenen 539 Kranken auf Sorok beträgt derzeit 75 Jahre.

Im Mai diesen Jahres war Marianne Stöger zur 100-Jahr-Feier der "Lepra-Station" in Sorok, im Oktober wird der Pfarrer der katholischen Kirche in Sorok, Kim Yeon-Jun, nach Tirol kommen, um Stöger und Pissarek, die in einem Pflegeheim lebt, zu besuchen. Ein Dokumentarfilm über "die Schwestern der Lepra-Kranken" ist auf Initiative der katholischen Kirche in Südkorea in Vorbereitung.
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