17.10.2017, 13:13 Uhr

Erfolgreicher Bericht der Generalprobe für den Start von Sentinel-5P

Mission control (Foto: Copyright ESA)
ESA:  Ein Bericht vom 10.Oktober 2017
Missionskontrolleure haben gestern zum letzten Mal den Start von Sentinel-5P simuliert. Das Team am Boden ist nun bereit, die Kontrolle des Satelliten im Weltall zu übernehmen.

Diese Generalprobe fand gemeinsam mit Ingenieuren von Bodenstationen auf drei Kontinenten sowie für die Trägerrakete und Nutzlasten zuständigen Mitarbeitern aus dem russischen Plessezk statt.

Sentinel-5P ist der erste Satellit, der die Erdatmosphäre für das ambitionierte europäische Copernicus-Programm überwachen wird. Er ist mit dem hochmodernen, in den Niederlanden hergestellten Instrument Tropomi ausgerüstet, das eine Vielzahl von Spurengasen kartografieren wird. Diese Spurengase haben Einfluss auf die Luft, die wir atmen, unsere Gesundheit und unser Klima.

Diese Erweiterung der Sentinel-Flotte unterstreicht die Expertise der ESA-Teams und deren Fähigkeit, Konstellationsmissionen zu verwirklichen – denn Sentinel-5P wird in enger Abstimmung mit der amerikanischen Satellitenmission Suomi NPP fliegen.
Die heutige Generalprobe war für die 40 Ingenieure und Wissenschaftler, die den Satelliten nach seinem Start steuern werden, zugleich der Abschluss ihres fast sechsmonatigen intensiven Trainings. Sentinel-5P wird am Freitag um 09:27 GMT (11:27 CEST) vom Kosmodrom Plessezk an Bord einer Rockot-Trägerrakete ins All starten.

All nominal

Die heutige Generalprobe umfasste, gemäß der Tradition solcher Tests, einen regulären Start, sodass die Teams ein letztes Mal sämtliche Aktionen durchspielen konnten, die am Freitag während des echten Starts auf dem Plan stehen.
„Das ist der sechste Sentinel-Satellit, den wir ins All bringen. Dabei kann man nie sicher sein, dass wirklich alles wie geplant verläuft und so funktioniert, wie es funktionieren soll“, sagt Paolo Ferri, Leiter des Missionsbetriebs.

„Sowohl die Hardware als auch die Software und die Systeme des Satelliten werden während des Starts und der ersten Stunden im Weltraum extrem großen Belastungen ausgesetzt. Überraschungen gibt es immer. Ins All zu fliegen, ist niemals Routine.“
„Aber unsere Mitarbeiter sind die erfahrensten in ganz Europa, überaus kompetent und exzellent ausgebildet. Ich bin zuversichtlich, dass sie mit jeglichen Eventualitäten fertig werden.“

Übungen auch für den Notfall

Während der eintägigen Übung arbeitete das Missionsteam an den Konsolen im Hauptkontrollraum und spielten den Countdown, den Start sowie die ersten Flugstunden durch. Dazu gehörte auch der Empfang der ersten Signale aus dem Weltraum.
Zum Team gehörten Betriebsingenieure, Experten der Bodenstation und Fachleute, die für den erweiterten Betrieb am Boden zuständig sind, also die Hard- und Software für die Kontrolle des Satelliten sowie seine Datenverteilung, aber auch Experten für Flugdynamik, Software und Netzwerke sowie Simulations- und Schulungspersonal.
„In 23 eintägigen Simulationssitzungen haben wir jede Phase der Mission durchgespielt. Einige Übungseinheiten verliefen genau so wie geplant, in anderen sind unerwartete Unregelmäßigkeiten oder Systemausfälle eingetreten“, sagt Flugbetriebsmanager Daniel Mesples.
Für die gestrige Generalprobe wurde der echte Sentinel-5P-Satellit, der schon auf die Trägerrakete gesetzt wurde, mit dem Missionskontrollzentrum in Darmstadt verbunden. Diese Verbindung wird erst Minuten vor dem tatsächlichen Start unterbrochen und fungiert quasi als Datennabelschnur.
Parallel zu der Übung in Darmstadt simulierten auch die Teams im Kosmodrom Plessezk sämtliche Operationen, die sie am Starttag durchführen werden.
„So haben wir diese Generalprobe für alle Teams so realistisch wie möglich gestaltet“, sagt Flugdirektor Pier Paolo Emanuelli.
„Wir werden den russischen Raumflugbehörden nun mitteilen, dass das Missionskontrollzentrum bereit ist, Sentinel-5P am Freitag ins All zu bringen.“

Critical moments

„So haben wir diese Generalprobe für alle Teams so realistisch wie möglich gestaltet“, sagt Flugdirektor Pier Paolo Emanuelli.
„Wir werden den russischen Raumflugbehörden nun mitteilen, dass das Missionskontrollzentrum bereit ist, Sentinel-5P am Freitag ins All zu bringen.“

Besonders kritisch wird es für das Missionskontrollzentrum am Freitag etwa 14,5 Minuten nachdem Sentinel-5P von der Trägerrakete getrennt wurde und seinen eigenen Freiflug beginnt.

Denn dann wird der Satellit – über eine Bodenstation in Schweden – das erste Signal zurück auf die Erde schicken. Und hoffentlich berichten, dass alles in Ordnung ist.
Der Empfang dieses Signals ist der wahrscheinlich wichtigste Moment der intensiven „Launch and Early Orbit Phase“. Diese wird drei Tage andauern, während denen die Kontrollteams in Schichten rund um die Uhr im Einsatz sind.
In dieser Zeit werden eine ganze Reihe von Aktivitäten ausgeführt – um zu überprüfen, dass der Satellit nicht kaputt ist, die Versorgung mit Solarstrom zu gewährleisten, Systeme wie die Startracker-Kameras und den GPS-Empfänger für die Navigation zu aktivieren sowie sicherzustellen, dass der Satellit nach seinem turbulenten Flug in den Weltraum voll funktionstüchtig ist.
Wenn das alles gut gegangen ist, werden die Mitarbeiter in gewöhnlicher Besetzung und nur noch tagsüber im Einsatz sein. Und dann steht die nächste Phase der Mission an: die Inbetriebnahme von Tropomi.
„Ich bin unglaublich stolz auf alle Projektbeteiligten. Sie haben sehr hart gearbeitet, um unsere Teams, unsere Systeme und das Missionskontrollzentrum bereit für den Start von Sentinel-5P zu machen“, sagt Paolo.
„Im nächsten Frühjahr steht der Start des siebten Satelliten, Sentinel-3B, an. Damit hätten wir den ersten Teil der Copernicus-Flotte in nur 30 Monaten in den Weltraum gebracht – eine äußerst beeindruckende europäische Leistung.“

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